VW Trinity 2026 Brandstätter VW
Designstudie autonomes Auto innen
Designstudie autonomes Auto außen
VW Trinity 2026
VW Trinity 2026 Brandstätter 40 Bilder

VW Project Trinity (2026): E-Auto mit 700 km Reichweite

Volkswagen Project Trinity (2026) VW will mehr als 700 km Reichweite und Turbo-Laden

VW hat für 2026 ein Flachboden-Elektroauto mit neuer Elektronikstruktur, neuem Betriebssystem und Level-4-Autonomie zu massentauglichen Preisen angekündigt. Markenchef Brandstätter verspricht für das erste Modell der ID.-Nachfolge-Generation mehr als 700 Kilometer Reichweite nach WLTP und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden.

Die elektrisch angetriebene Limousine will VW ab 2026 in einem neuen Werk nahe Wolfsburg bauen. Sie soll neue Maßstäbe bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit sowie Digitalisierung setzen – und wird hochautomatisiert nach Level 4 fahren können, so VW. Zum geplanten Serienstart 2026 wird Trinity bereits das Level 2+ erreichen, aber technisch bereit für Level 4 sein.

VW Trinity 2026
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"Wir nutzen unsere Skaleneffekte, um autonomes Fahren vielen Menschen verfügbar zu machen und ein lernendes, neuronales Netzwerk aufzubauen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für den kontinuierlichen Datenaustausch unserer Fahrzeugflotte – etwa zur Verkehrslage, Hindernissen oder Unfällen", so Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen. Im November 2021 ergänzte er auf Linkedin, er gehe davon aus, dass das autonome Fahren nach Level 4 in Deutschland irgendwann zwischen 2026 und 2030 möglich sein werde. Dann habe VW einen Wettbewerbsvorteil. Dazu müsste der Konzern und vor allem sein noch junges Software-Unternehmen Cariad allerdings eine steile Lernkurve hinlegen – bislang ist VW im Technologiefeld Software schon ein, zwei Mal von der Straße abgekommen.

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Außerdem versprach der Markenchef auf der Social-Media-Plattform, das neue Modell werde in unter 5 Sekunden aus dem Stand auf 100 beschleunigen, mit einer Batterieladung nach WLTP mehr als 700 Kilometer weit kommen und danach so schnell laden können, wie wir heute zum Tanken brauchen. Also erheblich schneller als aktuell – im ID.5 hat VW die Ladezeit 5 bis 80 Prozent gerade um 9 Minuten verkürzt. Es dauert somit 29 Minuten, um etwa 390 Kilometer "nachzutanken". Brandstätter verspricht also eine Beschleunigung mindestens um den Faktor 3.

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Eine neue Plattform für das Volumensegment

Bei der ersten Präsentation Anfang 2021 sagte VW-Markenchef Ralf Brandstätter, nach der Neukonzeption der Strategie Richtung E-Antrieb und den ersten Modellen auf Basis des Modularen Elektrobaukastens (MEB) sei es Zeit für den nächsten Schritt. Trinity sei ein "ein hocheffizientes Flachsitzkonzept mit ikonischem Design. Unser Innovationsführer!", so Brandstätter. Anfang März 2021 bezeichnete er das Projekt als "so etwas wie der Kristallisationspunkt unserer Strategie ACCELERATE, ein Leuchtturmprojekt, unser Software Dream-Car". Trinity oder lateinisch Trinitas bezeichnet die Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Dementsprechend soll dieses Auto für 3 Dinge stehen:

