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11/2021_Fisker Ocean L.A. Autoshow 2021 Getty Images
22/2021_Fisker Ocean L.A. Autoshow
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SUV

Fisker Ocean (2022): E-SUV mit bis zu 550 PS

Fisker Ocean (2022) E-Crossover mit Billig- oder Power-Akku

Henrik Fisker hat bei der L.A. Autoshow das Elektro-SUV Fisker Ocean präsentiert. Der Crossover kommt mit massig Leistung, nachhaltigem Interieur und einem besonderen Infotainment-Feature.

Nachdem die US-Firma Fisker den in Graz ansässigen Auftragsfertiger Magna Steyr mit der Produktion des Ocean betraut hatte, nahm der Marktstart des Elektro-Crossover-Modells immer konkretere Formen an. Jetzt hat Henrik Fisker, CEO des Unternehmens, bei der L.A. Autoshow die Serienversion enthüllt. Und die bekommt richtig Power – zumindest in den beiden gehobeneren Versionen.

Henrik Fisker beschrieb den Ocean bei der Premiere mit seinem breiten Stand auf den optionalen 22-Zoll-Rädern – sie bestehen aus Aluminium und recycelter Kohlefaser – als dynamischen und fahrerorientierten Elektro-SUV. Es wird drei Ausstattungs-Varianten geben. In die Einstiegsversion namens Sport – zu haben ab 37.499 US-Dollar (33.091 Euro) exklusive Förderprämie – packt Fisker einen Motor mit 275 PS auf die Vorderachse (Frontantrieb). Sie soll 250 Meilen (402 Kilometer) maximale Reichweite schaffen. In 6,9 Sekunden soll der Ocean Sport von null auf 60 Meilen pro Stunde (95,56 km/h) beschleunigen. Die Ausführung Ultra startet erst bei deutlich teureren 50.000 Dollar (44.116 Euro). Dafür schiebt der Ocean Ultra – angetrieben von zwei E-Maschinen – samt Torque-Vectoring dann über alle vier Räder, bringt es auf 540 PS und 340 Meilen (547 Kilometer) Reichweite. Die Zeit für den Standardsprint schrumpft laut Hersteller auf 3,9 Sekunden. Wer für 68.999 Dollar (60.879 Euro) die Linie Extreme wählt, der bekommt nochmal zehn PS sowie zehn Meilen Reichweite obendrauf. Dazu knackt der Ocean Extreme die 60-mph-Marke Fisker zufolge in nur 3,6 Sekunden. Ob sich dafür der Aufpreis von umgerechnet fast 17.000 Euro lohnt? Fraglich – selbst, wenn der auf Extreme getrimmte Ocean im Vergleich zur Ultra-Variante über das eine oder andere Ausstattungs-Plus verfügt.

Sportlich straffe Optik

Die Front des Fisker Ocean fällt mit großem Grill und schmalen Scheinwerfer-Einheiten auf. Ein kleines, recht hohes Radar-System hinter Glas ist in der Front untergebracht. Kräftig ausgestellte Radhäuser verleihen dem Elektro-SUV eine muskulöse, athletische Optik. Serienmäßig montiert Fisker 20-Zoll-Räder, gegen Aufpreis gibt es die besagten 22-Zöller. Die seitliche Fensterlinie steigt zur C-Säule hin an. Die C-Säule selbst integriert die Blinker.

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Die seitliche Fensterlinie steigt zur C-Säule hin an. Die C-Säule selbst integriert die Blinker.

