Was bleibt von Porsche übrig? Die Modell-Streichliste nach der Konzernansage

VW-Streichliste - welche Porsche-Modelle trifft's?
Was bleibt von Porsche übrig?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.07.2026
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Der VW-Konzern muss sparen. In erster Linie natürlich Geld. Aus Sicht des Vorstands um Konzern-CEO Oliver Blume ist ein großer Hebel dafür, die Komplexität in der Angebotspalette deutlich zu reduzieren. Das Modellportfolio soll um bis zu 50 Prozent schrumpfen, bei Antrieben und Ausstattungen soll es sogar noch übersichtlicher werden (bis zu 75 Prozent). Es dürfte also bei der Umsetzung des Zukunftsplans 2030 kräftig ausgedünnt werden bei den einzelnen Marken des VW-Konzerns.

Modellpalette ausdünnen statt aufstocken

Zu denen gehört bekanntlich Porsche. In Stuttgart-Zuffenhausen soll perspektivisch ebenfalls gestrafft werden. Dabei hatten sie in Schwaben noch vor nicht allzu langer Zeit das genaue Gegenteil geplant: "Wir denken über eine Ausweitung unseres Produkt-Portfolios nach, um in margenstärkeren Segmenten zu wachsen", sagte der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters bei der Jahrespressekonferenz im März. "Dabei untersuchen wir Modelle und Derivate sowohl oberhalb unserer heutigen zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne." Dabei komme das Prinzip "Value over Volume" (Wert statt Volumen) zur Anwendung.

Insbesondere margenstarke Segmente zu besetzen, dürfte ganz im Sinne der Konzernführung in Wolfsburg sein. Welche Modelle oder Varianten konkret auf der Abschussliste stehen, verrät Porsche trotz Nachfrage von auto motor und sport bislang nicht; erst im Oktober soll es im Rahmen des "Capital Market Day" offizielle Aussagen dazu geben.

911? Unantastbar!

Dass der Sportwagen-Klassiker 911 auf dem Prüfstand steht, ist schwer bis nicht vorstellbar. Realistisch erscheint jedoch, dass die aktuell sehr unübersichtliche Modellvielfalt beim Elfer gestrafft wird. Braucht es wirklich allein beim Coupé sechs Grundmodelle (Carrera, Carrera T, Carrera S, Carrera 4, Carrera GTS und Carrera 4S)? Dann das alles abermals als Cabrio? Den Targa gibt's auch noch, zudem den Turbo offen und geschlossen sowie vier GT3-Varianten und mehrere Sondereditionen. Die Letztgenannten sind bekanntlich besonders margenstark und damit eher vertretbar als so manches Grundmodell. Ob es deshalb derart viele Carrera-Versionen oder den Targa wirklich braucht, dürfte im Management heute mehr denn je hinterfragt werden.

Cayenne und Macan dürften ebenfalls eine sichere Zukunft haben. Zwar ist die Fertigung des Verbrenner-Macan in Leipzig kürzlich endgültig ausgelaufen, doch ein Nachfolger ist bereits bestätigt, auch wenn dieser erst 2028 kommen soll. Langfristig ist außerdem ein "Über-SUV" oberhalb des Cayenne – siehe Leiters-Aussagen weiter oben – geplant, das unter dem Projektnamen K1 läuft. An diesem Vorhaben dürfte Porsche festhalten, allerdings steht die ursprünglich vorgesehene Auslegung als reines Elektroauto derzeit zur Prüfung.

Neben dem Kern? Vieles fraglich!

Dieses SUV-Trio plus 911 soll künftig den Kern der Porsche-Palette bilden: Der Elfer wird weiterhin mit Verbrenner- und Hybridantrieben angeboten, während die Soft-Offroader zusätzlich auch als reine Elektrovarianten antreten. "Wir stehen für kompromisslos gute Sportwagen, die man selbst fahren will. Und all das unabhängig von der Antriebsart", sagt Leiters. Bedeutet: Elektro-Varianten sind klar Teil dieser Strategie – außer beim 911.

Rund um dieses Kernportfolio wirkt dagegen vieles offen. Das zeigt besonders das Hin und Her um den (elektrischen) Nachfolger des 718: Mal ist zu hören, die Entwicklung sei gestoppt, dann wiederum, das Projekt werde weitergeführt – auch deshalb, weil Audi als Konzernschwester die Technik für einen Sportwagen im TT-Stil nutzen möchte. Entscheidend bleibt jedoch die Frage, ob Porsche die finale Entwicklungsphase des Modells unter den aktuellen Voraussetzungen überhaupt noch finanzieren kann und will. Das erscheint unsicherer denn je, zumal kompakte Sportwagen wie 718 und Audi TT nichts anderes als Nischenprodukte sind. Und genau die stehen im VW-Konzern mehr denn je auf dem Prüfstand.

Taycan und Panamera – weiter als Doppel?

Übrig bleiben Panamera und Taycan. Betrachtet man die derzeitige Lage im Konzern und bei Porsche, wirkt es wenig wahrscheinlich, dass dauerhaft zwei Limousinen parallel im Programm bleiben. Momentan ist keine der beiden Baureihen wirklich erfolgreich am Markt unterwegs. Insbesondere das Interesse am Elektro-Pionier Taycan ist spürbar zurückgegangen. So ist es beispielsweise denkbar, dass beide Limousinen perspektivisch in einer Baureihe aufgehen. Denn genau diese Parallelität von zwei ähnlich zugeschnittenen Modellen auf unterschiedlichen Plattformen mit verschiedenen Antriebsarten ist den Controllern in Wolfsburg aktuell ein Dorn im Auge.

Fazit