60 Prozent Wertverlust: Diese Autos verlieren am meisten

Analyse von fünf Jahre alten Gebrauchtwagen
Diese Autos verlieren am meisten Wert

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.08.2026
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Wertverlust USA
Foto: Hersteller / Schönfeld

Wer einen Neuwagen kauft, muss mit einem erheblichen Wertverlust rechnen. Bei manchen Modellen ist er allerdings deutlich größer als bei anderen. Besonders hart trifft es Käufer von Elektroautos und teuren Luxusmodellen: Mehrere Fahrzeuge verlieren innerhalb von fünf Jahren mehr als 60 Prozent ihres ursprünglichen Wertes. Das zeigt eine Analyse der iSeeCars von knapp einer Million Fahrzeugen in den USA. Es geht dabei um fünf Jahre alte Gebrauchte, die im Zeitraum 2025 und 2026 verkauft wurden.

Ganz oben in der Negativrangliste steht der Nissan Leaf. Nach fünf Jahren sind von seinem ursprünglichen Wert durchschnittlich nur noch 36,9 Prozent übrig – der Wertverlust beträgt damit 63,1 Prozent. Noch erstaunlicher ist allerdings, welche Modelle dahinter folgen: Der Infiniti QX80 kommt auf 62,8 Prozent, der Volkswagen ID.4 auf 62,1 Prozent und das Tesla Model S auf 62,0 Prozent. Auch der Land Rover Range Rover verliert mit 61,7 Prozent mehr als drei Fünftel seines Wertes.

Besonders teuer wird es bei Luxusautos

Es heißt: Wer viel hat, kann auch viel verlieren. Und tatsächlich wird beim Blick auf den tatsächlichen Geldbetrag der Wertverlust noch drastischer. Der Nissan Leaf verliert trotz seiner hohen Abschreibungsquote im Durchschnitt 17.743 US-Dollar. Beim Range Rover sind es dagegen 69.856 Dollar. Der BMW 7er kommt auf 61.141 Dollar, das Tesla Model X auf 61.216 Dollar. Beim Tesla Model S summiert sich der Wertverlust auf 58.907 Dollar.

Auffällig ist die Häufung von Elektroautos in der Liste. Der VW ID.4 verliert über fünf Jahre 62,1 Prozent, der Mustang Mach-E 60,8 Prozent, das Tesla Model X 61,2 Prozent und das Model S 62,0 Prozent. Auch das Tesla Model Y kommt auf 57,8 Prozent, der Kia Niro EV auf 57,3 Prozent und der Hyundai Kona Electric auf 56,5 Prozent. Im Durchschnitt verlieren Elektroautos nach fünf Jahren 57,2 Prozent ihres Wertes. Damit liegen sie deutlich über dem Durchschnitt aller Fahrzeuge von 41,8 Prozent. Hybride schneiden mit 35,4 Prozent deutlich besser ab, Pick-ups kommen sogar nur auf 34,2 Prozent Wertverlust.

VW ID.4 verliert mehr als 60 Prozent

Der Grund liegt laut iSeeCars unter anderem darin, dass Elektroautos häufig teurer sind als vergleichbare Benzin- oder Hybridmodelle. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind Käufer offenbar nicht bereit, diesen Aufpreis in gleichem Maß zu bezahlen. Gleichzeitig verändert sich die Technik schnell, was ältere Elektroautos zusätzlich unter Druck setzen kann. Für deutsche Käufer ist vor allem der VW ID.4 interessant. Er landet mit 62,1 Prozent Wertverlust auf Platz drei der gesamten Negativrangliste.

Durchschnittlich liegen zwischen dem ursprünglichen Listenpreis und dem späteren Gebrauchtwagenpreis 28.010 Dollar. Noch schlechter schneiden unter den Elektroautos nur das Tesla Model S mit 62,0 Prozent und der Nissan Leaf mit 63,1 Prozent ab – beziehungsweise der ID.4 liegt damit sogar vor dem Tesla. Auch bei den kleinen SUVs zeigt sich dieses Muster. Vier der fünf Modelle mit dem höchsten Wertverlust fahren elektrisch. Der VW ID.4 führt die Rangliste mit 62,1 Prozent an, gefolgt vom Ford Mustang Mach-E mit 60,8 Prozent. Dahinter folgen der Audi Q5 mit 58,2 Prozent, das Tesla Model Y mit 57,8 Prozent und der Kia Niro EV mit 57,3 Prozent.

Porsche ist eine Ausnahme-Marke

Nicht nur Elektroautos haben ein Restwertproblem. Auch Luxusmodelle verlieren überdurchschnittlich viel. Unter den 25 Fahrzeugen mit dem höchsten Wertverlust finden sich 18 Luxusmodelle. Die Kombination aus hohem Neupreis, teurer Technik und einer vergleichsweise kleinen Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt macht sich beim Wiederverkauf bemerkbar. Besonders deutlich wird das bei großen SUVs. Der Range Rover verliert 61,7 Prozent seines Wertes, der Range Rover Sport 58,3 Prozent und der Audi Q7 57,2 Prozent. Noch stärker trifft es den Infiniti QX80: 62,8 Prozent beziehungsweise durchschnittlich 52.631 Dollar.

Dass ein hoher Neupreis automatisch einen schlechten Restwert bedeutet, zeigt die gleiche Untersuchung allerdings nicht. Ganz oben auf der anderen Seite steht der Porsche 718 Cayman. Er verliert über fünf Jahre lediglich 9,6 Prozent seines Wertes. Auf Platz zwei folgt der Porsche 911 mit 11,1 Prozent, die Chevrolet Corvette kommt auf 18,7 Prozent. Auch Toyota und Honda schneiden hervorragend ab. Der Toyota Tacoma verliert nur 19,9 Prozent, der Toyota Tundra 21,2 Prozent und der Honda Civic 22,9 Prozent. Insgesamt stellt Toyota zehn der 25 wertstabilsten Modelle.

Viele Parallelen mit Europa

Im Durchschnitt aller Fahrzeugsegmente lag der Wertverlust nach fünf Jahren bei 41,8 Prozent – immerhin 3,8 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Studie beschreibt zwar den amerikanischen Gebrauchtwagenmarkt. Es gibt aber viele Parallelen zur Situation in Europa. Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Antriebsarten und Fahrzeugklassen hier nämlich ebenso bemerkenswert.

Der Wertverlust nach dem Neuwagenkauf macht auch hierzulande über mehrere Jahre den größten Kostenblock eines Autos aus. Wer beim Kauf auf einen hohen Restwert achtet, kann sich deshalb am Ende mehrere zehntausend Euro an Kosten sparen – während beim falschen Modell selbst ein vermeintlich attraktiver Neuwagen zum teuren Verlustgeschäft werden kann.

Fazit