Nachhaltiger Innenraum mit California-Feeling

Bei der Premiere beteuerte Geschäftsführer Fisker stolz, das Interieur des Ocean bestehe teils aus wieder verwerteten Materialien. So fertigt der Hersteller etwa die Teppiche aus recycelten Plastikflaschen, alten T-Shirts und sogar Fischernetzen aus dem Meer. Der Qualität des luxuriösen Fahrzeug-Innenraums tue das keinen Abbruch, ist sich Fisker sicher. Neben einem Solardach, das Energie für bis zu 1.600 zusätzliche Kilometer Reichweite im Jahr liefern soll, verpasst Fisker dem Ocean weitere besondere Funktionen. Da wäre zum Beispiel der California-Modus: Ein Knopfdruck genügt, damit sich alle Fenster samt Solar-Sky-Dach und Heckscheibe öffnen. Zum Open-Air-Feeling tragen dann auch die beiden kleinen Doggie Windows über den hinteren Kotflügeln bei. Die nennt Fisker wirklich so – damit können im Heck untergebrachte Vierbeiner Frischluft schnappen.

Rotierendes Display als Highlight

Als einzigartig stellt Fisker das mächtige 17,1 Zoll große Infotainment-Display ins Rampenlicht. In Standardposition steckt es – ähnlich wie beim Mustang Mach E – vertikal am Armaturenbrett. Auf Knopfdruck dreht sich der Bildschirm horizontal und wechselt in den so genannten Hollywood-Modus. Tolle Sache, wenn man sich im stehenden Auto gerne Filme reinzieht oder Videospiele zockt.

Fisker Inc.
Besonderes Highlight im Cockpit: Per Knopfdruck dreht dreht sich das 17,1 Zoll große Display aus vertikaler in die horizontale Position.

Was außerdem bereits zuvor bekannt war: Der Fahrer kann sich auf einem Head-up-Display und einem 9,8 Zoll große Digital-Cockpit informieren. Zudem soll das E-SUV den Passagieren viel Platz bieten. Das Kofferraumvolumen variiert von 566 bis 1.274 Liter. Optional gibt es eine Dachreling sowie eine Anhängerkupplung. Die maximale Anhängelast beim Fisker Ocean Sport beträgt 1.090 Kilo, Ocean Ultra und Extreme schaffen jeweils für E-Autos ordentliche 1.815 Kilo.

Zwei verschiedene Akku-Konzepte

In Sachen Batterie des 4,78 Meter langen, 1,99 Meter breiten und 1,63 Meter hohen Ocean verriet Fisker, dass zwei verschiedene Techniken zum Einsatz kommen: Während der Ocean Sport Energie aus einem Lithium-Eisen-Phosphat-Akku (LFP-Batterie) zieht, verbaut der Hersteller bei den Ausführungen Ultra und Extreme Akkus mit Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxiden (NMC-Batterie). Die Batterien liefert die chinesische Firma CATL (Contemporary Amperex Technology), der größten chinesische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus.

Fisker verspricht hochmoderne Technik

Im November 2022 soll der Ocean zu den Kunden kommen, einige Fahrzeuge könnte das Unternehmen dem CEO zufolge schon früher ausliefern. Wenn es soweit ist, verfüge das Auto über "ziemlich neue" Technologie. Es handle sich seiner Meinung nach um den innovativsten Antriebsstrang auf dem Markt – laut Aussage von Fisker habe das Unternehmen die sonst übliche Entwicklungszeit von dreieinhalb oder vier Jahren auf unter zweieinhalb Jahre verkürzt. Deshalb sei beim Marktstart alles brandaktuell. Das Showcar auf der L.A. Autoshow sei zwar noch ein Prototyp, stehe aber schon auf der fertigen Magna-Alu-Plattform und fahre bereits.

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Laut Fisker habe das Unternehmen die sonst geläufige Entwicklungszeit von dreieinhalb oder vier Jahren auf unter zwei Jahre verkürzt. Das Showcar auf der L.A. Autoshow sei zwar noch ein Prototyp, stehe aber schon auf der fertigen Magna-Alu-Plattform und fahre bereits.

