Erlkönig Porsche Taycan Cross Turismo (2020)

Luxus-Elektro-Kombi frisch erwischt

Erlkönig Porsche Taycan Cross Turismo Foto: Stefan Baldauf

Porsche testet derzeit nicht nur sein Elektrosportwagen Taycan, sondern auch die Shootingbrake-Version Cross Turismo. Auf dem Nürburgring bekommt der „Kombi“ seine Sportabstimmung.

Der Taycan Cross Turismo verfügt wie seine Coupé-Bruder über eine eigene Elektroplattform. Zwei permanent erregte Elektromotoren – pro Achse ein Motor – leisten zusammen 600 PS und geben die Power über Torque Vectoring an alle vier Räder ab. Nach NEFZ soll die Reichweite des Modells bei rund 500 Kilometern liegen. Den Spurt von Null auf 100 km/h absolviert der „Kombi“ in knapp 3,5 Sekunden, nach weniger als 12 Sekunden liegt Tempo 200 an.

In vier Minuten für 100 km „getankt“

Erlkönig Porsche Taycan Porsche Taycan (2020) 6 Mio. Testkilometer - unter 8 Minuten durch die Hölle

Die Lithium-Ionen-Akkus sind zwischen den Achsen untergebracht. Um trotz der niedrigen Fahrzeughöhe eine angenehme Sitzposition zu schaffen, wurden „Fußgaragen“ geschaffen. Hier hat Porsche in der Bodengruppe vier quaderförmige Räume freigelassen, in denen keine Batteriezellen verbaut sind.

Das Akku-Paket besteht aus 400 Zellen und arbeitet in einem Temperaturfenster von 20 bis 40 Grad Celsius optimal. Als Highlight verfügt der Taycan Cross Turismo über eine 800-Volt-Technik, die sich durch verkürzte Ladezeiten auszeichnet. So soll die Batterie in 15 Minuten zu 80 Prozent geladen werden können. Entsprechend liegt für 100 Kilometer Reichweite eine Tankzeit von vier Minuten an. Allerdings befindet sich das Schnellladenetzwerks mit Leistungen von über 150 kW pro Säule noch im Aufbau.

Preis: mehr als 160.000 Euro

Optisch wird das Serienmodell ganz dicht an der Mission E Cross Turismo-Studie bleiben. Der Viertürer kommt mit konventionell angeschlagenen Türen mit rahmenlosen Fenstern. Die Fensterlinie an der Seite steigt an und mündet in kräftig ausgestellten Kotflügeln. Die Tarnung des Erlkönigs suggeriert hier einen andere Form. Das Heck zeigt sich steil mit Dachkantenspoiler und glattem Diffusorelement. Die Auspuffendrohre beim Elektro-Kombi-Erlkönig sind natürlich Fake.

Porsche Taycan Cross Turismo: Erlkönig erwischt

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Weit weniger Fake sind die zu erwartenden Preise: Die Preise für den Taycan liegen in der Mitte zwischen Panamera und Cayenne. Wir schätzen, dass das Top-Modell nicht unter 160.000 Euro kosten wird, der Cross Turismo aber nochmals einen ordentlichen Schluck aus der Preispulle nimmt. So zirka 7.000 Euro Kombi-Aufpreis dürften es dann sein. Porsche wird zunächst die Top-Versionen präsentieren. Übrigens: Porsche hält auch in der Elektroautowelt an den bekannten Modellreihenbezeichnungen fest. Die Basisversion nennt sich Carrera, darüber gibt es Carrera S und das Top-Modell nennt sich Tacyan Cross Turismo Turbo, auch wenn kein Turbo mehr verbaut ist.

Studie Porsche Mission E Cross Turismo

Auf dem Genfer Autosalon 2018 hatte Porsche die Konzeptstudie Mission E Cross Turismo präsentiert. Der Mission-E-Concept-Car nutzte das zu einer für einen Viersitzer bemerkenswerten Höhe von nur 1,3 Meter. Der Cross Turismo ist technisch identisch, bietet in seiner Kombikarosse aber mehr Raumkomfort und reckt sich auf 1,42 Meter – ziemlich genau die Höhe des Panamera Sport Turismo. Seine Luftfederung erlaubt es, die Bodenfreiheit per Knopfdruck um 5 Zentimeter zu erhöhen.

Porsche Mission E Cross Turismo Foto: Porsche
Der Mission E Cross Turismo ist technisch identisch mit der Studie von 2015.

Mit 4,95 Meter ist er aber 10 Zentimeter kürzer als der aktuelle Reise-Porsche. Optisch wirkt er deutlich gedrungener, sein Interieur dürfte aber dank der Platz sparenden E-Antriebstechnik (Motoren vorn und hinten in Achsnähe) mehr Platz für Passagiere und Gepäck bieten. Auch bei Einstieg und Beladung ist die größere Höhe hilfreich. Hinter der großen Heckklappe wartet im mit Karbon ausgekleideten Kofferraum des Concept Cars eine Drohne auf einem ausklappbaren Tragrahmen.

Davon abgesehen ist der Cross Turismo innen erheblich realistischer als der ersten Mission E von 2015 und sieht aus wie ein glaubhaft modernisiertes Porsche-Interieur der nahen Zukunft: durchgehendes, klares Armaturenbrett, kräftige Mittelkonsole. Vor dem klassischen Porsche-Lenkrad zeigen digitale Instrumente auf einem Curved Display in 911-Optik, das wie im Klassiker links und rechts über den Durchmesser des Lenkrads hinausragt, die wichtigsten Informationen. Die Motordrehzahl, bislang zentral, gehört allerdings nicht mehr dazu. Ihren Platz nimmt im Concept Car die Reichweite ein.

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Der Beifahrer muss nicht neidisch sein: Sein Bildschirm zieht sich über die gesamte Breite der Beifahrerseite und lässt sich ebenfalls per Eye-Tracking steuern. Mittels Touch-Funktion kann der Beifahrer verschiedene Apps bedienen und so Funktionen wie Medien, Navigation, Klima und Kontakte steuern. Ein Touch-Bedienfeld in der Mittelkonsole mit detaillierten Informationsmenüs komplettiert die Displaylandschaft. Außerdem sitzen kleine Touch-Screens in den multifunktionalen Fensterheber-Modulen (für Sitzverstellung und Komfortfunktionen des Sitzes) und in den lamellenlosen Luftausströmern rechts und links im Armaturenträger. Dort lässt sich zum Beispiel durch Wischen von links nach rechts die Stärke der Lüftung erhöhen. Schick: Die Türverkleidungen bestehen aus 3D-Elemente mit einer strukturierten Oberfläche, die zusammen mit der farblich verstellbaren Ambiente-Beleuchtung interessante Effekte erzeugt.

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