Formel 1: Das sagt der neue Audi-Sportdirektor zum Miami-Chaos-Wochenende

Audi-Pannen in Sprint und Rennen
Das sagt Allan McNish zum Miami-Chaos

GP Miami 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.05.2026
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Nico Hülkenberg - Audi - Formel 1 - GP Miami 2026
Foto: xpb

Bei Audi hatte man mit einem schwierigen Miami-Wochenende gerechnet. Das Upgrade-Paket fiel deutlich kleiner aus als die Facelifts der direkten Mittelfeld-Konkurrenz. Doch dann war man bei der Pace erfreulich konkurrenzfähig. Nur eine unglaubliche Pannenserie sorgte dafür, dass es am Ende wieder mal nicht zu WM-Punkten reichte.

Die Probleme von Nico Hülkenberg fingen schon auf dem Weg zur Sprint-Startaufstellung an. Auslaufende Flüssigkeit entzündete sich am heißen Auspuff und sorgte für ein Feuerchen im Heck. In der Pause zur Qualifikation mussten eilig Motor und Getriebe gewechselt werden. Da war der elfte Startplatz für das Rennen fast schon ein kleines Wunder.

Am Sonntag beschädigte sich der Rheinländer im Startgetümmel direkt den Frontflügel. Die Ingenieure hofften noch kurz, dass der angekündigte Regen das Auto mit der Startnummer 27 vom Ende des Feldes nach vorne spülen kann. Doch die Aufholjagd musste in Runde 7 unfreiwillig beendet werden. Ein Problem mit der Kühlung ließ den Motor überhitzen.

Allan McNish - Audi - Formel 1 - GP Miami 2026
Audi

Probleme kosten WM-Punkte

Auch bei Gabriel Bortoleto begann die Misere schon im Sprint. Im Anschluss an das Mini-Rennen wurde der Brasilianer disqualifiziert, weil Druckspitzen im Ansaugtrakt das zulässige Limit überstiegen. In der Qualifikation sorgte dann ein Bremsproblem für den Start aus der letzten Reihe. Immerhin kam er am Sonntag als einziger Audi-Pilot in die Wertung, allerdings ohne Punkte auf Rang 12.

"Wenn er auf einem normalen Startplatz losgefahren wäre, hätte er wohl auch gepunktet", ärgerte sich der neue Sportdirektor Allan McNish. "Das gleiche gilt auch für Nico bei einem sauberen Rennen." Mit der Pace war der Kommandostand zufrieden. Vor allem im kurvigen ersten Sektor zeigte sich der Audi stark. Das spricht für einen guten Abtrieb und viel Grip.

Die Aerodynamik scheint aber sehr spitz ausgelegt zu sein. Kaum ist die Anströmung gestört, verliert der R26 an Performance. "Wenn wir im Verkehr hängen, tun wir uns schwer damit, andere Autos zu überholen", gab McNish zu. "Ich hoffe, dass wir in Zukunft nicht mehr so oft in die Situation kommen, andere überholen zu müssen."

Nico Hülkenberg - Audi - Formel 1 - GP Miami 2026
xpb

Steile Lernkurve bei Audi

Der Schotte versuchte dennoch, die Situation einigermaßen positiv zu sehen: "Dass wir im Vergleich zu den anderen mit einem relativ kleinen Paket gut mithalten konnten, zeigt, dass der rohe Speed vorhanden ist. Aber die Lücken werden irgendwann automatisch kleiner werden. Williams hat sich bei der Rennpace extrem verbessert. Wir müssen also auch nachlegen und an den Schwächen arbeiten."

Der mehrfache Le-Mans-Sieger weiß aber auch, dass die beste Performance nichts hilft, wenn die Autos ausfallen. Erst müsse die Zuverlässigkeit stimmen, bevor man andere Bereiche angehen könne. "Natürlich wollen wir nicht, dass so etwas passiert. Aber wenn man sich mal umschaut, kämpfen viele noch mit solchen Problemen. Alle sind noch in einer Lernphase. Es kommt nicht unerwartet, dass wir am Anfang nicht direkt alles perfekt hinbekommen."

Mattia Binotto & Allan McNish - Audi - Formel 1 - GP Miami 2026
Audi

McNish entlastet Binotto

Auch an der Struktur im Team wird noch gearbeitet. Mit der Beförderung von McNish zum Sportdirektor hat Teamchef Mattia Binotto wenigstens eine Baustelle beseitigt. "Mattia kümmert sich um die Motoren-Entwicklung in Neuburg und um die Fabrik in Hinwil. Er weiß, worauf es da als Teamchef ankommt. Ich fokussiere mich um die Operation des Rennteams an der Strecke. Dazu habe ich die Führung unseres Nachwuchsprogramms behalten, das wir Anfang des Jahres gestartet haben", erklärt der neue Mann die Rollenverteilung.

McNish gab aber auch zu, dass er bei seinem ersten Einsatz noch viel Zeit in der Beobachterrolle verbracht hat: "Es gab viel zu lernen. Ich musste erst einmal verstehen, wie die einzelnen Bereiche arbeiten und wie sie zusammenhängen. Da habe ich jetzt ein klareres Bild. Damit können wir nun versuchen, uns für Montreal weiterzuentwickeln."

Lange überlegen musste er nicht, als der Anruf von Binotto mit dem Angebot für die neue Aufgabe kam. McNish ist heiß auf seine neue Rolle: "Ich lebe für den Rennsport. Das mache ich, seitdem ich 11 Jahre alt war. Es motiviert mich, morgens aufzustehen. Ich gehe nicht zufrieden nach Hause, bevor wir gewinnen. Das ist nicht so einfach, weil man in seiner Karriere mehr verliert als gewinnt. Das ist einfache Statistik."

Fazit