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Polestar Projekt 0: Eigene Taskforce für CO2-freie Produktion

Polestar Projekt 0 Eigene Taskforce für CO2-freie Autoproduktion

Polestar will bis 2030 über die komplette Wertschöpfungskette hinweg alle CO2-Emissionen aus seiner Fahrzeug-Produktion beseitigen. Das so genannte Projekt 0 kriegt jetzt eine eigene Taskforce – unter der Leitung des ehemaligen Entwicklungschefs Hans Pehrson.

Als die Geely-Tochter Polestar im April diesen Jahres ihren ersten Jahresbericht veröffentlichte, kündigte der schwedische Elektroauto-Hersteller darin an, bis zum Jahr 2030 klimaneutral Autos bauen zu wollen. Auf einem guten Weg ist das Unternehmen ja bereits. Zumindest, wenn man Polestar-CEO Thomas Ingenlath glaubt. Schließlich soll der für 2022 geplante Polestar 3 ihm zufolge eines der klimaschonendsten Autos bislang werden. Ähnliches dürfte erst recht für den 2025 erscheinenden Polestar 5 (siehe Bildergalerie) gelten. Dennoch: Der Weg zur komplett CO2-freien Autoproduktion ist lang und steinig. Langsam, aber sicher nimmt Polestars Plan jedoch Gestalt an.

Polestar 3
E-Auto

Nicht nur Bäume pflanzen

Polestars so genanntes Project 0 zielt darauf ab, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren – und zwar anders, als es Teile der Industrie bisher praktizieren. Auch manche Autobauer setzen auf traditionelle Herstellungs-Verfahren und versuchen dann, das dabei freigesetzte CO2 zu kompensieren, indem beispielsweise Bäume gepflanzt werden. Polestar will dagegen die Art und Weise der Autoproduktion ändern und betrachtet die komplette Wertschöpfungskette entlang der Fahrzeug-Herstellung. Die Herausforderung bestehe darin, die Emissionen in der gesamten Lieferkette sowie in Produktion und Logistik zu beseitigen. "Offsetting ist nicht mehr als eine Ausflucht", so Polestar-CEO Ingenlath. "Indem wir die Herausforderung annehmen, ein komplett klimaneutrales Auto zu schaffen, zwingen wir uns, über das hinauszugehen, was heute möglich ist. Wir müssen alles in Frage stellen, innovativ sein und auf exponentielle Technologien setzen, wenn wir das Ziel erreichen wollen", äußerte sich der Geschäftsführer bei der Vorstellung des Projekts im April 2021.

Wie wichtig die Reduzierung des CO2-Rucksacks gerade bei der Produktion von E-Autos ist, zeigte Polestars Mutterkonzern Volvo unlängst im Rahmen einer vergleichenden Life-Cycle-Studie. Dabei betrachtete Volvo den CO2-Ausstoß während des gesamten Produktlebens eines Fahrzeugs – von der Herstellung bis zum Recycling. Als Vergleichsobjekte dienten die beiden Elektro-Modelle XC40 Recharge und C40 Recharge sowie die abgesehen vom Antrieb ähnliche XC40-Verbrennerversion. Die Erkenntnisse: Insgesamt spricht das Ergebnis fürs E-Auto, bezüglich der Produktion ist der CO2-Rucksack bei den Stromern allerdings um fast 70 Prozent größer als der des Verbrenner-Fahrzeugs

Volvo C40 Recharge
Alternative Antriebe

Ex-Entwicklungschef als Projektleiter

12/2021_Hans Pehrson Polestar
Polestar
Hans Pehrson, Polestars ehemaliger Forschungs- und Entwicklungsleiter, soll das Project 0 künftig managen.

Maßnahmen, mit denen Polestar künftig Emissionen, die bei der Produktion entstehen, reduzieren will, sind der Einsatz von Grünstrom vor allem bei der Batterieproduktion und der von Recycling-Materialien im Interieur oder bei den Stoßfängern. Aber wie es gänzlich CO2-neutral, klappen soll, ließen die Schweden bislang offen. Was aber von Anfang an klar war: Ohne ein eigenes Projekt-Team wird das nichts. Deshalb beauftragt Polestar jetzt seinen ehemaligen Forschungs- und Entwicklungschef Hans Pehrson – er ist seit über 30 Jahren als Ingenieur in der Autoindustrie tätig – mit der Projektleitung. Eigenen Angaben zufolge stellt Polestar das Vorhaben damit in den Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Für Pehrson sei Klimaneutralität künftig bezogen auf alle Konsumgüter ein Muss. "Autos sind komplex, sie bestehen aus Zehntausenden von Komponenten und basieren auf einer komplizierten Schichtung von Zulieferern und Subherstellern." Ein Auto klimaneutral herzustellen, sei daher nicht nur extrem wichtig, sondern auch eine äußerst schwierige Herausforderung. "Diese zu verstehen und anzunehmen ist der erste Schritt. Um das Ziel zu erreichen, müssen wir auf eine Art und Weise zusammenarbeiten, die es bisher nicht gegeben hat. Dies ist kein Alleingang", stellt Pehrson klar.

Dementsprechend rückt die Taskforce nun zuerst einmal den Aufbau von Kooperationen in den Fokus, um gemeinsam technische CO2-Quellen in der gesamten Lieferkette zu finden. Das müsse selbst kleinste Komponenten betreffen – von der Materialgewinnung (oder recycelten Quellen) bis hin zur Fahrzeug-Übergabe. Erste Gespräche mit bestehenden und künftigen Zulieferern haben laut Polestar bereits begonnen.

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Polestar ist sicher, dass das Pflanzen von Bäumen zur Klimarettung keine Lösung ist. Aber im Jahr 2030 wollen die Schweden das erste komplett klimaneutral produzierte Auto an den Start bringen. Der erfahrene Ex-Forschungs- und Entwicklungschef Pehrson leitet das Projekt. Er hält das für eine äußerst schwierige Herausforderung, glaubt aber auch: "Diese zu verstehen und anzunehmen ist der erste Schritt".

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