Als die Polizei im Herbst 2025 zu einem Mercedes GLE 400 gerufen wurde, ging es nicht um einen gewöhnlichen Defekt, sondern um eine technische Manipulation: An der Vorderachse waren statt Bremsbelägen passgenau zugesägte Holzklötze verbaut – versehen mit handgeschriebenen "Brembo"-Schriftzügen. Der Wagen war zuvor über eine Auktionsplattform im Angebot, der Käufer bemerkte während der Fahrt die deutlich nachlassende Bremswirkung und ließ das Auto schließlich überprüfen.
Die Ermittlungen: Verdacht nach § 315b StGB
Wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (§ 315b StGB) leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein. Schließlich ist Holz als Reibmaterial nicht nur technisch absurd, sondern im Straßenverkehr potenziell lebensgefährlich.
Neue Auskunft der Staatsanwaltschaft: Verfahren eingestellt
Jetzt liegt eine aktuelle Auskunft der Staatsanwaltschaft Rottweil vor: Das Verfahren ist nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt. Begründung: Das Fahrzeug sei "durch zu viele Hände" gegangen und habe zudem "unbeaufsichtigt an mehreren Orten" gestanden. Dadurch ließ sich letztlich nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen, wer die Holzklötze in die Bremsanlage eingebaut hat.
Der Fall als Warnsignal für Käufer
Der Vorfall zeigt, wie wichtig eine technische Prüfung ist, wenn Fahrzeuge aus Auktionen, aus Rücknahmen oder aus unklaren Vorbesitzketten stammen. Sichtprüfungen reichen bei sicherheitsrelevanten Baugruppen oft nicht: Bremsanlage, Leitungen, Sättel und Beläge gehören im besten Fall auf die Bühne – insbesondere, wenn der Fahrer während der ersten Kilometer ungewöhnliche Pedalwege, Gerüche oder Schleifgeräusche bemerkt.

Gefährlicher Fund: An diesem Mercedes GLE hat jemand Bremsklötze aus Holz verbaut. Die Ermittlungen zum Täter sind inzwischen eingestellt.












