03/2021, Canoo Pickup Truck Canoo Inc.
03/2021, Canoo Pickup Truck
02/2020, Canoo Skateboard-Plattform für Elektroautos
Canoo
03/2021, Canoo Pickup Truck 14 Bilder

Canoo Elektro-Pickup: Truck mit Tricks

Canoo Elektro-Pickup Truck mit Tricks

Das dritte Modell des Elektroauto-Startups aus Los Angeles soll durch seine Vielseitigkeit überzeugen. An Power mangelt es dem Pickup ebenfalls nicht.

Die Absatzzahlen von Elektroautos stagnieren in den USA. Ein zentraler Grund dafür dürfte sein, dass im in den Vereinigten Staaten so beliebten Pickup-Segment derzeit noch elektrische Vertreter fehlen. Von denen sind zwar inzwischen einige angekündigt – von den großen Autobauern ebenso wie von Tesla (Cybertruck) und einigen Elektroauto-Startups. Doch auf dem Markt ist noch keiner von ihnen präsent.

Ein Skateboard für den Pickup

Bevor die USA von einer Welle an Elektro-Pickups überschwemmt werden, reiht sich ein weiteres Startup in die Riege der Ansager ein. Canoo hat mit einem Pritschenwagen, der bisher schlicht Pickup Truck heißt, sein drittes Modell nach einem Van und einem Kleintransporter angekündigt. Am nötigen Selbstbewusstsein mangelt es der in Los Angeles ansässigen Truppe nicht. "Unser Pickup ist so stark wie die härtesten Trucks da draußen und so konzipiert, dass er exponentiell produktiver ist", sagt Canoo-Chef Tony Aquila.

Schon die bekannte, sehr flach konstruierte Skateboard-Plattform, die auch die beiden anderen Canoo-Modelle aufnimmt, sei "knallhart". In ihr sind alle Antriebs- und Fahrwerks-Komponenten bereits enthalten. Lenkung und Bremse funktionieren "by wire" – also volldigital, ohne mechanische Verbindung von Volant oder Pedal zu den entsprechenden Bauteilen. Räder gibt es natürlich trotzdem noch. In den verbreiterten Radhäusern rotieren 18-Zoll-Felgen, die grobstollige Reifen im Format 265/60 R18 tragen.

Über 608 PS und maximal 746 Nm

Der Baukasten erlaubt einen Antrieb per Heck- oder Doppelmotor. Kommt die letztere Konfiguration zum Einsatz, sollen über 608 PS und maximal 746 Newtonmeter möglich sein. Die Reichweite beziffert Canoo auf mehr als 322 Kilometer – hier hinkt er der Konkurrenz hinterher. Die Nutzlast soll bei gut 816 Kilogramm liegen und durch Anhängerbetrieb vergrößert werden können. Die Ladefläche misst 1,63 Meter in der Breite und 1,82 Meter in der Länge, wobei diese auf 2,60 Meter verlängert werden kann. Innen gemessen sind die Ladebordwände 52 Zentimeter hoch.

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Mit einem modularen Lade-Management-System lässt sich die Pritsche wie gewünscht unterteilen.

Die Verlängerung der Ladefläche ist das erste clevere Detail des Canoo Pickup Trucks. Die hintere Ladeklappe schwenkt dann – mittig geteilt – nach außen und dient dort als seitliche Begrenzung. Wird dieses Feature genutzt, wächst die Gesamtlänge des Autos von 4,68 Meter auf 5,40 Meter bei einem Radstand von 2,85 Meter. Damit ist der viersitzige Kalifornier ein eher kurzer Vertreter seiner Zunft, was vor allem am Verzicht auf eine Motorhaube liegt. Stattdessen bietet er eine "Steilfront", wie wir sie von europäischen Lkw kennen.

Steckdosen und Zusatzleuchten überall

Hier wartet ein weiteres praktisches Detail: Eine Klappe dient nicht nur als Begrenzung für den Front-Kofferraum, sondern heruntergeklappt und ausgezogen auch als Arbeitsfläche, die sogar über Steckdosen verfügt. Derartige Anschlüsse gibt es an allen Ecken des Canoo Pickups. Natürlich auch auf der Ladefläche, die sich zudem mit modularen Raumteilern und Unterlegkeilen ausstatten lässt. Hier gibt es auf allen Seiten zusätzliche Leuchten, falls mal nach Einbruch der Dunkelheit weitergearbeitet oder in der Wildnis für eine Illuminierung gesorgt werden muss.

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Mit dem Canoo Pickup Truck sollen sich verschiedene Camper-Aufbauten kombinieren lassen.

Canoo sieht Camping und andere Outdoor-Aktivitäten ausdrücklich als weiteren Anwendungszweck seines Pickup Trucks. Das Startup will ihn so konzipiert haben, dass er viele unterschiedliche Camper-Aufbauten aufnehmen kann. Hier hilft auch der Dachgepäckträger, der von der Pritsche oder der Seite aus bestiegen werden kann. Letzteres gelingt über eine ausklappbare Stufe, hinter der sich weiterer Stauraum verbirgt. Auch hier gibt es ausklappbare Elemente, die sich entweder als Tische oder Werkbänke nutzen lassen – natürlich mit Stromquellen in unmittelbarer Nähe. Hinzu kommen Details wie robuste Abschlepphaken und Unterfahrschutz-Elemente an beiden Enden des Pickups.

Ab dem zweiten Quartal 2021 sollen Vorbestellungen für den Canoo Pickup Truck möglich sein; von 2023 an will Canoo ausliefern. Die Preise stehen noch nicht fest.

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Klar - da muss halt nur die Batterie-Kapazität stimmen.
Nein - da wäre eine Methanol-Brennstoffzelle viel sinnvoller.

Fazit

Mit seinem ungewöhnlichen Design sticht der Canoo Pickup Truck aus der stetig wachsenden Riege der (angekündigten) Elektro-Pritschenwagen heraus. An cleveren Ideen mangelt es ihm nicht; für eine souveräne technische Umsetzung dürfte Kooperationspartner Hyundai bürgen. Bleibt zu hoffen, dass der Marktstart nicht zu spät terminiert ist. Bis 2023 dürften viele Konkurrenten ihre Pickups nämlich endlich auf dem Markt haben.

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