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Modularer Elektrobaukasten (MEB) für VW E-Autos

E-Auto-Technik für Millionen zu Diesel-Preisen

Der VW-Konzern hat für seine Elektroautos den Modularen Elektrobaukasten (MEB) entwickelt. Wir stellen die Modelle und die Technik vor, auf deren Basis ab 2019 laut VW 22 Millionen E-Autos entstehen sollen. Den Beginn macht der VW ID. Neo, der eine Reichweite von bis zu 550 Kilometer zum Preis eines vergleichbaren Golf Diesel verspricht.

Das Elektroauto kommt. Mancher Autobauer scheint nur noch nicht ganz sicher zu sein, wann und in welchem Umfang. Der VW-Konzern steuert inzwischen mit voller Kraft aus der Dieselkrise in den Elektro-Strom. 2017 rechnete der Volkswagen-Konzern für 2025 mit einem E-Auto-Anteil von 15 bis 25 Prozent. Im März 2019 korrigierte der Vorstand die Ziele nach oben: Der E-Anteil in der Flotte soll bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen. Wie steil die Anlaufkurve sein muss, wird am Absatz von 100.000 E-Fahrzeugen im ersten vollen Verkaufsjahr der I.D.-Modelle (2020) erkennbar, denn zehn Jahre später will VW bereits 22 Millionen E-Autos gebaut haben. Und statt 50 neue E-Modelle will der Konzern jetzt bis 2028 sogar 70 vorstellen. Die Kosten für die Elektroautos sollen bis zum Jahr 2025 um etwa 35 Prozent sinken – dank der Plattform-Technik, die zuvor schon bei Verbrennermodellen der Rentabilität half. Mehr als 70 Prozent aller verkauften Autos der Konzernmarken basieren auf dem Modularen Querbaukasten (MQB). Sein Pendant für batteriebetriebene Autos ist der Modulare Elektrobaukasten (MEB). Der erste VW I.D., ein Kompaktwagen, der noch unter dem Namen Neo firmiert (nicht die Verkaufsbezeichnung) soll nicht teurer als ein heutiger Golf mit gleich starkem Dieselmotor sein. Das wären etwa 28.000 Euro Basispreis, etwa 7000 Euro weniger, als etwa Tesla für das Model 3 aufruft.

So fährt VW mit der I.D.-Familie in die Zukunft
7:11 Min.

Andere Hersteller versuchen den Elektroantrieb in ihre konventionellen Baureihen zu integrieren. BMW ertüchtigt beispielsweise sukzessive alle Baureihen für den E-Antrieb. Natürlich haben auch die Münchner Technik-Architekturen für mehrere Modelle. Sie bereiten also die Bodengruppen der Frontantriebsplattform für Mini, BMW 1er und 2er-Vans (UKL, unter Klasse) und der Heckantriebsplattform (3er, bis 8er) für die Aufnahme schwerer Akkus zwischen den Achsen vor. Ausgerechnet die Münchner, die Vorreiter waren beim E-Auto, schwenken um? Bei BMW heißt es dazu mit Blick auf den i3 mit der teuren Karbon-Architektur: „Eine eigene Plattform für Elektroautos? Da sind wir schon drüber hinweg!“.

Vorteil VW: Der Mehrmarken-Konzern kann seine Investitionen für universale Plattformen auf enorme Stückzahlen (mehr als 10 Millionen Autos pro Jahr, also etwa fünf Mal so viel wie etwa BMW) verteilen. Bis 2023 werden die Wolfsburger 30 Milliarden Euro allein in die E-Mobilität investiert haben.

Ein Baukasten mit Heck- oder Allradantrieb

Auf Basis des MEB können dann E-Autos für viele Marken entstehen. So werden im ersten VW-Elektroautowerk Zwickau neben dem I.D. Neo auch ein kompakter Elektro-Crossover von Audi (Q4 e-Tron) und ein Kompaktwagen von Seat (El-Born) vom Band laufen. Skoda nutzt die Technik ebenso für ein SUV und ein SUV Coupé (Vision iV)