    • Eine neue Architektur: "Als globaler Baukasten-Champion übernehmen wir die Führung für eine hochmoderne elektrische Flachbodenplattform und gestalten die neue Konzern-Architektur mit. Wir setzen Maßstäbe in Reichweite, Ladegeschwindigkeit und vor allem Digitalisierung".
    • Als Punkt zwei nennt Brandstätter das "Autonome Fahren" und einen "neuronalen Schub": VW will "mit diesem Fahrzeug das autonome Fahren demokratisieren". Trinity soll Level 2+ erreichen und technisch bereit für Level 4 sein. "Wir nutzen unsere Skaleneffekte, um ein lernendes, neuronales Netzwerk für die gesamte Gruppe aufzubauen", so Brandstätter auf Linkedin.
    • Als dritten Punkt der "Dreiheit" führt Brandstätter einen "radikal neuen Produktionsansatz" ins Feld: Mit der Produktion der Serienversion soll das Werk Wolfsburg zum Aushängeschild für modernste, intelligente und vollvernetzte Produktionsprozesse. "Wir werden unsere Art Autos zu bauen komplett neu denken und revolutionäre Ansätze einführen. Digitalisierung, Automatisierung und Leichtbau spielen hier eine wichtige Rolle", so Brandstätter. Und mit einem Seitenhieb auf Tesla sagte der VW-Chef Anfang des Jahres: "Wir zeigen Ihnen, dass man innovative Elektroautos nicht nur in Berlin, sondern auch am Ufer des Midland-Kanals hocheffizient und wirtschaftlich bauen kann".
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Die neue Elektronik ist dabei kein Selbstzweck. VW will künftige Fahrzeugmodelle wie Trinity mit erheblich weniger Varianten produzieren, die Hardware soll weitgehend vereinheitlicht werden. Die Autos haben dann quasi alles an Bord und der Kunde kann gewünschte Funktionen jederzeit "on demand" über das digitale Ökosystem im Auto freischalten. Die Komplexität in der Fertigung nimmt dadurch deutlich ab, so VW. Durch die Weiterentwicklung des Automobils zum softwarebasierten Produkt schaffe Volkswagen die Voraussetzungen für neue, datenbasierte Geschäftsmodelle. Einstiegshürden in die individuelle Mobilität sollen bei gleichzeitig noch attraktiveren Nutzungspaketen sinken. So will Volkswagen zusätzliche Erlöse in der Nutzungsphase generieren – für Lade- und Energiedienstleistungen, für softwarebasierte Funktionen, die der Kunde je nach Bedarf dazu buchen kann, oder auch für das automatisierte Fahren. "Künftig wird die individuelle Konfiguration des Fahrzeugs nicht mehr über die Hardware beim Kauf festgelegt. Vielmehr kann der Kunde Funktionen jederzeit "on demand" über das digitale Ökosystem im Auto hinzubuchen", so VW Marken-Chef Brandstätter.

Gemeinsamkeiten mit Audis Artemis?

Vieles davon klingt nach dem Leuchtturmprojekt „Artemis“. Das hatte Markus Duesmann, seit 1. April 2020 nicht nur Audi- sondern auch Entwicklungs-Chef des Volkswagen-Konzerns, bereits im Juni 2020 angekündigt. Artemis soll "eine Einheit für das beschleunigte Entwickeln zusätzlicher Auto-Modelle" sein. Erster Chef des schnelles Hightech-Brüters war Alex Hitzinger, erfolgreicher Motorsport-Chefingenieur und zuvor Treiber des autonomen Fahrens im Konzern. Hitzinger sollte mit einem Team von Automobil- und Technologieexperten im ersten Schritt "schnell und unbürokratisch ein wegweisendes Modell für Audi entwickeln", so Duesmann. Inzwischen wurde das Artemis-Projekt allerdings in die Audi-Entwicklung eingegliedert. Für Hitzinger werden konzernweit neue Aufgaben gesucht. 

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Im Fokus des Leuchtturm-Projekts "stehen neue Technologien rund um das elektrische, hoch-automatisierte Fahren". Duesmann und seine Kollegen erwarten vom Projekt "Artemis" auch eine Blaupause für die künftige, agile Entwicklung von Automobilen im gesamten Volkswagen Konzern". Inzwischen sind die Arbeiten am neuen Modell gut vorangekommen, intern sprechen die Entwickler vom "Landjet", was aber auf keinen Fall als Modellbezeichnung auftauchen wird. Es ist viel mehr eine Funktionsbeschreibung. "Landjet", das klingt nach einem Flugzeug für die Straße, nach komfortablem Reisen auf vier Rädern. Bereits 2024 soll die Serienversion des "Landjet" als das dann 10. Elektroauto von Audi auf den Markt kommen. Das zweite Artemis-Auto wird ein Porsche werden.

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Christian Schulte
Das erste Artemis-Modell von Audi wird ein Luxusmodell, aber kein SUV.

Etwa so lang wie ein Golf, Basispreis 35.000 Euro

Artemis bringt vor allem die neue Elektronikstruktur und das von der Software.org entwickelte Betriebssystem. Die Aufgabe von Trinity ist laut Brandstätter, beides vom Premium- ins Volumensegment zu übersetzen. VW bezeichnet das als gemeinsamen "Backbone". Aber während die technische Basis von Artemis die Premium Plattform Electric (PPE) bildet, eine Elektroauto-Architektur die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt, steht "Trinity" auf einer Art MEB-Evo.

