Opel Mokka, Meister Wünsch, Gebrauchtwagen-Check, asv2618 Dani Heyne
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Opel Mokka im Gebrauchtwagen-Check

Wie fit ist der Mini-SUV im Alter?

Er zählt zu den Lieblingen unter den kleinen SUV, nervt nicht und kostet nicht die Welt. Vermutlich ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um sich einen Opel Mokka der ersten Generation zu holen. Oder, Meister Wünsch?

Es ist noch gar nicht so lange her, da machte man um hohe Opel lieber einen kleinen Bogen„, erinnert sich Meister Wünsch zur Begrüßung. “Nämlich als Opel noch eine GM-Tochter war und Modelle wie den Antara übernehmen musste„, erklärt er seinen Gedanken weiter. “Erinnert ihr euch noch an den Frontera, der Anfang der 90er-Jahre startete und sich nach kurzem Hype schnell als Mängelriese entpuppte?„

Der Meister lässt das Werkstatttor nach oben und zeigt auf den heutigen Testkandidaten: einen Opel Mokka Baujahr 2015. Dann liegt ihm noch was auf den Lippen: “Bewundernswert an der Marke mit dem Blitz – sie lässt sich nicht totkriegen. Das beweist unter anderem dieser kleine SUV. Stark und anregend wie türkischer Kaffee.„

Zur Erinnerung: 2012 kam der Mokka auf den europäischen Markt. Ja, auch ein GM-Gewächs – anfangs in Korea gebaut und weltweit als Chevrolet, Buick, Holden und Vauxhall vermarktet. So eine Konstellation birgt die Gefahr von mäßiger Qualität und Lieblosigkeit im Detail. Doch so war es nicht: Der Mokka rollte erstaunlich solide zu den Händlern, klapperte nicht, leistete sich keine Kinderkrankheiten und verkaufte sich daher überraschend gut. Vor allem ältere Menschen verliebten sich in den kompakten, bequemen Wagen. Klar, ohne Kinder braucht es weder eine extragroße Rückbank noch ein riesiges Gepäckabteil.

Der Mokka wurde schnell zum Bestseller

Die ersten 20.000 Mokka verteilte Opel noch im Debütjahr – bis zur ersten großen Überarbeitung mit dem Wechsel zum Mokka X im September 2016 zählten die Statistiker bereits über 100.000 verkaufte Exemplare. Opel bewies damals ein feines Näschen, denn trotz großem SUV-Boom gab es unterhalb von Tiguan und Co. zunächst kaum nennenswerte Angebote – von Skoda Yeti und Dacia Duster einmal abgesehen. Der Mokka belebte das Segment und versetzte Opel endlich mal wieder in die Rolle des Marktführers. So viel zur Geschichte des Mokka als Neuwagen – aber wie schlägt er sich als Gebrauchter? Auf der Suche nach Antworten umkreist Meister Wünsch bereits unser schneeweißes Exemplar. Er sucht den hohen Viertürer akribisch nach offensichtlichen Schwachstellen ab. Er achtet dabei auf ungleichmäßige Spaltmaße, checkt den Verlauf von Sicken, überprüft die Fenstergummis auf Moosablagerungen, die Stoßstangen auf Parkrempler. “Nichts zu finden. Dieser Mokka steht da wie neu – der hat nicht mal Steinschläge auf der Haube.„

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Der Testkandidat: Ein Opel Mokka, Baujahr 2015.

Unter der besagten Haube steckt in unserem Fall übrigens der 1,6-Liter-Turbodiesel. Er leistet 136 PS und entwickelt 320 Newtonmeter Drehmoment. Sechs Gänge sind Serie, den aufpreispflichtigen Allradantrieb hat sich der Vorbesitzer gespart. “Hätte ich auch so gemacht„, pflichtet Meister Wünsch bei. “Im Gebirge oder vor schweren Anhängern ist das sinnvoll, aber auf dem flachen Land ...„ Als wir zur Probefahrt aufbrechen wollen, fallen uns einige angenehme Extras auf: Heizung fürs Lenkrad und die vorderen Sitze, ein verstellbares Fahrwerk, variables Bi-Xenon-Licht, ein integriertes Navigationssystem, sehr gute Komfortsitze (AGR), Parkpiepser vorn und hinten sowie eine abnehmbare Anhängerkupplung. “Da fehlt ja nicht viel zur Vollausstattung„, murmelt Meister Wünsch und startet den Diesel.

