Unter 15.000 Euro: Neuer Citroën 2CV wird Elektroauto

Die Ente wird elektrisch
Elektroauto für jedermann

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.06.2026
Als Favorit speichern
05/2026 Citroen 2CV E-Car Rendering
Foto: Rendering Seibt/KI-generiertes Bild

Der neue Citroën 2CV basiert auf der Stellantis-Plattform für sogenannte 'E-Cars', die speziell für kleine und kostengünstige Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Diese Plattform erfüllt die Anforderungen der neuen EU-Fahrzeugkategorie M1E, welche preiswerte Elektromobilität fördern soll. Ein zentraler Aspekt ist der Einsatz von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), die im Vergleich zu Nickel-Mangan-Kobalt-Akkus (NMC) deutlich günstiger sind. Zwar bieten LFP-Batterien eine geringere Energiedichte, doch sie sind ideal für Stadtautos mit begrenzter Reichweite.

Mit einer prognostizierten Batteriekapazität zwischen 25 und 35 kWh wird der neue 2CV Reichweiten von etwa 200 bis 300 Kilometern nach WLTP erreichen. Die Motorleistung dürfte zwischen 60 und 90 PS liegen, was dem Fahrzeug ausreichend Agilität im urbanen Umfeld verleiht. Mit einer Länge von etwa 3,50 bis 3,70 Metern positioniert sich der Wagen klar unterhalb des Citroën C3 und bietet dennoch ein großzügiges Platzangebot.

Konkurrenzdruck aus China und europäische Antworten

Die Einführung der M1E-Kategorie durch die EU ist nicht nur ein Schritt zur Förderung kleiner Elektroautos, sondern auch eine Reaktion auf die wachsende Konkurrenz aus China. Modelle wie der Dacia Spring oder Leapmotor T03 haben den europäischen Markt bereits mit günstigen Preisen erobert. Um Importe zu erschweren, koppelt die EU staatliche Förderungen an eine europäische Produktion und setzt strenge Vorgaben wie eine maximale Fahrzeuglänge von 4,20 Metern.

Der neue Citroën 2CV könnte somit zum Aushängeschild dieser Strategie werden. Durch seine lokale Fertigung und den Einsatz kosteneffizienter Technologien bietet er eine attraktive Alternative zu Importmodellen – sowohl preislich als auch hinsichtlich seiner ökologischen Bilanz.

Produktion in Europa: Ein strategischer Vorteil

Stellantis plant die Fertigung des neuen Citroën 2CV im Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel. Dies ist Teil einer umfassenden Strategie zur Stärkung der europäischen Automobilproduktion. Parallel dazu investiert Stellantis gemeinsam mit CATL in eine neue Batteriefabrik in Saragossa, Spanien, um die Versorgung mit LFP-Zellen sicherzustellen.

Diese regionale Produktion bietet mehrere Vorteile: Sie reduziert die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten, stärkt die europäische Wirtschaft und erfüllt gleichzeitig regulatorische Anforderungen für Förderprogramme innerhalb der EU. Zudem sichert sie Arbeitsplätze in Europa und trägt zur langfristigen Auslastung des Werks bei.

Design: Ikonisch trifft modern

Das Design des neuen Citroën 2CV orientiert sich an seinem historischen Vorbild aus dem Jahr 1948. Charakteristische Merkmale wie die gewölbte Motorhaube und freistehende Frontscheinwerfer wurden modern interpretiert, um den Anforderungen heutiger Straßenverkehrsstandards gerecht zu werden. Dabei verzichtet Citroën bewusst auf eine reine Retro-Kopie zugunsten eines funktionalen Ansatzes.

Mit seiner kompakten Größe eignet sich das Fahrzeug besonders gut für den Stadtverkehr. Gleichzeitig bleibt es dem ursprünglichen Konzept treu: erschwinglich, geräumig und effizient zu sein – ein echtes 'Volksauto', wie es Markenchef Xavier Chardon beschreibt.

Bedeutung für deutsche Käufer

Für deutsche Käufer könnte der neue Citroën 2CV besonders interessant sein. Mit einem Einstiegspreis unterhalb von 15.000 Euro fällt das Modell in ein Preissegment, das bisher vor allem von Importfahrzeugen dominiert wird. Zudem profitieren Käufer von staatlichen Förderungen für Elektroautos sowie von niedrigen Betriebskosten dank der effizienten Batterietechnologie.

Die Kombination aus lokalem Produktionsstandort und attraktiver Preisgestaltung macht den neuen Citroën 2CV zu einer spannenden Option für alle, die auf nachhaltige Mobilität setzen möchten.

Fazit