Außerdem bringt eine eigene Bauform die Vorteile des Elektroantriebs voll zur Geltung. Der grundsätzliche Aufbau sieht die schwere Batterie im Fahrzeugboden zwischen den Achsen vor. Das senkt den Schwerpunkt, ebnet den Fahrzeugboden, sorgt raumökonomisch vorteilhaft für einen langen Radstand und kurze Überhänge, Heckmotor- und Antrieb machen den Kardantunnel überflüssig, selbst mit Allradantrieb. Diese Option bringt beim Elektroauto ein zweiter Motor auf der Vorderachse. Genaue Angaben zu den Leistungen der künftigen Serienmodelle gibt es derzeit zwar noch nicht. Sie wird aber bei maximal 150 kW (204 PS) an der Hinterachse sowie 75 kW (102 PS) vorn liegen. Für das Concept Car des Neo gibt VW derzeit 170 PS an. 204 PS mit dem einen Synchronmotor auf der Hinterachse sind aber auch möglich, wie beispielsweise das Seat-Concept-Car El-Born zeigt. Das Gewicht soll des ID. Neo immerhin unter zwei Tonnen liegen, die größeren I.D.-Modelle werden aber sicher mehr wiegen. Trotzdem soll der kompakte I.D. in weniger als 8 Sekunden auf 100 km/h sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit regelt VW aber bei 160 km/h ab.

VW I.D. Schulte
Neuheiten

Für die Raumökonomie ist der neue Elektro-Baukasten ein Segen. Heckmotor und langer Radstand schaffen Platz im Innenraum, der beim I.D. Neo gegenüber dem aktuellen Golf beispielsweise um 60 Millimeter in der Länge wächst. Auch der Kofferraum wird etwas größer. Zum Vergleich: Der Radstand des I.D. Concept Cars misst 2,80 Meter, der des aktuellen Golf 2,62 Meter, obwohl der I.D. mit knapp 4,30 Meter Außenlänge kaum länger ist als der Golf (VII). Der misst 4,25 Meter. Der Serien-I.D. soll sogar geringfügig kürzer werden als der Golf. Allerdings müssen die E-Autos wegen der 14 Zentimeter hohen Batterie im Boden auch insgesamt höher werden. 1,54 Meter wie beim Seat wirken da nach der ersten Sitzprobe schon wie das Minimum,

Den Allradantrieb braucht man nicht dringend, ist sich Christian Senger, Baureihenleiter für den MEB, sicher. Der Heckantrieb biete dank ausgewogener Gewichtsverteilung und dynamischer Achslastverteilung für die meisten Fahrsituationen ausreichend Traktion, zumal der MEB besonders große Räder (21 Zoll und mehr) erlaubt, die wiederum mehr Reifenfläche mit dem Asphalt Kontakt haben lassen. Außerdem kostet Allradantrieb beim E-Auto Reichweite und konterkariert damit zum Teil eines der Hauptziele des MEB: bezahlbare Reichweite. VW möchte den Elektroantrieb massentauglich machen, der MEB soll ihn quasi demokratisieren.

VW MEB
VW
In diesem 1,30 Meter langen, 1,40 Meter breiten und 14 Zentimeter hohen Kasten sitzen die Batteriezellen.

Die Batterie-Technik des MEB

Das Batteriesystem des MEB ist weniger komplex als bei den Modellen mit Elektroantrieb auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) und trotzdem deutlich leistungsfähiger. Denn die gesamte Fahrzeugarchitektur ist jetzt an der Batterie im Unterboden ausrichtet und nicht umgekehrt wie bisher beim MQB. Gegenüber dem aktuellen E-Golf erhöht sich die Kapazität beim I.D.-Pendant Neo (mit der kleinsten Batterievariante) von 35,8 kWh auf 48 kWh, das Akkugewicht geht gleichzeitig um 40 Kilogramm auf rund 300 Kilogramm runter.

Da die Batterie wie ein Setzkasten aufgebaut ist, lässt sie sich je nach Fahrzeugmodell oder gewünschter Reichweite in Größe und Kapazität skalieren, indem mehr Batteriemodule hinzugefügt werden. In der größten Ausbaustufe ist die Lithium-Ionen-Batterien für die ID-Familie dann bis zu 111 kWh groß und wiegt 480 Kilogramm – das ist mehr Kapazität als sie die die größte Tesla-Batterie bietet. Ähnlich wie bei den Amerikanern können sich Kunden, die beispielsweise nur in der Stadt unterwegs sind, diese teure und schwere Riesenausbaustufe sparen. Die Reichweite soll nach WLTP zwischen 330 und 550 Kilometern liegen, jeweils abhängig von Akkukapazität und Anzahl der E-Motoren, sprich angetriebenen Achsen.

