05/2015, Porsche 911 Black Edition Porsche

Porsche: Sport-Chrono-Paket in den USA problematisch

Sport-Chrono-Paket in den USA problematisch Verkauf von Porsche-Gebrauchtwagen gestoppt

Porsche hat seine US-Händler aufgefordert, aktuell bestimmte gebrauchte Modelle mit Sport-Chrono-Paket nicht zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme für den US-Markt – von in Betrieb befindlichen Modellen geht keine Gefahr aus.

Als erstes hat die englischsprachige Ausgabe des Online-Magazins Business-Insider darüber berichtet: Porsche hat seine US-Händler angewiesen, bestimmte Gebrauchtwagen zurückzuhalten. Porsche selbst nennt die Maßnahme in einem offiziellen Statement Quality Hold. Der schwäbische Autobauer betont, dass von diesem Quality Hold nur ältere auf dem US-Markt verkaufte Baureihen betroffen sind. Aktuelle Serienfahrzeuge sowie Fahrzeuge auf dem europäischen Markt sind nicht betroffen. Hinter der Maßnahme steckt anscheinend die unangenehme Begleiterscheinung einer Einstellung des optionalen Sport-Chrono-Pakets.

05/2015, Porsche 911 Black Edition
Porsche
Während in Europa alle Porsche-Modelle die geltenden Emissions-Vorschriften erfüllen, kann es in den USA bei älteren Modellen mit Sport-Chrono-Paket zu Überschreitungen kommen (im Bild ein 911 Black Edition von 2015).

Sport plus kann "Thema" sein

Im Rahmen des Sport-Chrono-Pakets kommen bei Porsche auch die Fahrmodi Normal, Sport und Sport plus ins Auto. Und während bei Normal und Sport alles problemlos läuft, hat Porsche laut Business Insider festgestellt, dass es im extremen Modus Sport plus, und dann auch nur in bestimmten Fahrsituationen, zu einem erhöhten Schadstoffausstoß kommen kann. Porsche selbst spricht in diesem Zusammenhang vorsichtig nur von "Themen". Und über diese Themen hat der Hersteller nach eigenen Angaben bereits vor Monaten proaktiv die US-Behörden unterrichtet.

Porsche Boxter Spyder
Rossen Gargolov
Die nach US-Vorschriften überhöhten Abgaswerte hat Porsche in bestimmten Fahrsituationen im Modus Sport plus festgestellt - diesen Modus haben nur Fahrzeuge, die mit dem optionalen Sport Chrono Paket ausgerüstet sind (im Bild ein Boxster Spyder).

Leistung und Fahrspaß sollen erhalten bleiben

In enger Abstimmung mit den US-Behörden arbeitet Porsche an technischen Lösungen für das Problem – Business Insider bringt an dieser Stelle ein Software-Update ins Spiel. Porsche selbst versichert, dass diese Lösungen weder die Leistung noch das Fahrerlebnis des jeweiligen Autos relevant beeinflussen werden. Die Problembehebung wird voraussichtlich in den nächsten Monaten zur Verfügung stehen – dann dürfte Porsche auch den sogenannten Quality Hold für seine Händler aufheben.

Porsche Panamera Turbo, Frontansicht
Achim Hartmann
Porsche hat jetzt den Verkauf älterer mit Sport-Chrono-Paket ausgerüsteter US-Modelle gestoppt (im Bild ein Panamera Turbo).

Breite Modellpalette betroffen

Laut Business-Insider ist mit den Modellen 911, Boxster, Cayman, Cayenne und Panamera die komplette Modellpalette aus den Baujahren von 2012 bis 2016 betroffen. Das Sport-Chrono-Paket ist zwar eine Option, aber die Bestellrate dürfte in den USA, wo Kunden Vollausstattungen lieben, eher hoch sein.

Porsche Cayenne 2010
Porsche
Die betroffenen älteren Modelle erhalten wahrscheinlich ein Software-Upodate (im Bild ein Porsche Cayenne).

Kein Rückruf

Die US-Behörden sehen in dem Thema bisher anscheinend kein großes Problem – auf einen beispielsweise von der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration – US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit) angeordneten Rückruf gibt es keinen Hinweis, und auch Porsche selbst ruft bisher keine Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Nur möglicherweise betroffene Fahrzeuge, die aktuell bei Händlern stehen, dürfen diese aktuell nicht verkaufen.

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Nein - wenn das so selten auftritt, reicht eine schrittweise langfristige Problembehebung.

Fazit

Es betrifft nur den US-Markt und dort auch nur ältere Porsche-Modelle, die mit einem Sport-Chrono-Paket ausgerüstet sind: Diese Fahrzeuge können im dynamischsten Fahrmodus Sport plus in bestimmten Fahrsituationen anscheinend einen nach US-Vorschriften zu hohen Schadstoff-Ausstoß haben. Was vielleicht beim ersten Hinhören nach keiner großen Sache klingt, ist ein hochsensibles Thema: Schließlich ist Porsche Teil des VW-Konzerns und in Sachen VW sind die US-Behörden wegen des Abgasskandals vorgespannt.

Deshalb ist es wichtig und richtig, dass Porsche das Sport-Chrono-Problem selbst ermittelt und die US-Behörden umgehend informiert hat. Das Vorgehen scheint zu funktionieren – bisher gibt es keine Äußerungen von US-Behörden, die Porsche rechtswidriges Verhalten vorwerfen.

Die Problembehebung durch ein mögliches Software-Update macht dann die betroffenen Modelle auch im Sport-plus-Modus konform zu den US-Vorschriften. Porsche geht dabei extrem behutsam vor und hält nur die entsprechenden Gebrauchtwagen bei seinen US-Händlern zurück – ein Rückruf scheint nicht notwendig zu sein. Geht es nach Porsche, sind die Emissionsprobleme in ein paar Monaten behoben – ohne relevante Einbußen bei Leistung und Fahrspaß.

Autos aus aktueller Produktion und Fahrzeuge auf dem europäischen Markt erfüllen sämtliche Abgasvorschriften – somit sind dort keine Problembehebungs-Maßnahmen notwendig.

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