Formel 1: Audi nutzt ADUO: Geheimes Motoren-Upgrade schon in Barcelona

Audi nutzt ADUO-Freigabe
Geheimes Motoren-Upgrade schon in Barcelona

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.06.2026
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Audi - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: Audi

ADUO ist dieses Jahr das große Streitthema in der Formel 1. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff "Additional Development and Upgrade Opportunities" – kurz gesagt: Motorenhersteller, die beim Antrieb einen Leistungsrückstand aufweisen, bekommen durch das neue Verfahren die Möglichkeit, aufzuholen und neue Komponenten für ihre Power Unit nachzurüsten.

Nach dem Rennen in Monaco verschickte die FIA das Ergebnis des ersten Messzyklus. Dabei kam heraus, dass Red Bull aktuell den stärksten Verbrenner in der Formel 1 besitzt. Je nach Abstand zum Marktführer können die Konkurrenten in unterschiedlichen Umfängen nachbessern. Mercedes liegt relativ nah dran und darf dieses Jahr noch ein Upgrade bringen. Ferrari, Audi und Honda stehen mehrere Upgrade-Schritte zur Verfügung.

Während Ferrari am kommenden Wochenende in Spielberg das erste Facelift seines Triebwerks ins Rennen schickt, hatte man von Audi eigentlich erwartet, dass sich die Ingenieure noch etwas länger Zeit lassen. In der neuen Motoren-Fabrik in Neuburg müssen sich die Prozesse noch einspielen. Audi ist bei der Fertigung von Komponenten in den meisten Bereichen noch auf Zulieferer angewiesen. Entsprechend lang sind die Vorlaufzeiten.

Paul Aron - Audi - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Audi verbessert den Motor

Außerdem arbeitet Audi schon seit geraumer Zeit an einer komplett neuen Power Unit. Der große Schritt, mit dem man ganz vorne angreifen will, steht aber frühestens zur Saison 2028 zur Verfügung. Um keine Ressourcen zu verschwenden, sollte es bis zum großen Facelift antriebsseitig nur kleinere Nachbesserungen geben.

Überraschenderweise soll Audi nun aber schon in Barcelona Änderungen an der Hardware vorgenommen haben, wie die britischen Kollegen von Autosport auf ihrer Webseite berichten. Das Upgrade war öffentlich nicht angekündigt worden. Die FIA vermeldete nur, dass beide Autos zum Freitagstraining mit neuen V6-Verbrennern und neuen Turbos ausgestattet wurden. Dass es sich dabei um neue Spezifikationen handelte, war aus dem Dokument nicht zu entnehmen.

Angeblich sorgten die Änderungen aber nicht für einen großen Leistungszuwachs, sondern zielten eher auf Verbesserungen bei der Fahrbarkeit ab. Ein Problem des ursprünglichen Audi-Triebwerks bestand zum Beispiel im relativ großen Turbo, der Defizite beim Ansprechverhalten mit sich brachte.

Mattia Binotto - Audi - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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Schnelle Reaktion nach Freigabe

Dass Audi die Upgrades schon in Barcelona einbauen durfte, kam auch aus einem anderen Grund etwas überraschend: Red Bull hatte am Rande des Katalonien-Wochenendes noch von "vorläufigen" Messergebnissen beim ADUO-Verfahren gesprochen. Teamchef Laurent Mekies versuchte, das Ergebnis der Analyse noch einmal zu beeinflussen. Davon ließ sich die FIA aber offenbar nicht beeindrucken und gab der Konkurrenz grünes Licht.

Dass Audi schon direkt nach der Freigabe der FIA die ersten Maßnahmen parat hatte, ist ein gutes Zeichen für die weitere Zukunft. Die Entwicklung in Neuburg läuft offenbar auf vollen Touren. Das ADUO-Verfahren gibt Audi nicht nur die Möglichkeit, neue Teile zu homologieren, sondern auch die limitierte Zahl der Prüfstandsstunden zu erhöhen und mehr Geld in die Entwicklung zu stecken.

Fazit