1/2022, Bosch Cariad Kooperation Cariad

Bosch und VW-Tochter Cariad entwickeln Software

Volkswagen-Tochter Cariad kooperiert mit Bosch Software-Entwicklung für das autonome Fahren

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Die Volkswagen-Tochter Cariad und Bosch arbeiten bei der Entwicklung einer Software-Plattform für automatisiertes Fahren eng zusammen.

Bei der Entwicklung von Technologien für Autos der Zukunft setzt Volkswagen auf die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosch. Die beiden Unternehmen planen nicht nur ein Joint-Venture zur Ausrüstung von Batteriefabriken. Zusätzlich kooperiert die VW-Tochter Cariad, die jüngst als eigenständige Einheit ausgegründete Software-Einheit des Konzerns, mit Bosch auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens.

Das ausgerufene Ziel ist es, "für Fahrzeuge der Markengruppen des Volkswagen-Konzerns Funktionen bereitzustellen, bei denen Fahrer die Hände zeitweise explizit vom Lenkrad nehmen können", wie die beiden Partner mitteilen. Auf der Autobahn ist dann also, je nach rechtlicher Grundlage, autonomes Fahren nach Level 3 möglich. Erste Funktionen auf dem Weg dorthin sollen bereits 2023 in Autos eingebaut werden.

Software auch für andere Hersteller

Eine Software-Plattform, die gemeinschaftlich entwickelt wird, soll die technische Grundlage bilden. Neben den Autos der Konzernmarken sollen die Technologien auch anderen Herstellern zugänglich gemacht werden. Die Öffnung des Volkswagen-Konzerns für neue Kooperationen zeigt sich auch bereits in der Vereinbarung mit Ford; der US-Hersteller wird den MEB für kommende Elektroautos nutzen.

Bosch-Geschäftsführer Dr. Markus Heyn erklärt: "Der Weg zum fahrerlosen Fahren erfolgt für Autos im Privatbesitz Schritt für Schritt – bei Bosch arbeiten wir daran schon seit Jahren erfolgreich. Zusammen mit Cariad beschleunigen wir jetzt die Markteinführung von teil- und hochautomatisierten Fahrfunktionen in allen Fahrzeugklassen und machen sie damit für jedermann verfügbar." Dirk Hilgenberg, CEO von Cariad, sieht auch wirtschaftspolitische Vorteile der Kooperation: "Automatisiertes Fahren ist ein zentrales Zukunftsfeld unserer Branche. Durch unsere Kooperation werden wir den Innovationsstandort Deutschland gemeinsam stärken."

Bis zu 1.000 Fachkräfte sollen an verschiedenen Standorten, insbesondere aber in Stuttgart und Ingolstadt, an der Entwicklung des automatisierten Fahrens arbeiten. Im Fokus liegt vor allem die Computer-Technologie zur schnellen Erhebung, Analyse und Verarbeitung von Daten, die Sensoren und Kameras liefern können. Dabei soll auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz helfen.

Ein lernendes Computer-Programm

VW ID.3, Interieur
Achim Hartmann
Der Travel Assist in aktuellen VW-Modellen passt die Geschwindigkeiten dem Tempolimit an.

Zukünftige Systeme für das autonome Fahren werden ständig dazulernen. Daten, die im realen Straßenverkehr gesammelt werden, können in die Entwicklung der Software einfließen. Damit lassen sich immer mehr Verkehrssituationen abbilden, auf deren Basis Handlungsabläufe der Fahrzeugfunktionen abgeleitet werden.

Eine Ziellinie haben sich Bosch und Cariad beim Erreichen des autonomen Fahren nach Level 3 nicht gesetzt. Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit umfasst darüber hinaus auch Pläne, die Systeme für Level 4 weiterzuentwickeln. Auf dieser Automatisierungsstufe muss der Fahrer nur noch in Notfällen eingreifen. Lenkrad und Pedale könnten für mehr Platz im Innenraum eingefahren werden und nur bei Bedarf erscheinen.

In aktuellen VW-Fahrzeugen kann man optional das Fahrassistenzpaket "Travel Assist" bestellen. Wird er aktiviert, hält das Fahrzeug die Spur, die Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Mit Informationen aus dem Navigationssystem und der Kameras werden zudem Tempolimits oder topografische Gegebenheiten erkannt und die Geschwindigkeit, beispielsweise vor Ortseinfahrten oder Kurven, automatisch angepasst.

Fazit

Bosch und die Volkswagen-Tochter Cariad kooperieren bei der Entwicklung von Software für das automatisierte und später auch das autonome Fahren. Neben den Marken des Wolfsburger Konzerns sollen auch andere Autohersteller die Technologien einsetzen können.

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