Ein Kasten mit vielen Batteriezellen

Der Aufbau der MEB-Batterien ist betont simpel gehalten. Anders als bisher sind sämtliche Batteriekomponenten von der Zelle über Steuerelektronik und der Anschlussbox für das Hochvolt- und Niedervolt-Bordnetz in einem Aluminium-Batteriegehäuse mit einem Crashrahmen zusammengefasst. Die großflächige Batteriekühlung befindet sich an der Unterseite des 1,30 Meter langen, 1,40 Meter breiten und 14 Zentimeter hohen Kastens. Die einzelnen Zellmodule sind miteinander vernetzt. Ein neues Batteriemanagement überwacht dauerhaft den Zustand jeder einzelnen Zelle und meldet Defekte oder Unregelmäßigkeiten. Die Batteriemodule können durch einen abnehmbaren Deckel von oben gewartet werden. Optional ist eine Wärmepumpe erhältlich, die die Akkuzellen immer im optimalen Temperaturbereich hält und somit konstante, alltagstaugliche Reichweiten garantieren soll.

Unterschiedliche Zelltypen

Das Batteriegehäuse füllen „Pouch“- oder „prismatische“ Zellen von LG Chem und Samsung. Bei vergleichbarer Zellchemie unterscheiden sich prismatischen und Pouch-Zellen vor allem in ihrer Bauform. Während prismatische Zellen ein festes Metallgehäuse besitzen, sind Pouch-Zellen von einer flexiblen Alufolie umschlossen. Mit beiden lässt sich der vorhandene rechteckige Bauraum des MEB optimal nutzen – mit zylindrischen Zellen geht das weniger gut. Darum verwendet VW diese nicht. Die geringere Oberfläche beschert den zylindrischen Zellen zudem schlechtere Wärmeableitungseigenschaften. Unabhängig von der Bauform setzen sich die VW-Akkus derzeit chemisch aus Nickel, Mangan und Cobalt im Verhältnis sechs zu zwei zu zwei zusammen, kurz NMC 622. Der Cobalt-Gehalt liegt immer bei beträchtlichen 15 Kilogramm.

Ein Wasserstoff-Antrieb per Brennstoffzelle ist im Übrigen für den MEB nicht vorgesehen, um die Kosten niedrig zu halten. Der Einsatz von Feststoffbatterien ist langfristig aber nicht ausgeschlossen.

Die Ladetechnik der I.D.-Modelle – so schnell lädt VW

Die neuen I.D. Modelle verfügen serienmäßig über einen Typ 2-Ladeanschluss mit 11 kW Wechselstrom. Damit dauert eine 80%-Ladung circa vier bis sechs Stunden. Optional werden I.D.-Modelle 3-phasig via CCS-Gleichstromstecker mit bis zu 125 kW laden können. Das bringt erhebliche kürzere Ladezeiten. Die Version mit 400 Kilometer NEFZ Reichweite braucht 15 Minuten für 150 Kilometer Reichweite (NEFZ), nach 30 Minuten sind 260 Kilometer (NEFZ) nachgeladen. Einschränkungen bezüglich der maximalen Anzahl an Schnellladungen wird es nicht geben, besonders schnelle Ladungen mit bis zu 350 kW wie beim Porsche Taycan sind allerdings zunächst nicht vorgesehen. Stattdessen ist die Technologie des MEB langfristig auch auf das Induktiv-Laden vorbereitet. Außerdem können alle ID. Modelle in voraussichtlich zwei einstellbaren Stufen rekuperieren, sprich beim Bremsen Energie erzeugen und speichern.

VW MEB
VW
VW schätzt, dass ein Großteil der ID.-Fahrer nur einmal in der Woche Strom laden muss sowie rund 50 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause stattfinden. Daher gehören auch verschiedene Wallboxen künftig zum Angebot der Wolfsburger.

VW schätzt, dass ein Großteil der ID.-Fahrer nur einmal in der Woche Strom laden muss und rund 50 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause stattfinden. Daher gehören auch verschiedene Wallboxen künftig zum Angebot der Wolfsburger. Die einfache Version mit Ladeleistungen bis zu 11 kW (AC / Wechselstrom) kostet ab 300 Euro – plus Installationskosten. Es wird aber auch Geräte geben, die mit bis zu 22 kW (DC / Gleichstrom) arbeiten, bidirektionales Laden ermöglichen sowie dank intelligenter Steuerung die Ladevorgänge planen und das E-Auto als Stromspeicher für Überkapazitäten nutzen können.

