Formel 1: Motor-Upgrade für Verstappen - Wo sieht sich Red Bull im Power-Vergleich?

Entscheidung über Motor-Upgrades
Wo sieht sich Red Bull im Power-Vergleich?

GP Kanada 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.05.2026
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Isack Hadjar - Red Bull - GP Kanada 2026
Foto: xpb

Mittlerweile dürften die meisten Fans wissen, worum es beim ADUO-Verfahren geht. Motorenhersteller mit einem Leistungsdefizit von mehr als zwei Prozent im Vergleich zum besten Antrieb der Königsklasse, bekommen die Möglichkeit nachzurüsten. Verbunden mit der Chance, neue Teile zu homologieren, sind auch zusätzliche Prüfstandsläufe und mehr Entwicklungsbudget.

Selbst die Hersteller, die nicht direkt ein Upgrade nachlegen wollen, können die Freiheiten bei der Entwicklung also sehr gut gebrauchen. Entsprechend groß sind die Diskussionen im Vorfeld der Entscheidung des Weltverbands. Die Taktik der Motorenhersteller ist klar: Es geht darum, die eigene Leistung möglichst schlecht zu reden, um den Druck auf die FIA-Schiedsrichter zu erhöhen.

Das geht so weit, dass Mercedes des absichtlichen Sandbaggings beschuldigt wird. Die Motoren aus Brixworth sollen angeblich nur mit angezogener Handbremse betrieben werden, um der Konkurrenz nicht zu weit zu enteilen und den anderen noch mehr Möglichkeiten zum Nachrüsten zu geben. Mercedes bestreitet das natürlich.

Pokerspiel um Nachrüst-Freigabe

Toto Wolff konterte im verbalen Pokerspiel, in dem er behauptete, dass eigentlich nur Honda die Chance auf eine Nachrüstung verdient hätte. "Alle anderen Antriebe liegen mehr oder weniger auf einem ähnlichen Niveau", so die einfache Analyse des Österreichers.

Die Verantwortlichen von Ferrari und Audi rechneten zuletzt regelmäßig vor, wie viel Zeit auf den Geraden verloren geht. Verbunden natürlich mit der Forderung, über das ADUO-Verfahren für etwas mehr Chancengleichheit zu sorgen. Sonst würden am Ende Zustände wie in der Saison 2014 drohen, als Mercedes alles dominierte und jahrelang von dem Vorsprung zehrte.

Red Bull hatte sich in den Diskussionen bisher merklich zurückgehalten. Viele Experten sehen die V6-Power-Unit des neuen Players auf dem Motorenmarkt direkt auf Anhieb auf Rang zwei des Leistungs-Rankings. Die Entwicklungsabteilung auf dem Technologie-Campus in Milton Keynes ist die große Überraschung der Saison.

Laurent Mekies - Red Bull - GP Kanada 2026
xpb

Red Bull auf Niveau von Ferrari und Audi

"Die Arbeit, die da geleistet wurde, gibt uns die Möglichkeit zu kämpfen", lobt auch Teamchef Laurent Mekies seine Kollegen. "Das Projekt ist praktisch aus einem Feld hinter unserer Red-Bull-Fabrik entstanden. Die Leistung ist nicht weniger als phänomenal." Red Bull hatte sich mit cleveren Abwerbungen bei der Konkurrenz eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Auch wenn später Ford als Partner mit ins Boot geholt wurde, gehen 99 Prozent des Erfolgs auf die eigene Kappe.

Was die Frage nach dem besten Motor der Formel 1 angeht, liegt Mekies mit seinen Kollegen auf einer Linie: "Beim Antrieb führt Mercedes das Feld ganz klar an. Das betrifft insgesamt acht Autos. Es macht also einen signifikanten Unterschied." Seinen eigenen Antrieb will er allerdings nicht zu hoch einstufen: "Mit etwas Abstand sehen wir dahinter eine Gruppe, in der wir zusammen mit Ferrari und Audi stecken."

Wie sich die einzelnen Triebwerke genau einsortieren, will der Franzose aber nicht verraten. "Ich möchte hier keine genaue Reihenfolge nennen. Das würde man sowieso nur als Teil des Pokerspiel ansehen. Aber man kann sicherlich eine konstante Lücke zu den Autos mit Mercedes-Antrieb erkennen. Honda liegt ein Stück dahinter zurück."

Fazit