Neuer ChargePoint Express Solo HPC-Lader mit 600 kW: Schneller laden, als E-Autos es können

ChargePoint Express Solo HPC-Lader mit 600 kW
Schneller laden, als E-Autos es können

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.04.2026
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04/2026 Chargepoint Ladesäule
Foto: Chargepoint

ChargePoint erweitert sein Angebot im Bereich Schnellladen um eine neue Hochleistungssäule. Die Express Solo markiert den Start einer neuen technischen Plattform des US-Unternehmens und soll den Eintritt in den europäischen Markt beschleunigen. Erstmals bietet ChargePoint damit einen DC-Schnelllader an, der sowohl für Nordamerika als auch für Europa vorgesehen ist.

Gemeinsam für USA und Europa

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Campbell zählt zu den weltweit größten Anbietern im Ladegeschäft. ChargePoint betreibt und vernetzt Ladepunkte für öffentliche Standorte, Unternehmen, Flotten und private Nutzer. Historisch ist die Marke vor allem durch Wechselstrom-Ladepunkte und Softwarelösungen gewachsen, will ihre Position nun aber stärker im Schnelllader-Segment ausbauen.

Besonderheit der Express Solo ist die maximale Ladeleistung von bis zu 600 kW an einem einzelnen Fahrzeug – wenn sich eines findet, das mit solcher Power laden kann. Damit liegt die neue Säule oberhalb vieler heute verbreiteter HPC-Systeme, die meist mit 100 bis 300 kW arbeiten. Die Infrastruktur wird damit auf kommende Fahrzeuggenerationen vorbereitet.

Mächtige Ladepower

Technisch auffällig ist das All-in-One-Konzept. Anders als viele aktuelle Schnelllader verzichtet die Express Solo auf einen separaten Leistungsschrank. Leistungselektronik, Kühlung und Bedieneinheit sitzen in einem gemeinsamen Gehäuse. Das reduziert den Platzbedarf und vereinfacht die Installation. ChargePoint spricht von rund 40 Prozent höherer Leistungsdichte gegenüber anderen DC-Lösungen. An Standorten mit begrenzter Fläche kann das ein praktischer Vorteil sein.

Die Säule selbst verfügt über zwei Ladekabel und kann zwei Fahrzeuge gleichzeitig versorgen. Zusätzlich lässt sich ein zusätzlicher Verteiler anschließen, womit bis zu vier Fahrzeuge an einem System laden können. Die verfügbare Gesamtleistung wird dann dynamisch je nach Bedarf verteilt. Denkbar sind also etwa viermal 150 kW oder deutlich höhere Leistungen für einzelne Fahrzeuge, wenn andere Anschlüsse weniger abrufen.

Für Solartechnik vorbereitet

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieintegration. Die neue Plattform ist für die direkte Einbindung von Photovoltaik, stationären Batteriespeichern und bidirektionalen Anwendungen vorbereitet. Entwickelt wurde dieser Teil gemeinsam mit dem Energiemanagement-Spezialisten Eaton. Ziel ist es, Lastspitzen zu reduzieren, Netzanschlüsse effizienter zu nutzen und Ladeparks flexibler zu betreiben. Gerade bei hohen Ladeleistungen wird der Netzanschluss zunehmend zum begrenzenden Faktor.

Auch wirtschaftlich setzt ChargePoint auf Skalierung. Die Express-Solo-Plattform soll Basis für weitere Modelle werden, die gemeinsame Komponenten bei Leistungselektronik, Thermomanagement und Steuerung nutzen. Solche Baukastensysteme sind aus dem Fahrzeugbau bekannt und senken Entwicklungs- sowie Produktionskosten. Für Betreiber bedeutet das perspektivisch günstigere Erweiterungen und einheitlichere Wartung.

Fazit