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Neuzulassungen Oktober 2021: Absatz-Krise

Neuzulassungen Oktober 2021 Drei E-Auto-Hersteller trotzen der Absatz-Krise

Im Oktober 2021 wurden 178.683 neue Pkw und damit 34,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat zugelassen. Zu den echten Gewinnern zählen nur drei Marken.

Der Oktober rangierte im ersten Corona-Jahr 2020 bei den Zulassungszahlen erstmals über dem Niveau von 2019. Nun, ein Jahr später, liegt der deutsche Automarkt am Boden, gezeichnet von Lieferschwierigkeiten, Chipmangel, Corona-Nachwehen. Mit knapp 179.000 Pkw- und 221.000 Kfz-Neuzulassungen ist der Berichtsmonat nach dem Januar der zweitschlechteste des Jahres. Und er zieht auch die Jahresstatistik in den Keller. In den ersten zehn Monaten wurden 2.726.756 Kfz erstmals zugelassen, ein Minus von 4,0 Prozent. Bei den Pkw sieht es noch schlechter aus. Hier bedeuten 2.196.244 Pkw-Neuzulassungen ein Minus von 5,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Neuzulassungen 2021 (Oktober)
Kraftfahrt-Bundesamt

Mit Blick auf die Jahresentwicklung der einzelnen Autohersteller / Marken zeigt sich ganz eindeutig: Nur drei reine E-Auto-Anbieter können signifikant punkten. Einer ist Polestar mit einem Zuwachs von 229,6 Prozent – in absoluten Zahlen ist Polestar indes ein Leichtgewicht auf dem deutschen Markt. Lediglich 1.928 Neuzlassungen kann der Autobauer verbuchen. Anders sieht es da bei der Nummer zwei aus. 27.439 Neuzulassungen vereinigt Tesla auf sich und steigert seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 139,2 Prozent. Die Nummer 3 im Bunde ist Smart. 19.133 Neuzulassungen 2021 kommen einer Steigerung von 92,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich.

Doch auch andere Autohersteller konnten sich im Jahresverlauf behaupten, wenn auch auf kleinem Niveau. Suzuki liegt mit 19,8 Prozent im Plus, Opel mit 19,3 Prozent. Porsche kann 9,4 Prozent mehr Zulassungen aufweisen und die große Mutter VW immerhin noch 1,8 Prozent. Auch Alfa (+ 1,8 %), Hyundai (+ 6,7 %), Kia (+ 3,9 %), Mazda (+ 1,9 %) sowie Seat (+ 1,4 %) und Toyota (+ 0,8 %) schließen die ersten zehn Monate positiv ab. Die großen Verlierer sind Jaguar mit minus 33,3 Prozent, Ford (- 30,6 %) und Honda (- 29,3 %).

Beim Blick auf die deutschen Autohersteller zeigt sich ein deutlich negatives Bild. Einzig Porsche, VW und Opel, wenn man die Marke des Stellantis-Konzerns dazurechnen will, sind positiv. Ford schließt wie oben beschrieben dramatisch schlecht ab, ebenso Audi (- 10,3  %), BMW (- 0,4 %) und Mercedes (- 23,3 %).

EU Flagge Neuzulassungen Corona
Politik & Wirtschaft

SUV behaupten sich – E-Auto-Quote steigt

Die rückläufigen Neuzulassungszahlen schlugen sich mit Ausnahme der Oberklasse, die ein Zulassungsplus von 15,3 Prozent erreichte, sowie der Wohnmobile mit plus 2,8 Prozent, auf alle Segmente nieder. 28,5 Prozent aller Neuzulassungen entfielen auf das Segment der SUV, das mit minus 14,3 Prozent die geringste Einbuße ausweist, gefolgt von der Kompaktklasse, die nach einem Rückgang von 44,0 Prozent einen Anteil von 16,9 Prozent erreichte. Kleinwagen waren trotz eines Rückgangs von 44,8 Prozent das drittstärkste Segment. Sportwagen (- 33,6 %) und Geländewagen (- 32,7 %) büßten im Vergleich mit dem Vorjahresmonat rund ein Drittel der Neuzulassungen ein. Rückgänge von mehr als 50 Prozent zeigten sich bei den Großraum-Vans (- 61,2 %) und den Utilities (- 51,5 %).

30.560 Elektro (BEV)-Neuwagen erhielten erstmals ein Kennzeichen, ihr Anteil betrug 17,1 Prozent, die Steigerung zum Vorjahresmonat beläuft sich auf 32,0 Prozent. 51.327 Pkw und damit 18,4 Prozent weniger als im Vergleichsmonat waren mit hybridem Antrieb ausgestattet, das waren mehr als ein Viertel (28,7 %) aller Neuzulassungen, darunter 23.734 Plug-in-Hybride, deren Anzahl um 4,5 Prozent zurückging und damit einen Markt-Anteil von 13,3 Prozent erreichten.

Die wichtigsten Details der Neuzulassungen Oktober 2021:

  • Anteil Benziner: 36,2 % (- 43,9 %)
  • Anteil Diesel: 17,3 % (- 56,7 %)
  • CO2-Ausstoß: 111,9 g/km nach WLTP (- 14,9 %)

Gebrauchtmarkt deutlich im Minus

Auch der Gebrauchtwagen-Markt entwickelte sich im Oktober und im bisherigen Jahresverlauf miserabel. So wechselten im Berichtsmonat 620.115 Kraftfahrzeuge den Halter und damit 15,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 546.689 Halterwechsel bei den Pkw münden ebenfalls in einem Minus von 16,3 Prozent. Auch in der Jahresstatistik 2021 geht es beim Gebrauchtfahrzeug-Handel abwärts. In den ersten zehn Monaten wurden 5.696.553 Pkw auf einen neuen Halter umgeschrieben. Das Minus liegt bei 3,4  Prozent. 6.662.217 Besitzumschreibungen bei allen Kraftfahrzeugen münden in ein Rückgang von 2,6 Prozent.

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Fazit

Der Neuwagenmarkt im Oktober liegt mit der zweitschlechtesten Quote des Jahres am Boden. Die Gründe: Lange Lieferzeiten, Chip-Mangel, Corona-Nachwehen, politische Unsicherheiten. Einzig die drei E-Autohersteller Polestar, Tesla und Smart können mit enormen Zuwächsen im bisherigen Jahresverlauf punkten. Der miserable Neuwagenmarkt zieht nun auch den Gebrauchtwagen-Markt in den Abgrund – die Nachfrage ist hoch, das Angebot extrem ausgedünnt, die Preise hoch.

Das Jahr 2021 liegt bereits jetzt deutlich unter dem Corona-gebeutelten Vorjahr. Kaufprämien können nicht zünden, da keine Autos verfügbar sind. Der Gebrauchtwagenmarkt ist leergefegt. Für die Verbraucher bedeutet das, warten auf bessere Zeiten. Bei den Autoherstellern dürfte bald der Ruf nach weiteren staatlichen Unterstützung laut werden.

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