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Öffentliche Ladestationen: Was Stromtanken verdienen

Wachsender Umsatz an öffentlichen Ladestationen Wird die Stromtanke zum Reibach?

Das Interesse an E-Autos nimmt stetig zu. Zur Freude der Ladesäulen-Betreiber, denn die blicken immens steigenden Umsätzen entgegen.

Man muss es immer wieder einordnen, weil es ziemlich gegen die allgemeine Wahrnehmung läuft: Der Anteil von Elektroautos am gesamtdeutschen Fahrzeugbestand lag lange bei ungefähr 0,3 Prozent. Mit derzeit rund 0,6 Prozent sind die Stromer zwar noch immer eine Minderheit, doch der Sprung ist groß. Dank großzügiger Kaufprämien hat sich die Zahl der E-Autos innerhalb eines Jahres zum Januar 2021 um 172.466 auf rund 310.000 erhöht. Gemessen daran, dass alle Welt von E-Mobilität spricht, ist das zwar nicht viel und meilenweit vom Ziel der Bundesregierung entfernt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf der Straße zu haben, doch die Marschrichtung ist richtig: Der Anteil an den Neuzulassungen springt im Jahr 2020 von 1,8 auf 6,9 Prozent (plus 206,8 Prozent).

Elektroauto Laden Verriegelung Stecker
auto motor und sport
Zwischen 32 und 52 Cent pro Kilowattstunde zahlen Kunden aktuell an öffentlichen Ladesäulen.

Das freut natürlich nicht nur die Hersteller, sondern auch jene, die sich um die Ladeinfrastruktur kümmern. Der Bedarf an öffentlichen Ladesäulen steigt analog zur Zahl der Fahrzeuge und das spült wachsend Beträge in die Kassen von Stromanbietern. Zwischen 32 und 52 Cent je Kilowattsunde zahlen Elektromobilisten derzeit beim Anzapfen öffentlicher Ladesäulen. Preise, die in den kommenden Jahren steigen werden, weil sich die Anbieter ihre Investitionskosten von der Kundschaft zurückholen. Dazu kommt, dass immer mehr Fahrer auf DC-Schnellladepunkte zurückgreifen, und deren Tarife liegen über den herkömmlichen Kosten an AC-Stationen.

Kundenstruktur ändert sich

Einer Analyse von EUPD Research zufolge wird sich der Umsatz an öffentlichen Ladesäulen von derzeit jährlich weniger als 100 Millionen Euro bis ins Jahr 2030 auf rund 3,3 Milliarden hochgeschraubt haben. Bis 2025 prognostizieren die Marktforscher eine jährliche Verdoppelung des Umsatzvolumens, wie die Plattform ecomento meldet. Das habe neben dem zu erwartenden Anstieg der Strompreise auch mit einer Veränderung in der Kundenstruktur zu tun, denn Elektroauto-Fahrer der ersten Generation verfügen noch häufig über eine eigene Wallbox. Nun steige jedoch die Zahl jener, die E-Autos vornehmlich in Städten und ohne eigene Lademöglichkeit nutzen.

Mini Cooper SE Elektro 2020
Mini
Die Zahl städtischer E-Auto-Nutzer ohne eigene Wallbox steigt.

Wie der relative Anteil von Elektrofahrzeugen am gesamten Fahrzeugbestand, ist auch der Umsatz der Energieversorger noch kein Vergleich zu etablierten Strukturen. So verbucht der größte Mineralölkonzern, Sinopec aus China, jährlich einen Umsatz von mehr als 420 Milliarden Dollar (rund 346,1 Milliarden Euro). Insgesamt neun Konzerne liegen beim Jahresumsatz nördlich von 100 Milliarden Euro, teilweise deutlich. Wenn Sie nun – exemplarisch – lieber E.ON statt Exxon bezahlen, finden Sie die aktuell förderfähigen E-Autos in unserer Fotoshow.

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Fazit

Da steckt noch viel Musik drin: Das Geschäft mit der Elektromobilität kommt allmählich ins Rollen. Für die Kunden ist das nicht unbedingt schlecht. Einerseits stärkt das den Wettbewerb, andererseits sitzt das Geld für Investitionen in Infrastruktur bei den Anbietern lockerer, wenn die Gewinnprognosen stimmen.

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