Toyota Auris Hybrid Dani Heyne
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Toyota Auris Hybrid im Gebrauchtwagen-Check

Toyota Auris Hybrid im Gebrauchtwagen-Check Wie zuverlässig ist das Doppelherz des Japaners?

Als Hybrid zählt der Toyota Auris II zu den Sparmeistern seiner Klasse. Für alle, die es praktisch mögen, gibt es das Modell auch im Kombigewand. Was uns heute interessiert: Wie haltbar ist die Spritspar-Technik, wie solide der Auris? Meister Wünsch liefert die Antworten.

Heute haben wir endlich mal wieder Vorsprung durch Technik im Angebot", ruft Meister Wünsch zur Begrüßung – und zeigt gut gelaunt auf den silbernen Testkandidaten: ein gebrauchter Toyota Auris Touring Sports Hybrid, Baujahr 2015. Ein Kombi, der sich auf 4,56 Meter Außenlänge so zurückhaltend kleidet wie ein Staubsaugervertreter – falls es den überhaupt noch gibt. "Bisschen langweilig, könnte man meinen", übersetzt Meister Wünsch und fügt hinzu: "Zu früh geurteilt, dieser kompakte Toyota hatte seinerzeit VW Golf und Co. einiges voraus."

Unser Gebrauchtwagen-Checker spielt auf die Hybrid-Technik des Japaners an. 2007 startete der als Nachfolger des etablierten Corolla mit Benzin- und Dieselmotoren, ab 2010 gab’s ihn dann schon mit Doppelherz. Unter der lang gezogenen Haube: ein 1,8-Liter-Benziner mit 99 PS, der von einem handtaschengroßen E-Motor (82 PS) unterstützt wird. Teamleistung: 136 PS. "Eine solide Antriebstechnik, die Toyota mit dem Prius etabliert hat. Sie bietet auch im Auris genügend Power für jede Lebenslage", wirft Meister Wünsch ein, "auch wenn das stufenlose Getriebe bei jedem Kick-down die Drehzahlen des Benziners hochschnellen lässt, und die zähe Beschleunigung überhaupt nicht zum akustischen Eindruck passen will." Sportlich ist anders.

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Wer in den gängigen Fahrzeugbörsen gezielt nach gebrauchten Toyota Auris Touring Hybrid sucht, findet aktuell immerhin über 350 Angebote. Und zwar mit dem Suchfilter „bis 150.000 Kilometer Laufleistung.

Elektrisch gleiten? Geht auf Knopfdruck

Richtig: Über einen Schalter im Cockpit kann der Fahrer auf Elektroantrieb umschalten. Vorausgesetzt, die 1,3-kWh-Batterie des E-Motors im Untergeschoss des Hecks ist randvoll, vermag der Auris Hybrid, bis zu zwei Kilometer und bis 50 km/h elektrisch zu fahren. Auch wenn das elektrische Gleiten im Alltag oft deutlich kürzer ausfällt: Der Flow zwischen Benziner und Stromer macht den Toyota sparsam. "Der Hersteller versprach bei der Vorstellung des Wagens 3,7 l/100 km. Realistisch sind bei zurückhaltendem Gasfuß zwischen vier und fünf Liter auf 100 Kilometer", erklärt Meister Wünsch.

Für alle, denen die Frage auch gerade durch den Kopf schwirrt: Die Batterie des E-Motors lässt sich nicht an der Steckdose aufladen (das können nur Plug-in-Hybride) – sie füllt sich beim Rekuperieren, also beim Bremsen und Vom-Gas-Gehen. "Die Energie-Rückgewinnung funktioniert meist tadellos und ist ziemlich clever", so Meister Wünsch, ungeduldig mit den Fingern auf der Dachkante trommelnd. Er möchte den Auris endlich unter die Lupe nehmen. Soll er! Wir werfen indes noch einen Blick in den Innenraum. Toyota möbliert den Kompakten mit soliden Materialien, die auch nach fünf Jahren nichts an Chic verloren haben – weil’s da nicht viel zu verlieren gibt.

