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T&E-Studie: Europa verschwendet Potenzial bei Akku-Produktion

Neue Studie von Transport & Environment (T&E) Europa verschwendet Potenzial bei Akku-Produktion

Einer Analyse des Umweltverbandes T&E zufolge müssen strengere Klimaschutz-Richtlinien her, damit die neuen Batteriewerke besser ausgelastet werden.

Nachdem Europa den asiatischen Herstellern bei der Produktion von Elektroauto-Batterien lange Zeit kampflos das Feld überlassen hat, will es den Rückstand nun mit aller Macht aufholen. Der Organisation Transport & Environment (T&E) zufolge, die sich mit den Auswirkungen des Verkehrs auf das Klima befasst, gibt es in der EU und in Großbritannien aktuell Pläne, 38 Batteriefabriken mit einer Gesamtleistung von über 1.000 Gigawattstunden zu errichten (eine Übersicht über die wichtigsten Standorte finden Sie hier). An sich sei das eine gute Sache, meint T&E. Und doch üben die Umweltschützer massive Kritik.

T&E fürchtet Überkapazitäten in den Gigafactorys

T&E geht das Thema in einer Analyse von der anderen Seite an und sagt: Das große Potenzial, dass durch diese Batteriefabriken im Hinblick auf den Durchbruch der Elektromobilität geschaffen wird, bleibe durch "schwache CO2-Standards zwischen 2022 und 2029" ungenutzt. Durch lasche Klimaschutz-Vorgaben würden den Autoherstellern wenig Anreize geboten, den Absatz von Elektroautos bis 2030 zu steigern. Bedeutet: Die vielen neuen Gigafactorys werden kaum ausgelastet sein.

06/2021, T&E Diagramm Batterie-Produktions-Kapazitäten EU
Transport & Environment (T&E)

Die Umweltorganisation rechnet vor, dass angesichts der aktuellen Regelung 2025 nur eine gesamte Kapazität von 174 Gigawattstunden für Elektroauto-Batterien benötigt werden. Dabei sei die europäische Zellfertigung bis dahin in der Lage, etwa das 2,65-fache (462 Gigawattstunden) zu produzieren. Bis 2030 ginge die Schere kaum zu: Einem Bedarf von 485 Gigawattstunden stehe eine Kapazität von deren 1.144 entgegen. Das entspricht dem Faktor 2,36 und würde der Studie zufolge reichen, um zu diesem Zeitpunkt 90 Prozent aller Neuwagen mit reinem Elektroantrieb auf die Straßen zu schicken.

Es droht eine Milliarden-Verschwendung

Doch nicht nur in Sachen Klimaschutz liegt laut T&E Potenzial brach. Auch aus wirtschaftlicher Sicht bleibe viel auf der Strecke; es werde schlicht Geld verschwendet. Der Analyse zufolge betragen die Investition in die vielen Fabriken fast 40 Milliarden Euro; etwa zwei Drittel davon (27 Milliarden Euro) würden vergeudet. Zudem werde eine Chance verpasst, Europas Wirtschaft anzukurbeln und tausende qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern.

"Die EU-Politiker versäumen es, für regulatorische Sicherheit zu sorgen und einen angemessenen Markt für Elektrofahrzeuge zu garantieren", sagt Julia Poliscanova, Senior Director für Fahrzeuge und E-Mobilität bei T&E. Ihre Organisation fordert, dass das CO2-Reduktionsziel für 2025 um 25 Prozent verschärft wird. Zwei Jahre später soll ein zusätzliches Zwischenziel von minus 40 Prozent definiert werden. Spätestens 2035 soll es in Europa ein generelles Aus für Autos mit Verbrennungsmotoren geben. Das würde die Nachfrage nach Elektroautos steigern und im Zuge dessen die europäischen Batteriefabriken angemessen auslasten.

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Fazit

Das politische Kalkül von Transport & Environment: Derzeit werden die Grenzwerte für die nächste Abgasnorm Euro 7 zwischen EU, Mitgliedsländern und Autoindustrie verhandelt. Die Umweltorganisation fürchtet, dass die Politik der Autolobby zu stark entgegenkommen und – aus ihrer Sicht – zu lasche Grenzwerte definieren könnte. T&E hofft, mit rechtzeitig aufgebauten Druck sowie wirtschaftlichen Argumenten einen Beitrag zu strengeren Vorgaben leisten zu können.

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