Abseits des eigenen Heims soll ein in Zukunft ein Online-Service der Volkswagen Mobilitätsplattform „We“ namens „We Charge“ das Laden vereinfachen. Dazu beteiligt sich VW unter anderem an der Plattform „Hubject – eRoaming“, die das anbieterübergreifende Laden von E-Autos in Europa ermöglicht sowie unter anderem die Authentifizierung und Abrechnung vereinfacht. Bezahlt wird im ersten Schritt per RFID oder Smartphone-App, später sind Plug-and-Charge-Lösungen auf Basis der Blockchain-Technologie vorgesehen, bei denen Auto und Ladesäule miteinander kommunizieren und den Bezahlvorgang automatisch regeln.

Außerdem soll die Routenführung optimiert werden, indem das Navigationssystem sinnvolle Ladestopps von Anfang an mit einrechnet. Darin würden unter anderem die Schnellladesäulen von Ionity mit eingeplant. Dieses Joint Venture mehrerer Hersteller hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 europaweit 400 Ladestationen (100 in Deutschland) mit jeweils bis zu zwölf Ladepunkten an Autobahnen aufzubauen sowie ausschließlich grünen Strom anzubieten.

Over the Air Updates wie bei Tesla

Nachladen lassen sollen sich auch bestimmte Assistenzsystem und Funktionen der I.D.-Familie und zwar per Over-the-air-Update. Soll heißen, wie bei Tesla können I.D.-Kunden Software-Erweiterungen und Updates übers Netz downloaden und ins Betriebssystem des Autos einspielen. Dieses ist neu, nennt sich „vw.OS“ und arbeit mit der ebenfalls neuen End-to-End-Elektronik-Architektur „E3“. Sie besteht aus drei Zentralrechnern, die die Kommunikation zwischen den Steuergeräten, Sensoren und Aktoren übernehmen. Damit ist die MEB-Plattform auch für das autonome Fahren gerüstet, auch wenn das zum Start der Modellfamilie noch nicht möglich sein wird.

Die Modelle des MEB – alle VW I.D.

Dei gemeinsame Baukastentechnik des MEB soll ihn genauso flexibel machen wie den MQB: Die geplante Modellfamilie namens I.D. umfasst schon bislang folgende 5 extrem unterschiedliche Modelle:

VW I.D. (Marktstart 2020)

VW I.D. Schulte
Neuheiten

Der elektrische Kompaktwagen, außen etwa mit den Abmessungen des Golf (aber 15 Zentimeter kürzer), der Radstand ist hingegen gut 13 Zentimeter größer. Daher soll der I.D. laut VW innen so geräumig sein wie ein Passat. Der Motor (170 PS) sitzt erstmals seit gut 40 Jahren bei einem VW wieder hinten. Natürlich treibt er auch die Hinterachse an. Dank ausgewogener Gewichtsverteilung und der dynamischen Achslastverteilung beim Beschleunigen (0 bis 100 km/h in weniger als 8 Sekunden) soll die Traktion auch für nassen Asphalt ausreichen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt VW mit 160 km/h an.

VW I.D. Crozz (Marktstart Ende 2020)

VW I.D. Crozz II

Das zweite MEB-Auto ist wahlweise ein Crossover oder ein SUV in Coupéform mit Stummelheck, mit gut 4,60 Meter etwa so lang wie ein BMW X4. Mehr als 2,70 Meter Radstand und entsprechend geräumig, der Kofferraum soll mehr als 500 Liter fassen.

Im I.D. Crozz kommt der permanente Allradantrieb mit zwei E-Motoren und einer Systemleistung von 306 PS zum Einsatz. Die Lithium-Ionen-Batterie im Concept Car soll 83 kWh haben, per 150 kW (DC) Ladestation in rund 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können und für eine Gesamtreichweite von 500 Kilometer sorgen – vermutlich nur, wenn man die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h nicht allzu oft nutzt.

