Rimac Nevera Top-Speed-Rekord Rimac
Elektro Supersportwagen Rimac Nevera Serienmodell 2021
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Elektro Supersportwagen Rimac Nevera Serienmodell 2021 34 Bilder

Rimac C-Two wird Nevera (2021): Daten, Infos, Marktstart

Rimac Nevera mit Tempo-Rekord Schnellstes elektrisches Serien-Auto im Video

Der Rimac Nevera weiß mit vielen Top-Leistungswerten zu beeindrucken. Nun hat das Elektro-Hypercar auf einer Teststrecke in Papenburg einen Top-Speed-Rekord geholt und ist damit das schnellste elektrische Serienfahrzeug der Welt.

Wozu der Nevera-Antrieb in der Lage ist, deutete Firmenchef Mate Rimac bereits während der Prototypen-Entwicklung an: Auf jenem ungenutzten Flugplatz, auf dem er vor über zehn Jahren mit seinem giftgrünen, auf Elektroantrieb umgebauten BMW 3er E30 bereits Beschleunigungsrekorde aufstellte, absolvierte er mit dem damals noch C-Two genannten Auto die Viertelmeile in 8,94 Sekunden. Unlängst wiederholte der Nevera die Übung in den USA auf dem Famoso Raceway – und verbesserte sich eklatant: In den Händen von Brooks Weiselblat, der den Nevera für "Dragtimes" testete, absolvierte das Elektro-Hypercar die Übung in nur 8,582 Sekunden. Sollten die einschlägigen im Internet verfügbaren Bestenlisten stimmen, würde das einen souveränen Weltrekord für Serienautos bedeuten. Sogar der Red Bull RB7, Sebastian Vettels Formel-1-Weltmeisterauto von 2011, war auf der Viertelmeile langsamer unterwegs.

Wie schnell der Nevera bei seiner Rekordfahrt in der Kategorie "Null auf Hundert" war, verrät der Hersteller nicht. Als offizielle Werksangabe nennt der Hersteller 1,85 Sekunden. Am Zielstrich der Viertelmeile lagen Rimac zufolge 269,6 km/h an. Hätte Weiselblat weiter beschleunigt, wäre er wohl irgendwann bei der Höchstgeschwindigkeit von 412 km/h gelandet.

Rimac Nevera: Auf Rekord-Fahrt

Rimac Nevera Top-Speed-Rekord
Rimac
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Top-Speed-Rekord für den Nevera

Aus dem Konjunktiv hat Rimac nun einen Indikativ gemacht. Auf der Versuchsstrecke im niedersächsischen Papenburg erreichte der Nevera 412 km/h. Damit soll das Hypercar das schnellste E-Auto der Welt sein, die Rekordfahrt wurde, wie Rimac diffus formuliert, von einer "unabhängigen Seite" bestätigt. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit der Racelogic V-Box gemessen, einem hochpräzisen GPS-basierten Messgerät.

Für die Rekord-Fahrt fiel die Wahl auf das Automotive-Testing-Gelände, da Rimac ein Oval mit ausreichend langen Geraden suchte. Auf der Strecke in Papenburg gibt es zwei vier Kilometer lange Geraden, die Geschwindigkeiten von mehr als 400 km/h möglich machen. Dafür musste Miro Zrnčević, leitender Test- und Entwicklungsfahrer, mit rund 250 km/h aus der Kurve auf die Gerade gehen.

Übrigens: Kunden kommen kaum in den Genuss der Rekord-Geschwindigkeit. Für sie ist der Nevera auf 352 km/h gedrosselt, nur bei speziellen Kundenveranstaltungen mit Unterstützung des Rimac-Teams und unter kontrollierten Bedingungen dürfen sie die Höchstgeschwindigkeit von 412 km/h fahren.

Rimac Nevera: Vom Anfang bis zur Auslieferung

Ursprünglich sollte der Elektro-Sportwagen sein Debüt auf dem Genfer Autosalon 2020 feiern, die Messe fiel aber als eine der ersten europäischen Großveranstaltungen wegen des Covid-19-Virus aus. Stattdessen wurde die Präsentation des Serienautos auf 2021 verschoben. Inzwischen ist es so weit: Der Rimac Nevera ist offiziell vorgestellt. Mehr noch: Mittlerweile hat der E-Auto-Hersteller das erste fertige Serienmodell auf die Räder gestellt. 18 Prototypen, 45 Crashtests und 1,6 Millionen Stunden Forschung und Entwicklung mussten dafür ins Land gehen. Das Debüt-Modell trägt die Lackierung Callisto Green in Kombination mit einem sandfarbenen Interieur und graphitgrauen Rädern. Um ein Kundenfahrzeug handelt es sich dabei allerdings nicht. Der Nevera mit der Seriennummer #000 verbleibt als Showcar im Besitz des Herstellers.

