Valtteri Bottas - Alfa Romeo - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Ferrari - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Leclerc - Sainz - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation
Charles Leclerc - Ferrari - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 - Qualifikation 35 Bilder

Alfa stark: Ärgert Bottas in Bahrain die Mercedes?

Alfa-Sauber führt Mittelfeld an Kann Bottas sein Ex-Team ärgern?

GP Bahrain 2022

Alfa Romeo überzeugte in der Qualifikation von Bahrain. Valtteri Bottas teilt sich die dritte Startreihe mit Ex-Teamkollege Lewis Hamilton. Alfa-Teamchef Frederic Vasseur fordert von seiner Mannschaft, die gute Ausgangsposition in WM-Punkte umzusetzen. Und er warnt davor, abzuheben.

In Barcelona wollte für Alfa Romeo wenig bis gar nichts zusammenlaufen. Bei den ersten Testfahrten drehten Valtteri Bottas und Guanyu Zhou zusammen 175 Runden. Weniger hatte nur Haas auf dem Konto. Danach steigerten sich die beiden Kundenteams von Ferrari im Parallelflug. Die Testfahrten von Bahrain deuteten das Potenzial der Autos an. Die erste Qualifikation der neuen Saison lieferte die Bestätigung.

Valtteri Bottas lenkte seinen Alfa-Sauber C42 auf den sechsten Startplatz – neben Ex-Teamkollege Lewis Hamilton im Mercedes. Da scherzte manch einer im Fahrerlager: Der Finne habe mit seinem unfreiwilligen Wechsel alles richtig gemacht. Nach einem Abstieg fühlt es sich für ihn zumindest aktuell nicht an. Hamilton war in seinem Silberpfeil nur 0,322 Sekunden schneller.

Valtteri Bottas - Alfa Romeo - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Qualifikation
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Valtteri Bottas stellte seine Alfa Romeo auf den sechsten Startplatz.

Bottas lobt Alfa-Sauber

"In der dritten Rehe zu landen, ist eine große Errungenschaft für das Team. Damit müssen wir zufrieden sein", äußert sich Bottas. "Wir mussten, dass wir die Chance haben, ins Q3 zu gelangen. Es war schön, es umzusetzen, als alle mit voller Leistung und wenig Benzin auf die Strecke mussten." Dann verschickt der Finne sogar eine kleine Warnung an sein Ex-Team. "Die Longrun-Pace sah sogar besser aus als unser Vermögen auf eine Runde. Die Top vier sind vermutlich für alle außer Reichweite. Aber es wäre schön, mit Mercedes zu kämpfen."

Alfa-Sauber-Teamchef Frederic Vasseur will davon besser nicht träumen. "Mit Mercedes sollten wir uns nicht messen." Der französische Rennleiter fordert nach der Glanztat: "Wir brauchen einen sauberen Start ohne Zwischenfälle. Unsere Longruns am Freitag waren sehr gut. Wenn wir das am Sonntag wiederholen, können wir aus eigener Kraft um die Punkte fahren." Zählbares direkt am Saisonstart mitzunehmen, ist besonders essenziell, wenn man wie Alfa das Auto dafür hat. In dieser Saison mit komplett neuen und noch nicht erkundeten Autos, kann sich das Kräfteverhältnis schnell ändern.

Einen Vorteil genießt der C42. Er soll das einzige Auto sein, dass das Mindestgewicht von 798 Kilogramm erreicht. Der Rest liegt dem Vernehmen nach darüber, und schleppt Extra-Pfunde mit sich herum, die im Rennen stärker zum Tragen kommen sollten. Weil dann keine frischen Reifen mehr kaschieren. Alpine-Boss Laurent Rossi stellte bereits am Freitag fest. "Die Alfas waren im Longrun etwas schneller als wir. Bei ihnen kommt zu den 100 Kilogramm an Benzin nichts dazu. Bei den anderen ein paar Kilo obendrauf."

