Absatzzahlen 2020 Corona Hersteller Hersteller / Patrick Lang / pexels
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Auto-Absatzzahlen 2020: Das sind die Corona-Gewinner

Absatzzahlen der Auto-Hersteller 2020 Wer im Corona-Jahr am besten verkauft hat

Corona hat die Auto-Welt erschüttert und nur wenige Ausnahmen gemacht. Zu den Gewinnern zählen neben Elektroautos auch die M GmbH für die sportlichen BMWs. Der Rest verliert – und das zum Teil kräftig. Volkswagen gar die Krone des größten Automobilherstellers.

Die Automobilbranche hat ein schweres Jahr hinter sich. Schadensbegrenzung statt Wachstum heißt es in den meisten Fällen mit Blick auf die Absatzzahlen; besonders im Vergleich zum Jahr 2019. Das liest sich aus jeder Hersteller-Pressemitteilung, in denen versucht wird, die ernüchternden Ergebnisse mit der rosa Brille zu lesen. Einzelne Erfolgssegmente werden hervorgehoben, auf den größeren Verlust im Konkurrenzumfeld hingewiesen oder über gesteigerte Marktanteile gesprochen. Wir sind ein bisschen schonungsloser und liefern Ihnen die nackten Zahlen (Absatz global).

Bei Volkswagen ist Seat Konzern-Schlusslicht

Beginnen wir mit dem größten Brocken, dem VW-Konzern. Die Pkw-Sparte hat im Pandemie-Jahr rund 1,67 Millionen Autos weniger verkauft (9.305.400 Autos) und rutscht damit 15,2 Prozent hinter das Ergebnis von 2019 (10.975.300 Autos). Größter Verlierer im Konzern ist die Tochtermarke Seat, die von 575.100 verkauften Modellen in 2019 um 25,6 Prozent auf 427.000 in 2020 zurückfällt. Die kleinste Delle hat das Virus der Sportwagenmarke Porsche ins Blech gefahren. Mit einem Rückgang von nur 3,1 Prozent konnten die Zuffenhausener immerhin 272.000 Autos an den Kunden bringen. Das sind lediglich 7.800 weniger als 2019.

Seat Leon e-Hybrid
SEAT
Mit einem Einbruch von 25,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist Seat der größte Verlierer innerhalb des VW Konzerns.

Die Kernmarke Volkswagen büßt 15,1 Prozent ein und lieferte entsprechend 5.328.000 Autos im Jahr 2020 aus (6.279.000 in 2019). Prozentual gesehen hat Audi das Krisenjahr mit einem Rückgang der Absätze von 8,3 Prozent besser überstanden (1.845.600 Autos in 2019 und 1.692.800 Autos in 2020). Der sportliche Partner Lamborghini liegt mit neun Prozent hinter dem Vorjahr (7.430 zu 8.100 Autos). Skoda tarnt das Ergebnis mit der Erfolgsmeldung, zum siebten Mal in Folge mehr als eine Million Fahrzeuge pro Jahr verkauft zu haben. Tatsächlich fällt der Absatz der Tschechen um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.242.800 Fahrzeuge in 2019) zurück. Die Millionen-Marke reißt Skoda mit 1.004.800 Autos also denkbar knapp.

Ein Gewinner bei BMW

Die Gesamtgruppe BMW hat einen Rückgang von 8,4 Prozent zu verzeichnen. 2.324.809 Autos wurden 2020 verkauft, während es 2019 noch 2.520.092 waren. Der Löwenanteil entfällt auch hier auf die Kernmarke, deren Minus bei 7,2 Prozent liegt (2.174.722 Autos in 2019 zu 2.028.659 in 2020). Die Sektkorken knallen wohl nur beim sportlichen Ableger, der M GmbH. Besonders die hochperformanten Versionen der X-Baureihe sorgen am Ende gar für das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Mit 144.218 Auslieferungen steigt der Absatz um sechs Prozent.

BMW M Performance Parts für M3 und M4
BMW
Einziger echter Gewinner des Corona-Jahres ist die Sportabteilung von BMW. Die M GmbH darf sich über einen Zuwachs von sechs Prozent und das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte freuen.

Die BMW-Mitstreiter Mini und Rolls-Royce haben weniger Grund zu feiern. Um 15,8 Prozentpunkte liegt Mini hinter dem Ergebnis von 2019 und lieferte 2020 entsprechend 292.394 Autos aus. Innerhalb dieses Kontingents legten die John Cooper Works Modelle zusammen mit der reinen E-Version des Mini um 20,8 Prozent zu (20.565 Einheiten). Dass auch dieser Wert etwas aufgehübscht ist, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass der Mini Cooper SE erst seit März 2020 erhältlich ist. Bei Rolls-Royce gibt es dagegen wenig zu beschönigen. Die Nobelmarke bleibt 26,4 Prozent hinter den Zahlen von 2019 zurück und verkaufte im Krisenjahr 3.756 Autos. Als Entschuldigung dient hier allerdings der Modellwechsel beim mit Abstand meistverkauften Modell Ghost.

Ein kleiner Gewinner bei der Daimler AG

Bei Mercedes zeigt sich vor allem in der Diskrepanz zwischen den Werten der Submarke Smart und deren Elektrovarianten, dass die E-Mobilität einen Aufschwung erlebt hat. Während smart global um drastische 67,1 Prozent einbricht und damit einer der größten Corona-Verlierer ist (38.391 Autos in 2020), legen die batterieelektrischen Varianten um 45,6 Prozent zu (18.400 Einheiten in 2020).