Denn das Serienauto soll 2026 in einem "sehr Volkswagen-typischen" Preis- und Volumensegment antreten. Auf Linkedin präzisierte Brandstätter, dass Trinity 4,70 Meter lang sein soll und Platz für fünf bieten wird. Das entspricht also etwa dem VW Passat oder in E-Autos gesprochen etwas zwischen ID.4 und ID.6 (Vizzion), wobei Trinity eben kein SUV wird, sondern mit einer flachen Karosserie kommt. Der "Welt am Sonntag" sagte Brandstätter anfangs: "Es wird ein dynamisches und flaches Auto mit etwas über vier Meter Länge, das es so in unserer aktuellen Modellplatte noch nicht gibt." Und er brachte einen Einstiegspreis von 35.000 Euro ins Spiel. Zum Vergleich: Ein Golf 8 ist 4,28 Meter lang und kostet in der Basis gut 20.000 Euro, der ID.3 misst 4,26 Meter und seit kurzem gibt es ihn ab gut 31.000 Euro, der Passat Variant ist 4,77 Meter lang und kostet mit 150 PS gut 32.000 Euro. Anfang März veröffentlichte VW eine Silhouette des Fahrzeugs für 2026. Es zeigt eher ein Schrägheck-Auto à la Audi A7 bzw. einen Kombi mit stark fallender Dachlinie, entsprechend flach liegender Heckscheibe und hoch liegender Abrisskante mit integriertem Spoiler.

VW Trinity 2026
VW
Die erste Skizze zu Trinity zeigt eine strömungsgünstige Karosserieform mit sehr flach auslaufendem Heck und hoher Abrisskante.

Auf dem Bild vom abgedeckten Auto, das VW im November 2021 zeigt, ist eine kurzer, schnell abfallender Vorderwagen erkennbar und ein flach auslaufendes Heck praktisch ohne Stufe. Das Passagierabteil nimmt den größten Bereich der Länge ein. Insgesamt erinnern die Proportionen stark an ein Model 3 und das Bemühen um eine gute Aerodynamik ist dem Entwurf schon unter dem Tuch anzusehen. Neben Ralf Brandstätter wirkt das Auto zudem niedriger als bisherige ID.-Modelle.

VW Trinity 2026 Brandstätter
VW
VW Markenchef Ralf Brandstätter neben einem abgedeckten Auto, das das erste Modell des Trinity-Projekts sein soll.

Dazu muss die beim MEB noch rund 14 Zentimeter starke Batterie im Fahrzeugboden entweder erheblich dünner sein oder wie beispielsweise beim Porsche Taycan an den entsprechenden Stellen Aussparungen haben, um ausreichend Innenraumhöhe zu schaffen. Eine derart zerklüftete Batterie dürfte aber für das angestrebte Volumensegment zu teuer werden – es sei denn, VW strebt wie Tesla die Integration der Akkuzellen in tragende Strukturen der Bodengruppe an. Zur neuen SSP-Architektur (Scalable Systems Platform) gehört allerdings die Einheitszelle für die Batterie, die verschiedene Zellchemien im immer selben Gehäuse unterbringen soll.

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Das Volumen braucht Volkswagen nicht wie immer für die Skalierung und die Preise, sondern auch für die Vernetzung: Trinity soll den Datenaustausch innerhalb der VW-Flotte (Neural Boost) bringen, den die Modelle der Zukunft zum autonomen Fahren brauchen – auch die der anderen Konzernmarken. Die Teams von Artemis und Trinity werden sich nicht nur dafür vernetzen. Die Zusammenarbeit der Wolfsburger mit der in Ingolstadt sitzenden Software.org wird sehr "integriert" ablaufen, so Brandstätter.

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Nein, Autos sollen ordentlich fahren, den Rest bringen Smartphones, die sowieso jeder hat.
Ja, zum autonom Fahren brauchen Autos Schwarmintelligenz und Software muss künftig over the air updatebar sein.

Fazit

Den MEB wird VW in vielen schnellen Evolutionsschritten weiter entwickeln, vor allem was die klassische Hardware eines E-Autos wie Batterien und Ladefähigkeiten angeht. Neue Elektronik und Digitalisierung bringt dann Trinity. Dass darunter auch eine neue Architektur steckt, passt zum Erscheinungsjahr 2026, dass ihre Entwicklung bei VW stattfindet zur bisherigen Aufteilung der Entwicklungsaufgaben. Konzernsynergien heben die Marken vor allem bei der Elektronik und Digitalisierung; und natürlich wird der Trinity-Baukasten auch den anderen Marken zur Verfügung stehen. Die Preisvorstellung von 35.000 Euro ist eine Kampfansage vor allem an die Premiumkonkurrenz, im jüngsten Statement wird das aber zum Einstiegspreis präzisiert.

Die enormen Investitionen in den MEB wird sich VW über eine lange Laufzeit über 2026 hinaus zurückholen, auch über die Kooperation mit Ford. Für 2025 hat Brandstätter schon kleinere Modelle (ID.1, ID.2) im Preissegment von 20.000 bis 25.000 Euro angekündigt, MEB und MEB II (Trinity) werden sich also länger überschneiden.

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