BMW, Mercedes oder VW: So viel Rheinmetall steckt in Ihrem Auto

BMW, Mercedes oder VW
So viel Rheinmetall steckt in Ihrem Auto

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.03.2026
Als Favorit speichern
Rheinmetall Auto Röntgenbild
Foto: Firstsignal via Getty Images

Power Systems geht auf das frühere Automotive-Geschäft mit den Marken Kolbenschmidt und Pierburg zurück. Entwickelt und produziert werden zentrale Bauteile für Verbrennungsmotoren sowie Systeme für Luftführung, Abgas und Thermomanagement. Diese Technik wird nicht exklusiv für einzelne Modelle gebaut, sondern in zahlreichen Motorfamilien eingesetzt.

Zum Portfolio gehören Kolben und Kolbenringe ebenso wie Motorblöcke und Zylinderköpfe. Hinzu kommen Gleitlager für Kurbeltrieb und Pleuel sowie Systeme zur Abgasrückführung. Auch Drosselklappen, Luftsteller und verschiedene Magnetventile zählen dazu. Ergänzt wird das Angebot durch elektrische Kühlmittelpumpen und Vakuumpumpen für den Bremskraftverstärker. Diese Bauteile übernehmen zentrale Aufgaben für Leistung, Verbrauch und Emissionen. Ihr Anteil am Fahrzeugwert ist gering, ihre technische Bedeutung für den Motorbetrieb dagegen hoch.

Beispiele aus bekannten Motorfamilien

  • BMW Reihensechszylinder-Diesel (z. B. M57, N57, B57)
    Bei mehreren Generationen der BMW-Dieselmotoren stammen Kolben und Kolbenringe von Kolbenschmidt. Diese Motoren wurden unter anderem im BMW 3er, 5er und X5 eingesetzt. Zusätzlich kamen bei einigen Varianten Pierburg-Abgasrückführventile (EGR) und elektrische Kühlmittelpumpen zum Einsatz.
  • Volkswagen-Gruppe TDI-Motoren (z. B. 1.6 TDI, 2.0 TDI EA189 und EA288)
    Hier wurden häufig Kolben von Kolbenschmidt verbaut. Außerdem lieferte Pierburg Abgasrückführmodule und Drosselklappensteller, die in vielen Dieselaggregaten der VW-Gruppe eingesetzt wurden, etwa in Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat.
  • Mercedes-Benz V6- und Vierzylinder-Diesel (OM642, OM651)
    Bei diesen Motoren kommen Kolbenkomponenten und Lagertechnik von Kolbenschmidt vor. Zusätzlich sind Pierburg-Pumpen und Ventile Teil der Abgas- und Thermomanagementsysteme.
  • Ford EcoBoost-Motoren (z. B. 1.0 und 2.0 EcoBoost)
    Für verschiedene Generationen dieser Turbobenziner lieferte Pierburg elektrische Wasserpumpen, Drosselklappensteller und Ventile für das Luftmanagement.
  • Stellantis-Dieselmotoren (z. B. 2.0 und 2.2 HDi / BlueHDi)
    In diesen Motoren, die in Peugeot, Citroën, Opel und Fiat eingesetzt werden, finden sich häufig Pierburg-Abgasrückführsysteme und Pumpen sowie Kolbenkomponenten von Kolbenschmidt.

Warum Rheinmetall-Teile so verbreitet sind

Motoren bestehen aus vielen spezialisierten Bauteilen, die Autohersteller von Zulieferern beziehen. Rheinmetall Automotive gehörte über Jahre zu den Anbietern für zentrale Komponenten wie Kolben, Lager, Abgasrückführung und Pumpen.

Diese Bauteile werden für ganze Motorfamilien entwickelt und in großen Stückzahlen produziert. Dadurch finden sie sich in vielen Modellen unterschiedlicher Hersteller wieder.

Verkauf der Autosparte

Rheinmetall hat angekündigt, sich von der Sparte Power Systems zu trennen. Damit würde das komplette zivile Zuliefergeschäft abgegeben, das über Jahre ein fester Bestandteil des Konzerns war.

Der Hintergrund liegt in der strategischen Neuausrichtung. Rheinmetall erzielt inzwischen einen deutlich größeren Teil seines Umsatzes im militärischen Bereich und baut dieses Geschäft weiter aus. Das Automotive-Segment ist dagegen stark vom klassischen Verbrennungsmotor abhängig und steht unter Druck durch die Transformation zur Elektromobilität.

Mit dem möglichen Verkauf würde Rheinmetall diesen Bereich vollständig ausgliedern. Für die betroffenen Standorte und Beschäftigten bedeutet das einen Eigentümerwechsel. Für Autofahrer hat die Entscheidung zunächst keine direkten Auswirkungen, da die verbauten Komponenten weiterhin im Einsatz bleiben.

Einordnung für Autofahrer

Im Alltag bleibt die Technik von Rheinmetall in vielen Fahrzeugen präsent. Die Bauteile arbeiten im Hintergrund und sind für zentrale Funktionen des Motors verantwortlich. Sichtbar wird der Zulieferer für Fahrer in der Regel nicht.

Gleichzeitig zeigt der geplante Verkauf, wie sich die Gewichte im Konzern verschieben. Während das Rüstungsgeschäft wächst, verliert das klassische Zuliefergeschäft an Bedeutung. Die bereits produzierten und verbauten Komponenten bleiben jedoch Teil des Fahrzeugbestands.

Fazit