Fünf Wochen dauert die Produktion eines einzelnen Fahrzeugs. Die ersten für die Auslieferung bestimmten Modelle sind aktuell in der Mache. Zuletzt haben wir Nico Rosberg in seiner Eigenschaft als Teamchef bei der Rennserie Extreme E auf Sardinien getroffen. Dort hat er bereits freudestrahlend verkündet, dass er schon bald seinen Rimac Nevera in Empfang nehmen darf und dass es CEO Mate Rimac persönlich sein wird, der die Übergabe macht. Der frühere F1-Champion hat offenbar nicht geflunkert – wie jetzt bekannt wurde, hat er das bestellte Hypercar erhalten und ist damit der erste Kunde. Dass er sich die Werksabholung am Hauptstandort Zagreb nicht hat nehmen lassen, ist keine Überraschung.

Rimac Nevera Produktion Serienmodell 2022
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Rechts im Vordergrund zu sehen: das erste komplett fertige Serienmodell mit der Nummer #000. Die ersten Kundenfahrzeuge werden aktuell produziert und sollen noch im Sommer 2022 ausgeliefert werden.

Der Antrieb

Die Gesamtleistung der vier Elektromotoren gibt Rimac mit 1.914 PS an; das maximale Drehmoment liegt bei 2.360 Newtonmetern. Die rasante Leistung verpackt Rimac in unterschiedliche Fahrmodi. Neben Range und Comfort stehen auch Sport, Track und Drift zur Verfügung. Zudem kann der Fahrer zwei individuelle Settings programmieren.

Auf ein klassisches ESP oder eine herkömmliche Traktionskontrolle verzichtet der kroatische Hersteller. Stattdessen kommt das Allrad-Torque-Vectoring-System R-AWTV 2 zum Einsatz. Über verschiedene Sensoren sammelt dieser elektronische Helfer Daten zur Fahrbahnbeschaffenheit und unternimmt bis zu 100 Rechenschritte pro Sekunde. Jedes einzelne Rad soll so immer mit dem passenden Kraft-Traktions-Verhältnis bedacht sein. Ist irgendwann der komplette Stillstand gefragt, übernimmt eine Karbon-Keramik-Bremsanlage von Brembo die Verzögerung. Deren Scheiben messen vorne wie hinten 390 Millimeter im Durchmesser, jeweils sechs Kolben pressen den Belag auf die Scheiben. Bevor das passiert, wird per Rekuperation mit einer Leistung von bis zu 300 kW verlangsamt.

Elektro Supersportwagen Rimac Nevera Serienmodell 2021
Rimac
Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt (angerollt) in 1,85 Sekunden.

Für den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit ist auch das zusammen mit dem deutschen Zulieferer KW automotive entwickelte Fahrwerk verantwortlich. Doppelquerlenkeraufhängung, elektrisch verstellbare Dämpfer und Niveauregulierung arbeiten hier zusammen. Antriebseinflüsse auf die Lenkung sind übrigens nicht zu erwarten, denn der Nevera verfügt über ein Steer-by-wire-System ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern. Hier gibt ein Steuergerät die sensorisch erfassten Lenkbefehle elektrisch weiter.

Der Akku

Die H-förmige Traktionsbatterie des Hypercars zieht sich vom Fußraum bis hinter die Sitze und verfügt über eine Kapazität von 120 kWh. 6.960 Zellen speichern bis zu 1,4 Megawatt, die Zellchemie setzt sich aus Lithium, Mangan und Nickel zusammen. Die Akku-Konstruktion versorgt nicht nur den Antrieb mit Energie, sondern trägt auch mit 37 Prozent zur strukturellen Steifigkeit des gesamten Fahrzeugs bei.

Im Range-Fahrmodus sollen geübte Elektroauto-Piloten bis zu 550 Kilometer (WLTP) abspulen können. Die maximale Ladeleistung gibt Rimac mit 500 kW an. So füllt sich der Akku in nur 19 Minuten von null auf 80 Prozent.

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Der 120-kWh-Akku im Boden versorgt das Auto nicht nur mit Energie, sondern macht die ganze Konstruktion signifikant steifer.

Die Konstruktion

Dass ein Auto von diesem Kaliber dramatische Auftritte hinlegen muss, versteht sich von selbst. Dabei helfen auch die weit ausgeschnittenen Schmetterlingstüren. Fahrdynamisch relevanter sind allerdings die Verbesserungen der Aerodynamik. Deren Effizienz hat sich durch die Modellierung von Karosserieteilen, Diffusor, Splitter und Lufteinlässen gegenüber früheren Prototypen beim Serienmodell nun um 34 Prozent verbessert. Alle aktiven Aero-Teile, zu denen auch der Heckflügel gehört, verstellen sich je nach Fahrsituation unabhängig voneinander. Der Fahrer kann allerdings auch selbst Einfluss nehmen und zwischen "Low Drag" und "High Downforce" wählen.

Die Basis der Konstruktion bildet ein Karbon-Monocoque, das nach eigenen Angaben das größte Kohlefaser-Einzelteil der gesamten Automobilindustrie ist. Es wiegt weniger als 200 Kilo und bietet eine Torsionssteifigkeit von 70.000 Newtonmeter pro Grad. Auch diesen Wert sortiert Rimac an der Spitze aller jemals gebauten Autos ein.