VW I.D. Buzz (Marktstart 2022)

01/2017 VW I.D. Buzz

Das Design des Buzz erinnert an den legendären VW Bus T1. Vielleicht kam das Showcar deshalb besonders beim Publikum in den USA gut an. Darum möchte VW-Markenchef Herbert Diess den Serienstart beschleunigen. Das Serienauto wird aber etwas kleiner werden, während das Concept Car des Elektro-Bulli mit rund 5 Meter Länge und fast 2 Meter Höhe ein echter Brummer ist. Es hatte ebenfalls den zweimotorigen Allradantrieb. Im Buzz soll die Systemleistung allerdings satte 374 PS betragen, was die höchste von allen bislang gezeigten I.D.-Studien ist.

VW I.D. Aero (2023)

VW I.D. Vizzion
E-Auto

Auf diese Mittelklasselimousine mit etwa 4,80 Länge und Oberklasse-Platzverhältnissen gab das Concept Car ID. Vizzion einen Ausblick. Die Serienversion des „Tesla-Fighters“ kommt aber auf jeden Fall erst nach dem Buzz, obwohl VW-Markenchef Diess explizit die Konkurrenz zu Tesla sucht und die Amerikaner mit dem Tesla (Model S) zuerst dieses Baumuster auf den Markt brachten. MEB-Baureihenleiter Christian Senger glaubt aber auch an Elektroautos in Limousinenform, weil Stufenheckkarossen grundsätzlich bessere cW-Werte ermöglichen, was der Reichweite hilft. Das Design des Vizzion ist wohl bereits sehr nah am späteren Serienauto, das Türkonzept nicht. Außerdem ist das Concept Car gut 20 Zentimeter länger.

VW I.D. Lounge (2024)

VW I.D. Lounge

Das größte Auto der Elektro-Familie kommt zum Schluss, vermutlich 2024. Der Lounge wird von den Proportionen her eher ein klassisch geschnittenes Mid-Size-SUV, etwa 5 Meter lang, so wie das größte MQB-SUV, der VW Atlas. Und auch wenn der 7-sitzige Atlas enorm geräumig ist – innen soll der Lounge seinen Vebrenner-Kollegen klar überbieten und seinem Namen Ehre machen: Die Platzverhältnisse sollen eher denen eines Full-Size-SUV wie dem Cadillac Escalade gleichen.

MEB-Modelle der VW-Konzern-Marken

Wie schon der MQB wird auch der MEB auch etlichen Nicht-VWs als Plattform dienen – sogar Modellen außerhalb des VW-Konzerns. VW hat zur Illustration der Flexibiltät des MEB eigens das Concept Car ID.Buggy auf dem Genfer Autosalon 2019 vorgestellt. Erster Kooperationspartner, der den MEB verwenden soll, ist e.go. Die MEB-Fahrzeugkonzepte der VW-Marken entsprechen dabei weitgehend den von den ID.-Modellen vorgegebenen Mustern, aber die Karosserie ist jeweils eigenständig. Aktuell sieht der MEB zwei Radstände und Leistungen von 170 bis 306 PS sowie Heck- oder Allradantrieb vor. Stärkere Modelle wie etwa die zweite und rein elektrische Generation des Porsche Macan werden ab 2022 auf der Premium Plattform Elektrik (PPE), einer Gemeinschaftsentwicklung von Porsche und Audi, aufbauen. Hier die schon mal die ersten Concept Cars, die als Vorboten neuer MEB-Modelle bereits präsentiert wurden:

Audi Q4 E-Tron (Marktstart Ende 2021)

Audi Q4 Concept Genf 2019
E-Auto

Der Ingolstädter E-SUV entspricht quasi der Kombiversion des ID. Crozz, trägt aber eine hübsche Audi E-Tron-Hülle. Passend zur quattro-Marke Audi ist wie im Skoda Vision IV die 306 PS starke Allradversion vorgesehen, die Batterie ist 82 kWh groß, die Reichweite soll 450 Kilometer betragen – vielleicht nicht mehr, weil der cW-Wert des SUV mit der hohen Front mit 0,28 nicht besser als beim großen E-Tron ist. In der Länge liegt der Q4 zehn Zentimeter unter dem Audi Q5, übertrifft diesen aber beim Platzangebot – dabei hilft ihm die Höhe von 1,61 Meter.