Interessant für den Fahrer: Der Auris informiert ihn klug über das Zusammenspiel der Motoren, über Verbrauch und Reichweite. Außerdem kann man neben dem EV-Modus zwei weitere Fahrmodi wählen: In Eco verpflichtet sich der Auris zur absoluten Sparsamkeit. Im Power-Modus geben Elektro- und Benzinmotor dagegen alles für beste Fahrleistungen.

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Fünf Jahre Garantie gewährt Toyota auf die Elektro-Komponenten.

Meister Wünsch schaut zufrieden auf die Karosse des Kombi. "Ein paar kleine Dellen, mehr gibt’s hier nicht zu beklagen. Die Verarbeitungsqualität hat Toyota ohnehin im Griff." Auch technisch gibt’s bei den Modellen aus Japan selten nervige Kinderkrankheiten. Die Ingenieure setzen auf vertraute Komponenten, was die Langlebigkeit steigert. Ein gutes Beispiel: die Steuerkette des 1,8-Liter-Benziners im Auris. Sie macht höchst selten Probleme – ein Satz, den viele VW-Fahrer nicht unterschreiben können.

Problemzonen? Dafür braucht’s ’ne Lupe!

Wir stehen mittlerweile unter dem Auris und checken mit Meister Wünsch Bremsen und Fahrwerk. "Die Bremsbeläge des Hybrid halten erfahrungsgemäß lange durch. Es gibt sogar Fahrzeuge, die mit starker Korrosion an der Bremse in die Werkstatt kommen. Hier hilft regelmäßiges starkes Verzögern. Die Beläge an diesem Exemplar sind erst frisch reingekommen. Die Scheiben sind bei 83.000 Kilometern vermutlich noch die ersten und werden noch eine Weile durchhalten."

Auch das Fahrwerk bietet keinen Anlass zur Besorgnis: "Die Aufhängungen sind nicht ausgeschlagen, die Federn nicht gebrochen. Es gibt nur etwas Flugrost an den Achsträgern – das war’s."

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Das Fahrwerk ist konservativ aufgebaut und macht kaum Probleme. Der Flugrost an den Trägern ist lediglich ein Schönheitsfehler.

Kann man so einen Toyota tatsächlich blind kaufen? "Nicht doch", antwortet Meister Wünsch und fasst zusammen: "Die Marke hat vieles richtig gemacht und ist stark gewachsen, aber seit ein paar Jahren kratzen Rückrufaktionen in unangenehmen Größenordnungen am guten Image. Bei der Hybrid-Technik war Toyota lange Vorreiter, was ihr einen erheblichen Schub verschafft hat. Doch andere Hersteller holen auf, bauen modernere Batterien ein, sind beim Thema Plug-in mutiger." Mit unserem Auris Hybrid hat das freilich nicht viel zu tun, zu seiner Zeit hatte er den Konkurrenten technisch einiges voraus. Fazit des Meisters: "Mit diesem Vorsprung durch Technik und seiner soliden Art punktet er bis heute." Und mit bezahlbaren Preisen: Vergleichbare Modelle von 2015 mit rund 80.000 Kilometern auf der Uhr gibt es ab rund 12.000 Euro.

Fazit

Ein gebrauchter Toyota Auris Hybrid ist Ihr Typ, wenn Sie vor allem einen sparsamen Kompakten suchen, der ein Stück Zukunft unter der Haube trägt. Sie brauchen keine emotionale Bindung zu Ihrem Auto? Sie definieren sich nicht über den Sound des Motors? Dafür freuen Sie sich, wenn Ihr Auto eine vorausschauende Fahrweise mit sehr kleinen Verbräuchen honoriert? Wenn die Werkstatt wieder nichts gefunden hat und Ihnen nach der Durchsicht eine überschaubare Rechnung präsentiert? Dann werden Sie diesen Toyota schneller ins Herz schließen als gedacht.

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