Ferrari 643 - Ferrari F1-91 - Alain Prost - Jean Alesi - Auktion RM Sotheby‘s Peter Singhof / Courtesy of RM Sotheby's
Ferrari 643 - Ferrari F1-91 - Alain Prost - Jean Alesi - Auktion RM Sotheby‘s
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Formel-1-Auktion: Jean Alesis Ferrari 643

Auktion: Ferrari 643 (1991) zum Verkauf Der französische Ferrari

Die doppelte Vize-Meisterschaft in der Saison 1990 ließ Ferrari vom großen Aufschlag im Folgejahr träumen. Nachdem ein Modell-Update mit Technik-Problemen gefloppt war, sollte eine intensivere Überarbeitung namens Ferrari 643 die Saison 1991 retten. Doch weitere Fehlschläge stürzten die Italiener zurück ins Chaos. Ein Chassis des bewegten Jahres steht nun zum Verkauf.

Für Ferrari begannen die 1990er-Jahre rosig. Mit Alain Prost hatte die Scuderia den amtierenden Weltmeister nach Maranello gelockt, der dort eine namhafte Mannschaft mit reichlich Innovationsgeist vorfand. Das 1989 eingeführte semi-automatische Sieben-Gang-Getriebe und ein verfeinerter V12-Motor lieferten bei der Technik gleich mehrere Gründe für den vormals vermissten Optimismus.

Obwohl in der Saison 1990 dann doch nicht alles reibungslos funktionierte – vor allem bei Prosts Kollegen Nigel Mansell –, gab es in beiden Endabrechnungen souveräne zweite Plätze zu bejubeln. Die fünf Siege von Prost bzw. nur vier Ausfälle (genauso viele wie bei Champion Senna) hatten aber größere Ambitionen geweckt. Schließlich warteten die Italiener seit 1983 auf einen Titel.

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(Vize-)Weltmeister Alain Prost, 700 V12-PS und eine gute Haltbarkeit – die Vorzeichen für die Saison 1991 waren grundsätzlich positiv.

Reichlich Trikolore, wenig Triumphe

Die ersten sechs Rennen der erhofften Meistersaison 1991 bestritt die Scuderia mit einem Update des Ferrari 641. Die sowohl als 642 als auch als F1-91 katalogisierte rote Göttin trug einen etwas kraftvolleren, aber grundsätzlich ähnlichen 3,499-Liter-V12 in sich und glich auch beim Carbon-Chassis-Skelett der Vorgängerin.

Doch bei der Haltbarkeit häuften sich nach einem guten Beginn die Enttäuschungen. Prost und sein neuer Stallgefährte Jean Alesi kamen nur bei drei von sechs Rennen an. Parallel sammelte Titelverteidiger Senna vier Siege am Stück und holte nach einem Ausfall in Kanada einen dritten Platz in Mexiko.

Aus dem Schwung des Vorjahres wurde so zügig Druck – die Rettung in der Form des Ferrari 643 (offiziell weiter F1-91) war allerdings für Lauf 7 bereits in der Vorbereitung. Die Verantwortlichen des diesmal stark überarbeiteten Grundkonzepts hießen Steve Nichols und Jean-Claude Migeot. Der US-Amerikaner und der Franzose steckten viel Aufwand in das Chassis, welches ganz auf den Stil von Prost zugeschnitten sein sollte.

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Der Speed war meist gegeben, doch Handling und Technik-Ärger versauten die Vorfreude.

Schneller Erfolg, kurze Ehe

Direkt bei seinem Debüt konnte das neue Paket glänzen: Alain Prost feierte beim Heimspiel in Magny-Cours den zweiten Platz und Youngster Alesi wurde im hier abgebildeten Chassis guter Vierter. Ein dritter Rang für Prost in Silverstone schien den Aufwärtstrend anschließend zu bestätigen, jedoch folgten dann drei bittere Ausfälle. Jegliche Resthoffnung auf den Titel war damit dahin.

Für Alesi ergaben sich parallel immerhin zwei Achtungserfolge. Nach einem vorzeitigen Ende in Großbritannien führt das Geschichtsbuch Platz drei in Hockenheim und Platz fünf in Ungarn auf. Gegen die übermächtigen Teams McLaren-Honda mit Senna und Williams-Renault mit Mansell war am Ende trotzdem kein italienisches Kraut gewachsen.

Frustriert von den sich auftürmenden Problemen auf und neben der Strecke platzte bei "Professor" Prost schlussendlich die Hutschnur. Auch aus transferpolitischen Gründen stichelte er, dass ein Lkw einfacher zu fahren sei als die Göttin. Noch vor dem letzten Lauf in Adelaide erhielt er deshalb das zweite "Entlassungsschreiben" seiner Karriere.

Testpilot Gianni Morbidelli übernahm und pilotierte das besagte Chassis 127, welches vorher meist ein Dasein auf der Ersatzbank gefristet hatte. Der Ersatz aus Pesaro glänzte im australischen Starkregen. Wegen des vorzeitigen Abbruchs wurde sein dritter Rang allerdings nach Zurücksetzen der Runden auf Platz sechs korrigiert. Trotzdem: starke 0,5 Zähler beim Ferrari-Debüt.

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Mit der Entlassung von Prost fand das Jahr 1991 seinen unrühmlichen Tiefpunkt. Selbst der Franzose würde zustimmen, dass zumindest das Cockpit hübscher als bei einem Lkw ist.

Chassis 127 sucht ein neues Zuhause

Im Anschluss an die Frust-Saison frischte die Ferrari-Fabrik den Renner auf und verkaufte ihn nach Südafrika, wo er bis 2016 verblieb. Der erste Eigentümer dort bestellte bis 2010 regelmäßig zwei Techniker aus Maranello ein, die den 643 kontrollierten und regelmäßig den Motor anließen. Nur 300 Kilometer soll der Renn-Tacho hinzugewonnen haben. Der zweite Eigentümer ermöglichte unter anderem dem älteren Scheckter-Bruder Ian eine Ausfahrt in Kyalami.

2016 gelangte Chassis 127 nach Deutschland, wo ein Enthusiast eine volle Restaurierung organisierte. Das legendäre Sieben-Gang-Getriebe, die Aufhängung und die Bremsen standen dabei im Fokus, doch auch der Motor wurde erneut penibel gecheckt. Im verjüngten Gewand zeigte sich der Ferrari anschließend bei den Minardi Days in Imola 2018 und beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring 2020. Das Auktionshaus RM Sotheby's betont hierbei, dass Einsätze in den Histo-Serien Formula Legends 3.5L und Ignition GP möglich sind.

Passend zum französischen Fahrer-Duo von Ferrari, seinem Höhepunkt in Magny-Cours und seinem Designer Migeot steht das Chassis 127 jetzt in Paris zur Auktion. Der erhoffte Eigentümerwechsel soll am 1. Februar vollzogen werden. RM Sotheby's führt eine erwartetre Preisspanne von 2,9 bis 3,4 Millionen Euro auf.

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