UK Autos Brexit Aufmacher Hersteller / Patrick Lang
Brexit Autos UK Großbritannien
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Schlimme Autos aus UK

Danke, Brexit!

Sicher ist der Brexit tragisch – teilweise aber durchaus verdient. Schließlich kam von der Insel auch so manches ganz üble Auto. Wir fassen mal zusammen, wen wir gar nicht vermissen.

Schluss, Aus, Ende. Im Juni 2016 stimmten die Briten für einen Austritt aus der EU, zum ersten Februar 2020 sind sie raus. Politisch und wirtschaftlich sicher ein Schritt mit weitreichenden Folgen, doch die sollen hier nicht diskutiert werden. Für uns ist es an der Zeit „Danke Brexit!“ zu sagen, denn die Nachbarn haben es in automobiler Hinsicht nicht immer gut mit uns und dem Rest der Welt gemeint.

Wir haben die sechs schlimmsten Autos aus Großbritannien ausgesucht, und hoffen, dass der Export derartiger Tragödien künftig unterbunden wird. Warum gerade sechs Autos? Ein kleines Augenzwinkern – denn genau sechs Mal hatte das Vereinigte Königreich die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Gar nicht nobel dieser Noble

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Das Heck des Noble Salica zeigt sich als wild gemischte zerklüftete Karosserie-Landschaft.

Der Noble M12 GTO war schon ziemlich verstörend. Ein Auto, das aussieht, als würde es dringend eine Brille brauchen. Doch es geht noch übler. 2008 erschien mit dem Salica GTC eine hilflose Kreuzung aus Ferrari und Lamborghini, die in Summe aussah wie ein Spielzeugauto aus einer Cornflakes-Packung. Und dann der große Schreck im Jahr 2017: Lee Noble plant ein Comeback mit einem Auto namens Exile. Glücklicherweise hat sich die Karre in selbiges verabschiedet und wird wohl auch nicht wieder kommen.

Dröge Kleinwagen-Tristesse

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Würde die Dame auf dem Bild die NCAP-Crashtest-Ergebnisse kennen, verginge ihr das Lachen augenblicklich.

Der MG Metro ist ein Kleinwagen, der so langweilig aussieht, dass man bei bloßer Betrachtung schon ein ganz mieses Gefühl bekommt. Man fühlt sich ein wenig an den Opel Corsa A erinnert, doch der Metro war in Wahrheit ein Mini. Genauer gesagt dessen Nachfolgemodell. Die wahre Tragik liegt allerdings darin begründet, dass man sich – warum auch immer?! – dazu entschlossen hat, eine Cabrio-Version zu bauen, das auch unter dem Namen Rover 114 Convertible bis 1998 auf dem Markt war. Üble Optik, schludrige Verarbeitung und verheerende Werte beim NCAP-Crashtest sorgten schließlich für ein Ende. Man hatte beim Offset-Crash erkannt, dass ein Aufprall das Lenkrad so weit in den Innenraum schiebt, dass der Airbag den Kopf des Fahrers in die deformierte A-Säule gepresst hätte. Na, herzlichen Dank auch.

Ein glückloser Versuch

Caterham 21 - Fan-Autos - 24h-Rennen Nürburgring 2017 - Nordschleife
Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Wer hart und unbequem unterwegs sein will, sollte besser gleich zum Caterham Seven greifen. Das wäre echt. Der Caterham 21 ist dagegen ein Glückloser Versuch.

Es ist schon schade. Da hätte Caterham eine der ganz wenigen Marken sein können, die nur coole Kisten auf dem Markt hat und dann hauen die den Caterham 21 raus. Ein Sportwagen mit Ford Mondeo Scheinwerfern.Obwohl der Look nicht wirklich das Problem des Autos ist. Im Großen und Ganzen kommt der 21 sogar recht gefällig daher. Doch die Intention ihn als eine zivilisierte Variante des Seven zu verkaufen, ging nach hinten los. Zivil ist da gar nix – hart, laut und unbequem. Um problemlos einsteigen zu können, sollte man schon eine Artisten-Lehre bei einem großen Zirkus absolviert haben. Und dann kommt noch dazu, dass die quasi zeitgleich erschienene Elise deutlich günstiger zu haben war. Alles in allem hätte man sich den Caterham 21 also durchaus sparen können. Thema verfehlt.

Auf drei Rädern kann man nicht fahren

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Der einzige Vorteil, den dieses Ding bietet, ist die Geld-Ersparnis beim Reifen-Kauf.

Die Kultfigur Mr. Bean ist wohl einer der treudoofsten und gutmütigsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Wenn selbst so jemand eine erbitterte Feindschaft zu einem ganz bestimmten Fahrzeug aufbaut, dann müssen ja alle Alarmglocken angehen. Die Rede ist vom Reliant Robin. Eine Design-Sünde auf drei Rädern. Nur drei? Welchen Vorteil hat das? Gar keinen, denn biegt man zu schnell um eine Kurve, liegt die Kiste Ruckzuck auf der Flanke. Gut, so betrachtet könnte man es auch als Vorteil sehen – schließlich forcierte der Robin damit seine Schrottreife ab Werk, und das ist kein Fehler.

Viel Lärm um nichts

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Auf den ersten Blick schaut so ein Herald ja ganz knuffig aus. Die Tragödie offenbart sich dann im Fahrbetrieb.

Der Triumph Herald vereint zahlreiche Klischees über britische Autos in sich. Gut, irgendwo müssen die Klischees ja auch herkommen. Bereits kurz nach seiner Einführung zeigte das bei der Bevölkerung an und für sich beliebte Auto erhebliche Konstruktionsmängel. Eine misslungene Übersetzung ließ den Triumph unschön hoch drehen. Den anschwellenden Geräuschpegel übersetzte das Auto mangels Power allerdings nicht wirklich in Vortrieb. Die mangelhafte Verarbeitung zeigte sich in frei variierenden Spaltmaßen, Klappern und Quietschen. Federungskomfort? Fehlanzeige.

Auto ist traurig

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Immerhin haben es die Briten selbst erkannt, und den Allegro 2008 zum schlechtesten Auto der Insel gewählt. Blickt man ihn so an, scheint er sehr traurig darüber zu sein.

Eines muss man dem Austin Allegro Vanden Plas lassen: Er schaut so traurig drein, dass man den Eindruck hat, er erkennt seine Unzulänglichkeiten selbst. Geradezu lächerlich wirkt es da, dass man ihm den Namen „Allegro“ (zu deutsch: fröhlich / gut gelaunt) gegeben hat. Der Vanden Plas Allegro war der überaus bedauernswerte Versuch, der Baureihe ein begehrenswertes Topmodell aufzusatteln. Auch (oder gerade) der Kühlergrill im Rolls-Royce-Look erscheint sensationell deplatziert. Das haben die Briten allerdings auch selbst erkannt. Nach einem Voting im Jahr 2008 wurde der Allegro zu Großbritanniens schlechtestem Auto gewählt.

Fazit

Natürlich sorgt der Brexit nun nicht dafür, dass mit einem Wimpernschlag alle schlimmen UK-Cars von der Straße verschwinden. Wenn aber der Import solcher Fahrzeuge künftig schwerer wird, hatte der Austritt ja immerhin etwas Gutes.

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