Seat El-Born (Marktstart 2020)

89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien
E-Auto

Seats MEB-Auto ist nah am VW ID. Neo – ein klassischer Kompaktwagen, mit 4,33 Meter nur fünf Zentimeter länger als ein Leon, allerdings mit steilem Kombiheck. Das und die Höhe von 1,54 Metern verleihen ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit dem früheren Kompaktvan der Marke, dem Altea. Die Höhe kann er aber der hohen Batterie wegen nicht für eine vanartige Sitzposition und die entsprechende Raumökonomie nutzen. Im Concept Car steckt die stärkere Heckantriebsvariante mit 204 PS, als Batteriekapazität nennt Seat nur 62 kWh, was aber für 420 kilometer-WLT-Reichweite genügen soll.

Skoda Vision iV (Marktstart als Nicht-Coupé Ende 2020)

Skoda Vision IV
E-Auto

Skoda nutzt den MEB für den Vision iV, der im März 2019 in Genf debütierte. Er gibt einen Ausblick auf ein Elektro-SUV des tschechischen Herstellers in Kodiaq-Größe, das 2020 debütieren soll. Das Concept Car hat Allradantrieb und 306 PS, die Batterie soll 83 kWh groß sein. Das könnte laut Skoda für eine WLTP-Reichweite von 500 Kilometer reichen. In der Studie hat das E-SUV zudem die Voraussetzungen für autonomes Fahren nach level 3.

Erstes Produktionswerk nur für MEB-Fahrzeuge

VW Überblick über alle Werke in China
Volkswagen AG
Volkswagen Group China baut weltweit erstes Produktionswerk nur für MEB-Fahrzeuge.

Ab 2020 startet die Produktion von MEB-Fahrzeugen im konzernweit ersten, speziell auf den Bau von MEB-Fahrzeugen ausgerichteten Werk in China. Genauer gesagt im chinesischen Anting sowie in Foshan wird unmittelbar nach dem deutschen Standort Zwickau mit der Produktion begonnen. Insgesamt 1.400 Industrie 4.0 Roboter und Technologien wie künstliche Intelligenz, Augmented Reality und Virtual Reality soll die Fabrik zu einer hochdigitalisierten Produktionsstätte machen.

Von Pressanlagen über Erprobungsstrecken bis hin zur Montage von Batteriesystemen bietet das 610.000 Quadratmeter große Werk eine Vielzahl an Betriebsbereichen. Die Produktionskapazität liegt bei jährlich 300.000 Fahrzeugen. Im Jahr 2020 soll das erste dort produzierte Auto, ein VW SUV auf MEB-Basis vom Band fahren.

Modularer Elektrobaukasten von Volkswagen: So funktioniert VWs neues Elektro-Puzzle

Modulare Elektrifizierungsbaukasten
VW 1/35 Das ist die Grundstruktur des Modularen Elektrobaukastens (MEB) von VW: Große, skalierbare Batterie im Fahrzeugboden zwischen den Achsen, Synchronmotor an der Hinterachse und bei den Allradversionen zusätzlich ein Asynchron-E-Motor vorn.
Modulare Elektrifizierungsbaukasten VW MEB VW MEB VW MEB VW MEB VW MEB VW I.D. VW MEB VW MEB VW MEB VW I.D. Crozz II VW I.D. Crozz II 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist VW I.D. Aero-e VW I.D. Lounge 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist 01/2017 VW I.D. Buzz Sperrfrist VW Überblick über alle Werke in China

Fazit

VW baut E-Autos wie konventionelle Autos: mit modularen Plattformen. Was für Verbrenner der MQB, wird für E-Autos der MEB. Andere Hersteller verwandeln konventionelle Autos mit Verbrennungsmotoren in E-Autos. Beides könnte der richtige Weg sein: VW dürfte bald schon allein der E-Auto-Quote in China wegen so viele Elektroautos bauen müssen, dass sich der eigene Baukasten rentiert. Bei den anderen Herstellern ist die absolute Stückzahl selbst bei gleichem Anteil an E-Autos so viel geringer, dass sich die Investitionen womöglich im ersten Schritt nicht lohnen. Daher könnte es durchaus sein, dass selbst Konkurrenten mit VW kooperieren und die Technik des MEB für ihre Autos nutzen.

Von der ID.-Familie dürfen wir aber als erstes bezahlbare Elektroautos erwarten, die in der Praxis weniger Einschränkungen verlangen. Schwierigkeiten wird die weiterhin nur schleppend wachsende Ladeinfrastruktur in Deutschland machen, die ähnlich langsam vorankommt wie der Ausbau schnellen Internets.

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