Der Vierzylinder brummt gemütlich und legt erwartet kraftvoll los. “Das Sechsganggetriebe verlangt nach sauberer Führung, das Fahrwerk bügelt erstaunlich viele Schlaglöcher aus, und die Lenkung arbeitet direkt„, fasst Meister Wünsch am Ortsausgang zusammen. Dann überzeugt er sich vom Durchzug des Euro-6-Diesel und ist begeistert: “Wer viel unterwegs ist, wird Kraft und Drehvermögen des Vierzylinders zu schätzen wissen. Was mir noch gefällt: wie satt und straff der Mokka auf der Straße liegt – wie ein Neuwagen. Nichts klappert, nichts nervt. Das ist Opel-Qualität!„

Wer keinen Diesel will, hat gute Chancen: 56 Prozent der Neuwagenkäufer entschieden sich nämlich für den 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS, 13 Prozent für den alten Ottosauger mit 115 PS. “Schauen wir mal, wie gut die Technik des Mokka in Schuss ist„, sagt der Meister und rollt den Opel auf die Hebebühne. “Außer gelegentlichem Ölverlust können wir dem Mokka in unserem Werkstattbetrieb nichts nachsagen„, fügt er hinzu.

Service-Aktionen? Nur Kleinkram ...

Einmal wachste Opel das Gehäuse des Klimakompressors (kein Scherz), ein anderes Mal wurden Schlauchschellen und das Getriebeöl getauscht. Und schließlich gab es irgendwann zusätzlich Fett gegen knarzende Sitze. “Da ist nix Wildes dabei„, beruhigt Meister Wünsch – und wirft einen Blick auf die Bremsen. “Die Scheiben sind nicht eingelaufen, die Beläge haben noch ihr halbes Leben vor sich.„ An den Spiralfedern und der Aufhängung der Vorderachse kann er auch nichts finden: “Der Antrieb ist wunderbar trocken, die Achsmanschetten zeigen keine Risse, nirgends eine Spur von Rost, dafür gibt’s an allen wichtigen Stellen reichlich Unterbodenschutz.„ Meister Wünsch zeigt sich zufrieden: “Dieser Mokka ist tadellos in Ordnung.„ Das passt ins Bild: Opel hat mit dem kleinen SUV ein erstaunlich robustes Automobil im Rennen, das sich zu Recht großer Beliebtheit erfreut.

Und die Preise? Modelle von 2015 mit rund 60.000 km starten bei 12.000 Euro – egal ob 1,4-Liter-Benziner oder 1,6-Liter-Diesel.

Versionen, Motoren & Ausstattung

Der Opel Mokka startete am 6. Oktober 2012 auf dem deutschen Markt. Während sein Name an eine Kaffeezubereitung erinnert, passt seine Optik klar ins gängige SUV-Schema. Wobei dem Opel 4,3 Meter Außenlänge reichen, was ihn schön kompakt dastehen lässt – auch preislich. In der Modellfamilie markiert er den Einstieg in den SUV-Club von Opel – zu seinem Start rangierte er unterhalb des Antara. Heute heißen seine größeren Brüder Crossland X und Grandland X.

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Hans-Dieter Seufert
Allrad (je nach Version).

Technisch bedient sich der Mokka nicht beim Opel Corsa D, sondern eher bei Meriva und Insignia. Der amerikanische Markt kennt den Mokka als Chevrolet Trax, Australien und Ozeanien als Holden Trax.

Interessantes Detail: Bis Herbst 2014 wurden alle Varianten des kleinen SUV von GM Korea im Werk Bupyeong-gu (Incheon) in Südkorea produziert und anschließend auf dem Seeweg nach Europa transportiert. Die große Nachfrage bewog GM schließlich dazu, den Mokka ab Herbst 2014 auch im spanischen Saragossa zu produzieren.