Reifenmanagement kein Problem

Wenn es fünf sind, macht das einen Vorteil von eineinhalb Zehntel für Alfa-Sauber. Bei zehn sind es bereits drei Zehntel pro Runde. Das allein bringt über die Renndistanz von 57 Runden etwa 17 Sekunden. Hinzu kommt, dass der Schweizer Rennstall das Bouncing weitgehend abgestellt hat. Dafür musste zwar die Bodenfreiheit erhöht werden. Jedoch büßt der C42 dadurch nicht überproportional an Anpressdruck ein. Das Auto kommt trotz Kompromissen in sein Wohlfühl-Fenster. Im Gegensatz zum Mercedes W13.

Das bringt uns zu einem weiteren Vorteil. Im Longrun streichelte Bottas die Reifen. Das galt sowohl für die Testfahrten als auch den Trainingsfreitag. "Wir wissen, was wir den Reifen zumuten können, in welchen Kurven wir Tempo herausnehmen müssen, um den Abbau einzugrenzen", heißt es aus dem Team.

Die Piloten hatten auch keine Mühe, in der Qualifikation die Reifen anzuzünden. "Ich konnte mich Ausfahrt für Ausfahrt verbessern", freute sich Bottas. Wie nah Freud und Leid zusammenliegen, demonstrierte der Finne. Im Q2 baute der Reifen nicht ganz so viel Grip auf. Fast wäre der Routinier deshalb an der Q3-Hürde gescheitert. Esteban Ocon war in seinem Alpine nur 65 Tausendstel langsamer. Im Q3 glückte ihm dann eine Runde, die für den sechsten Startplatz ausreichte. Einer zu gut. Ohne den Fehler von Mercedes-Pilot George Russell wäre es ein siebter Platz geworden.

Guanyu Zhou - Alfa Romeo - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
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Im Dauerlauf am Freitag machte Alfa Romeo eine gute Figur.

Ferrari-Kunden stark

Das Mittelfeld der Formel 1 liegt unheimlich eng zusammen. Das Bild im Q3 verfälscht ein wenig, weil das Mittelfeld nur jeweils einen Versuch unternahm. Der saß bei Bottas am besten. Nimmt man die jeweils schnellsten Zeiten der Qualifikation, sind Haas, Alfa, Alpine und Alpha Tauri um keine zwei Zehntelsekunden voneinander getrennt. Hier die besten Rundenzeiten:

  • Kevin Magnussen: 1:31.461 Minuten (Q2)
  • Valtteri Bottas: 1:31.560 Minuten (Q3)
  • Fernando Alonso: 1:31.621 Minuten (Q2)
  • Pierre Gasly: 1:31.635 Minuten (Q2)

McLaren, Williams und Aston Martin fallen dagegen ab. Die Ferrari-Kunden profitieren von einem kräftigen Motor. Viele sagen, der Sechszylinder-Turbo aus Maranello sei das Maß der Dinge im Feld. Bottas fiel bereits bei den Testfahrten in Abu Dhabi am Saisonende 2021 auf, dass der Ferrari-Motor sehr gut fahrbar ist. Jetzt ist noch Bumms dazugekommen. "Das ist sicher ein Faktor. Ferrari hat über den Winter fantastische Arbeit geleistet", freut sich Alfa-Teamchef Vasseur.

Die Ingenieure rund um Technikchef Jan Monchaux sollen aber nicht zu kurz kommen. Es hat sich offensichtlich ausgezahlt, mit dem Design in einigen Bereichen ins Risiko zu gehen. Die Probleme der Testfahrten scheint der Schweizer Rennstall aussortiert zu haben. Das Thema Zuverlässigkeit sitzt dennoch als dunkler Gedanke in den Hinterköpfen. "Natürlich haben wir Sorgen, weil diese Autos noch so neu sind und erst wenige Kilometer auf dem Buckel haben", sagt Vasseur.

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