PTD smart EQ  Valencia 2020

PTD smart EQ  Valencia 2020
MediaPortal Daimler AG
Daimler-Submarke Smart fährt mit einem Minus von 67,1 Prozent frontal gegen die Wand. Innerhalb dieser Bilanz legen nur die Elektroversionen zu - und zwar um 45,6 Prozent.

Mercedes selbst vermeldet die erfolgreiche Behauptung der weltweiten Spitzenposition innerhalb der Kernwettbewerber. Zwar gelang es den Schwaben in absoluten Zahlen mit 2.164.187 weltweit verkauften Fahrzeugen die Konkurrenz von Audi und BMW zu übertreffen, doch relativ gesehen steckt auch in diesem Ergebnis ein Einbruch. Verglichen mit 2019 fällt Mercedes um 7,5 Prozent zurück. Anders als bei BMW M gelang es der Sparte AMG jedoch nicht dem Trend zu widerstehen. 125.129 verkaufte Performance-Modelle bedeuten einen Verlust von 5,3 Prozent.

Auto-Absatzzahlen im Corona-Jahr

Hersteller Absatz 2019 (global) Absatz 2020 (global) Differenz in Prozent
VW (Marke) 6.279.000 5.328.000 Minus 15,1 %
Audi 1.845.600 1.692.800 Minus 8,3 %
Skoda 1.242.800 1.004.800 Minus 19,1 %
Seat 575.100 427.000 Minus 25,6 %
Porsche 280.000 272.200 Minus 3,1 %
VW (Konzern) 10.975.300 9.305.400 Minus 15,2 %
BMW (Marke) 2.174.722 2.028.659 Minus 7,2 %
Mini 347.261 292.394 Minus 15,8 %
Rolls-Royce 5.103 3.756 Minus 26,4 %
BMW (M GmbH) 136.054 144.218 Plus 6 %
BMW (Konzern) 2.520.092 2.324.809 Minus 8,4 %
Mercedes-Benz (Marke) 2.339.661 2.164.187 Minus 7,5 %
Smart 116.689 38.391 Minus 67,1 %
Mercedes-AMG 132.131 125.129 Minus 5,3 %
Mercedes-Benz (Konzern) 2.340.000 2.202.578 Minus 6,2 %
Groupe Renault 3.753.523 2.949.849 Minus 21,3 %
Elektromodelle der Groupe Renault 57.944 115.888 Plus 100 %
Jaguar 161.662 102.494 Minus 36,6 %
Land Rover 395.936 323.480 Minus 18,3 %
Toyota (Marke) 8.887.307 8.692.168 Minus 2,2 %
Toyota (Konzern) 9.839.572 9.528.438 Minus 3,2 %
Volvo 705.452 661.713 Minus 6,2 %

Elektro legt zu (bei Renault mehr als 100 Prozent)

Eine satte Kerbe hat Corona auch in die Bilanz der Renault Gruppe geschlagen. Wurden 2019 noch 3.753.523 Autos verkauft, ging es 2020 mit 2.949.849 Einheiten um 21,3 Prozent nach unten. Dem entgegen verzeichnen die Elektro-Modelle der Franzosen mit 115.888 verkauften Exemplaren einen Zuwachs von mehr als 100 Prozent. Anteilig am Gesamtabsatz aber noch immer sehr kleines Geschäftsfeld.

Ähnlich hart trifft es Jaguar Land Rover mit einem Minus von 23,6 Prozent. Innerhalb dessen verliert von allem die Marke Jaguar mit 102.494 verkauften Autos in 2020 deutlich (36,6 Prozent weniger als 2019). Land Rover muss einen Rückgang von 18,3 Prozent verdauen, nachdem 2020 insgesamt 323.480 Fahrzeuge einen Käufer gefunden hatten.

Jaguar F-TYPE Heritage 60 Edition
Jaguar
Da hilft auch der neue F-Type nichts. Für Jaguar ging es im globalen Absatz empfindliche 36,6 Prozent nach unten.

Der größte globale Konkurrent von Volkswagen bewegt sich auf einem ähnlichen Verlust-Niveau wie die Wolfsburger. Im Jahr 2020 verkaufte der Toyota Konzern 9.528438 Fahrzeuge und damit 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Um Volkswagen vom Thron des größten Automobilherstellers zu vertreiben gelingt also trotz des Rückgangs (eingerechnet sind dabei Daihatsu und Hino) Die Kernmarke ist am Ergebnis mit 8.692.168 Autos beteiligt und liegt so 2,2 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Ebenfalls etwas milder fällt der Rückgang bei Volvo aus. Mit 661.713 verkauften Autos liegen die Schweden 6,2 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis von 2019. Die Ergebnisse weiterer Hersteller wie Ford, Hyundai / Kia und PSA stehen noch aus und werden nach ihrer Bekanntgabe entsprechend in diesem Artikel ergänzt. Welche Fahrzeuge in Deutschland am erfolgreichsten waren, erfahren Sie in der Fotoshow.

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Fazit

Die beiden Gewinner des Krisenjahres heißen Elektroauto und Premiumsegment. Wobei der sportliche Luxus nicht wirklich gewinnt, sondern nur am wenigsten verliert. E-Autos legen weltweit dagegen ganz real zu – und zwar ordentlich. Ihr absoluter Anteil am Gesamtmarkt bleibt dennoch klein.

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