Der neue Porsche-Chef Michael Leiters hat während der Jahrespressekonferenz für 2026 "neue emotionale Derivate" angekündigt und ergänzt, "dass Porsche weiterhin auf einen Mix der Antriebsarten setzt." Neue Modelle sind ein Teil der Herausforderungen, vor denen Leiters steht, denn der Umsatz ist 2025 um zehn Prozent gesunken und der Gewinn ging um 90 Prozent zurück. Porsche muss sparen und wird 1.900 Stellen abbauen. Auch 2026 werden der Umbau des Unternehmens und das globale Umfeld Porsche "in dreistelliger Millionenhöhe" belasten, wie Finanzvorstand Jochen Breckner erklärte.
Ist ein 918-Nachfolger Teil der Strategie 2035?
Leiters zum Zeitpunkt der Jahrespressekonferenz 70 Tage Porsche-Chef, gab einen ersten Ausblick auf seine "Strategie 2035". Das Ziel auf der wirtschaftlichen Seite sind starker Cashflow, starke Ergebnisse und Porsche-adäquate Margen. Die operative Marge lag 2025 bei mageren 1,1 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 14,1 Prozent gewesen.
Porsche muss also handeln. Ein Teil der Strategie könnte ein neues Hypercar sein. Leiters: "Wir denken über eine Ausweitung unseres Produkt-Portfolios nach, um in margenstärkeren Segmenten zu wachsen. Dabei untersuchen wir Modelle und Derivate sowohl oberhalb unserer heutigen zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne."
Dass Porsche über ein Modell oberhalb des 911 nachdenkt, hatte Leiters-Vorgänger Oliver Blume in einem Interview mit auto motor und sport bereits im Oktober 2025 erklärt: Darüber hinaus prüfen wir aktuell weitere Investitionen in hochemotionale Verbrenner-Derivate am oberen Ende der Modellpalette. Perspektivisch könnten diese sportlichen Topmodelle eine Ergänzung zu unserem zukünftigen BEV-Portfolio im 718-Segment sein. Sie werden allerdings später an den Start gehen."
Teil der Porsche-DNA: 959, Carrera GT und 918 Spyder
Blume ergänzte: "Leuchtturmprojekte wie der Porsche 959, der Carrera GT oder der 918 Spyder sind fester Bestandteil unserer DNA."
Der von 1986 bis 1988 gebaute Porsche 959 ist ein Hightech-Sportwagen mit Register-Turboaufladung, Allradantrieb und Kevlar-Komponenten. Mit seinem 450 PS starken Vierventil-Boxermotor erreicht er 317 km/h Spitze und ist eines der schnellsten Autos seiner Zeit.
Mit dem Carrera GT brachte Porsche 2004 einen V10-Saugmotor aus dem Langstrecken-Prototypen LMP 2000 auf die Straße. Der extrem drehfreudige V10 leistet 612 PS und ist extrem tief im Kohlefaserchassis eingebaut. Niedriger Schwerpunkt, das geringe Leergewicht von 1.380 Kilogramm und die rennmäßige Radaufhängung sorgen für eine motorsportähnliche Agilität.
Das 2014 präsentierte Hybrid-Hypercar 918 Spyder mit einer Systemleistung von 887 PS fuhr als erstes straßenzugelassenes Auto in unter sieben Minuten eine Runde auf der Nürburgring-Nordschleife. Doch der 918 kann nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem sparsam bewegt werden: Der Verbrauch im damals üblichen NEFZ-Zyklus lag bei drei Litern.
Porsche in der Krise: 90 Prozent weniger Gewinn
Im Jahr 2025 hat Porsche 279.449 Autos ausgeliefert. Der Umsatz sank von 40,08 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 36,27 Milliarden Euro. Der Gewinn ging um 90 Prozent zurück: Statt 5,64 Milliarden Euro im Jahr 2024 verdiente der Konzern 2025 noch 413 Millionen Euro. Als Grund hierfür gibt Porsche "außerordentliche Aufwendungen in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro" an.
Strategieänderung und Zölle kosten viel Geld
Der größte Teil steckt in "der Neuausrichtung der Produktstrategie", wie Porsche in einer Pressemitteilung schreibt. Dahinter steckt die von Leiters-Vorgänger-Blume eingeleitete Wende zu mehr Verbrenner-Modellen. Diese Strategieänderung angesichts des mageren Elektro-Absatzes kostet Porsche rund 2,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belasten die Abwicklung der Batterietochter Cellforce und US-Zölle das Ergebnis mit jeweils rund 700 Millionen Euro.











