Adblue Engpass Warnung ad blue Abgasreinigung Diesel Total / Daniel Kux / Patrick Lang
Diesel-Abgasreinigung mit SCR (Selective Catalytic Reduction)
AdBlue
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Harnstofflösung Adblue: Engpass bedroht Diesel-Fahrer

Harnstofflösung Adblue wird knapp Engpass bedroht Diesel-Fahrer

Ammoniak-Hersteller wie BASF haben wegen hoher Gaspreise die Produktion gedrosselt. Nun droht der Adblue-Engpass.

Die Verstrickungen aus unterschiedlich gelagerter Rohstoff-Knappheit und aktuell besonders hohen Energiekosten schlägt immer häufiger in die Automobilbranche und zu deren Kundschaft durch. Gerade erst wurde bekannt, dass Magnesium, und damit auch Aluminium, nicht nur deutlich teurer, sondern wegen zurückgefahrener Produktion beim Monopolisten China auch spürbar seltener nach Deutschland gelangt. Im Hintergrund macht die Halbleiter-Krise keinesfalls den Eindruck sich zu entspannen, da kommt auch schon der nächste Einschlag: Es droht ein Engpass bei der Harnstofflösung Adblue.

Moderne Diesel-Pkw mit SCR-Kat (selektive katalytische Reduktion) spritzen Adblue in den Abgasstrom ein, um die Emission von Stickstoffen zu reduzieren. Dafür befindet sich im Fahrzeug ein eigener Tank, der regelmäßig mit Adblue gefüllt werden muss. Geht der Harnstoff zur Neige, gibt der Bordcomputer gestaffelte Warnhinweise aus. Sollte der Tank vollständig geleert werden, lässt sich der Motor nicht mehr starten oder nur noch im Notlauf betreiben. Damit wollen die Hersteller eine optimale Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge gewährleisten – indem sie die Halter dazu bringen, nicht aus Bequemlichkeit oder Kostengründen auf den Zusatzstoff zu verzichten. Der Adblue-Verbrauch eines Autos beläuft sich auf ein bis zwei Liter pro 1.000 Kilometer.

Adblue nachfüllen Meldung im Display VW Touran
Imago
Ist der Adblue-Tank im Auto leer, lässt sich der Motor nicht mehr starten.

Hohe Energiekosten sind schuld

Die wässrige Lösung besteht zu 32,5 Prozent aus Harnstoff, der synthetisch durch die chemische Reaktion von Ammoniak und Kohlendioxid hergestellt wird. Für die Herstellung von Ammoniak benötigen zuliefernde Chemie-Konzerne wie BASF oder SKW wiederum Erdgas – und hier liegt das Problem. Wegen der aktuell hohen Erdgaspreise haben die Firmen ihre Ammoniak-Produktion zurückgefahren – und ohne Ammoniak gibt es kein Adblue. Sollte sich dieser Trend nicht umkehren, droht ein Engpass bei der Lieferung von Harnstofflösung, mindestens aber eine deutliche Verteuerung. Aktuell kostet ein Liter Adblue rund 80 Cent (tagesaktuelle Adblue- und Kraftstoffpreise finden Sie auf unserem Partner-Portal www.mehr-tanken.de).

Das Problem betrifft übrigens nicht nur Pkw. Bei Lkw mit den Abgasnormen Euro 5 und 6 sind SCR-Kats mit Adblue-Beimischung längst Vorschrift (seit 2008), zudem benötigen viele Baumaschinen und selbst Schiffe die Harnstofflösung zur Abgasreinigung. Alles Wissenswerte rund um das Thema Adblue finden Sie übrigens HIER.

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Weniger Abgasemissionen würden Diesel-Fahrverbote überflüssig machen. Darum sollte man mit viel CO2 produzierte Autos auch nachträglich sauber machen, statt sie zu entwerten.
Nein. Lieber in Maßahmen für weniger Autoverkehr in der Stadt investieren als in die Frickelei an Millionen Gebrauchtwagen.

Fazit

Auch das noch: Neben Magnesium, Aluminium und Halbleitern droht nun zusätzlich ein Adblue-Engpass. Zumindest, wenn sich die Wogen um den Erdgaspreis nicht bald wieder glätten sollten. Aktuell sind die Adblue-Tanks der Tankstellen glücklicherweise noch gut gefüllt.

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