Das Interieur

Der Innenraum zeigt sich auf den ersten Bildern als Kombination aus hellbraunem Leder und Karbon. Das jedoch ist nur eine von unzähligen möglichen Konfigurationen. Drei Modelvarianten bietet Rimac an – GT, Signature und Timeless. Darüber hinaus haben die Kunden auch die Möglichkeit, das Auto komplett nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. In jedem Fall nehmen die Insassen auf Alcantara-bespannten Karbon-Sitzen Platz, die sich elektrisch verstellen lassen.

Zu den digitalen Instrumenten gesellt sich ein zentraler Touchscreen, unter dem auch einige mechanische Tasten auf der Mittelkonsole sitzen. Der Fahrstufen-Drehregler sitzt auf der linken Seite des Lenkrads und startet nach einem Druckbefehl das Fahrzeug, weitere Aluminium-Drehregler steuern Fahrmodi und die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Auch der Beifahrer erhält ein eigenes Display, auf dem Geschwindigkeit und die aktuell abgerufene Leistung angezeigt werden. Auf Lenkstockhebel verzichtet Rimac gänzlich. Blinker, Beleuchtung und Wischer werden über Lenkradtasten bedient. Die Lüftungsdüsen sind aus mattiertem Aluminium gefertigt, der komplette Armaturenträger ist leicht zum Fahrer hin geneigt.

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Der Beifahrer darf sich über ein eigenes Display freuen.

Alle Daten zur Performance des Autos lassen sich auf dem zentralen Display darstellen und bei Bedarf auch auf ein mobiles Endgerät übertragen. Eine Rimac-Smartphone-App gehört ebenso zum Gesamtpaket. Spannend ist auch die Integration eines virtuellen Fahrlehrers. Versorgt mit Daten zu allen bekannten Rennstrecken, gibt die künstliche Intelligenz akustisch und optisch Tipps zu Ideallinie, Brems- und Beschleunigungspunkten in Echtzeit – also direkt live während des Fahrens auf dem jeweiligen Kurs.

Der Preis

Superlative gibt es auf dem Automobilmarkt selten für kleines Geld und da macht der Rimac Nevera absolut keine Ausnahme. Zwei Millionen Euro möchte CEO Mate Rimac für sein neues Elektro-Sportgerät. Auch die Limitierung auf 150 Exemplare trägt, wie üblich, ihren Teil zur Preisgestaltung bei. So werden auch "Gebrauchte" in den kommenden Jahren wohl kaum günstiger zu bekommen sein. Immerhin: Der Chef lässt es sich nicht nehmen, jedes einzelne Auto persönlich zu signieren. Ist doch auch was.

Elektro Supersportwagen Rimac Nevera Serienmodell 2021
Rimac
So viel Kraft und Exklusivität haben ihren Preis: Zwei Millionen Euro möchte Rimac für den Nevera.

Sobald die Serienfertigung in der neuen Produktionslinie im Werk im kroatischen Veliko Trgovišće startet, dauert die Produktion eines Modells fünf Wochen. Arbeitet das Werk unter Volllast, entstehen später vier Kundenautos pro Monat. Seit Ende Dezember 2020 läuft allerdings erst die Vorproduktion. Parallel finden die finalen Tests statt. An insgesamt 17 Prototypen und zehn Vorserienautos findet der letzte Schliff in Sachen Leistungselektronik, Aerodynamik und Fahrwerk statt; schon seit geraumer Zeit führt die Truppe um Mate Rimac auch Crashtests mit ihnen durch. "Wir wollen, dass dieses Auto intuitiv und benutzerfreundlich, aber dennoch zackig und leistungsfähig ist", sagt der Firmengründer. "Dieser Prozess des Testens und der Verfeinerung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass wir unsere Versprechen einhalten."

Umfrage

20426 Mal abgestimmt
Wenn ich die Crashtest-Bilder des Rimac C_Two sehe, dann ...
... werde ich ganz wehmütig. Solche Edelautos sollten grundsätzlich nicht gecrasht werden.
... denke ich: Richtig so! Ob Kleinwagen oder Hypercar - gleiches Recht für alle Autohersteller.

Fazit

Auch ein junger Kleinserien-Hersteller wie Rimac muss sich gewissenhaft auf den Serienstart vorbereiten, sowie das übliche Zulassungs-Szenario über sich ergehen lassen und Crashtests absolvieren. Das alles braucht seine Zeit, weshalb es – auch angesichts aller Verwerfungen rund um die Corona-Pandemie – nicht verwunderlich ist, dass sich das Debüt des Elektro-Hypercars verzögert hatte.

Angesichts der eindrucksvollen Leistungsangaben, des immensen Anschaffungspreises und der Exklusivität dürfte sich das Warten gelohnt haben. Die 150 Exemplare des Nevera sind möglicherweise schnell vergriffen – das erste Kundenfahrzeug ging an Nico Rosberg.

Und auch in Sachen Top-Speed hat der Autobauer nun nachgelegt. Nach einer Hochrechnung, die 412 km/h ausspuckte, bestätigte der Nevera auf der Teststrecke in Papenburg dieses Tempo. Damit soll er das schnellste elektrische Serienfahrzeug der Welt sein.

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