Direktvertrieb in den USA

Der Vertrieb des Modells erfolgt in den USA ausschließlich direkt. Den Fokus legt Fisker aber auf ein flexibles Abo-Modell mit Jahresfahrleistungen von bis zu 30.000 Meilen. Nach einer Einmalzahlung von 2.999 Dollar berechnet Fisker monatlich als Mietpreis inklusive Wartung und Service 379 Dollar. Das Leasing-Modell soll monatlich kündbar sein. Zudem entwickelt das Unternehmen ein Concierge-Service-System für den persönlichen Service und die Wartung des Fahrzeugs. Mit dem Ocean zielt Fisker klar auf den Konkurrenten Tesla mit seinem Model Y.

Durch den Launch des Elektro-SUV 2022 verschiebt sich die Premiere des Fisker-Sportwagens E-Motion. Hier will Fisker erstmals eine Feststoffbatterie, die in Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner entsteht, verbauen. Sie soll in fünf bis zehn Minuten geladen sein.

Ocean Force-E in Offroad-Aufmachung

Fisker Ocean Offroad
Fisker
Mit dem Force-E stellte Fisker bereits eine Offroad-Version des Ocean vor.

Fisker plant übrigens auch eine Offroad-Variante des Ocean. Teaserbilder zeigten vor einiger Zeit den E-SUV, der in dieser Version den Beinamen Force-E trägt, deutlich kerniger. Zu sehen sind verbreiterte Radläufe, unter denen grobstollige Reifen stecken. Zudem gibt es einen Dachgepäckträger, mit Ersatzrad. In anderen Darstellungen trägt das Dach Solarmodule und das Ersatzrad sitzt eingepasst in der vorderen Haube. Dort befindet sich auch ein Frischwassertank. Eine zusätzlicher Ladebuchse soll zur Fremdbetankung anderer E-Autos dienen. Abgerundet wird die Force-E-Ausstattung von Rammbügeln und Zusatzscheinwerfern.

Fisker begleitete die Bilder mit den Hinweis, der Ocean Force-E könnte auch bei Hilfsorganisationen gute Dienste leisten. Das Militär könnte ebenfalls von einem SUV profitieren, der unabhängig von Öl (Benzin) ist.

Fisker Ocean Offroad
Fisker
Zu sehen sind deutlich verbreiterte Radläufe, unter denen grobstollige Reifen stecken.

Fisker gibt nicht auf

Henrik Fisker ist ein dänischer Automobil-Designer und wurde bekannt durch das Design des BMW Z8 und Aston Martin DB9. Auch Auftragsarbeiten, unter anderem für Tesla, nahm Fisker an. Allerdings endete die Zusammenarbeit in einem Rechtsstreit über Geschäftsgeheimnisse, den Fisker vor Gericht gewann. Mit seiner Firma Fisker Automotive legte der Däne den Plug-in-Hybrid-Sportwagen Fisker Karma auf, der von 2010 an rund 2.000 mal verkauft wurde. Geschäftlich ging es nach der Insolvenz seines Batteriezulieferers A123 bergab, bis zur eigenen Pleite. Der chinesische Autokonzern Wanxiang erwarb beide Insolvenzmassen und legt eine überarbeitete Version des Karma als "Karma Revero" auf. Fisker selbst konnte seinen Marken-Namen retten und gründete die Fisker Inc., die nun reine Elektroautos auf den Markt bringen will.

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Schafft es Fisker tatsächlich, den Ocean ab November 2022 an Kunden auszuliefern?
Ja, das Unternehmen hat das Zeug dazu.
Niemals. Die Entwicklungszeit von knapp über zwei Jahren ist zu kurz bemessen.

Fazit

Ein großer SUV mit Elektroantrieb mit 402 Kilometern Reichweite für 37.499 US-Dollar, also umgerechnet rund 33.000 Euro – klingt attraktiv. Die 550 PS der Top-Version ebenso. Die Produktion bei Magna und Batterien von CATL lassen die Serienfertigung realistischer erscheinen als anfangs. Laut Fisker rollen die Fahrzeuge ab November 2022 zu den Kunden – das ist ja nicht mehr allzu lang hin.

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