Die europäische Motorenpalette umfasst drei Benziner und drei Diesel mit einer Bandbreite von 115 bis 152 PS. Der Basisbenziner verfügt über 1,6 Liter Hubraum und reicht seine 115 PS ohne Turbounterstützung an ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Das Drehmoment fließt von dort aus ausschließlich an die Vorderräder.

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Hans-Dieter Seufert
Autogas ab Werk verfügbar.

Vom 1.4er-Turbobenziner gibt’s zwei Versionen: eine mit Saugrohreinspritzung (140 PS) und eine mit Direkteinspritzung (152 PS). Erstere kommt mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe und der Option auf Automatik und Allradantrieb. Der stärkere 1.4er verfügt dagegen serienmäßig über 4x4 und ein Sechsstufen-Automatikgetriebe. Wer nach einer werksseitigen Autogasversion sucht (LPG), wird ebenfalls fündig: Seit November 2013 ist ein passend umgerüsteter 1.4er mit 140 PS erhältlich.

Als Selbstzünder gab es zum Marktstart einen 1,7-Liter (130 PS, 300 Nm) – mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder wahlweise Sechsstufen-Automatikgetriebe. Ende 2014 löste ihn ein 1,6-Liter-Turbodiesel ab, der 136 PS und 320 Nm leistete. Ein gutes halbes Jahr später kam ein 110 PS starker 1.6er-Turbodiesel hinzu (300 Nm). Im September 2016 startete die Facelift-Version unter dem Namen Mokka X.

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Fazit

Ein Opel Mokka ist ihr Typ, wenn Sie einen kompakten SUV suchen – bezahlbar und solide. Dabei interessiert Sie das bequeme Aus- und Einsteigen mehr als Offroad-Touren. Besser noch: Sie wollen gar keinen Allradler. Viel lieber sind Ihnen die höchste Sitzposition dieser Klasse (695 Millimeter über der Straße) und das Gefühl, einen Opel zu fahren, der alte Tugenden pflegt. Hier klappert wirklich nix!

Wenn Sie nicht zu den Vielfahrern gehören, ist der 1.4er-Turbobenziner eine sehr gute Wahl. Ihn gibt es als Sechsgang-Schalter (Serie) oder mit Sechsstufen-Automatikgetriebe.

Das gefällt uns:

Vor allem dass dieser SUV nicht so verschwenderisch auftritt. Der Ansatz: fast schon minimalistisch. Der Mokka verkörpert schließlich einen kompakten, wendigen SUV und keine fette, unförmige Kiste. Auf 4,30 Metern bringt Opel alles unter, was heute so angesagt ist: bequem hoch sitzen, etwas Abenteuer-Feeling, viel Platz für zwei, ausreichend für vier.

Das stört uns:

Erstaunlich wenig, so wie vermutlich die vielen Fans dieses Fahrzeugs. Die Verarbeitung könnte hier und da etwas hochwertiger ausfallen, klar. Auf der anderen Seite würden dann auch ganz andere Summen im Kaufvertrag stehen. Gegen die mäßige Sicht nach hinten helfen Parkpiepser – oder am besten eine Rückfahrkamera.

So ist die Marktlage:

Der Mokka der ersten Generation verkaufte sich als Neuwagen wie geschnitten Brot. Jedes Jahr wollten ihn mehr Kunden, 2015 zählte Opel hierzulande bereits über 30.000 Käufer. Daher tummeln sich aktuell genügend junge gebrauchte Exemplare in den gängigen Online-Börsen. Der perfekte Zeitpunkt für einen guten Deal!

Technische Daten

Opel Mokka 1.6 Edition
Grundpreis 21.335 €
Außenmaße 4278 x 1777 x 1658 mm
Kofferraumvolumen 356 bis 1372 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 85 kW / 115 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
0-100 km/h 12,3 s
Verbrauch 6,5 l/100 km
Testverbrauch 8,5 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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