Cooper-Zerex-Oldsmobile - Roger Penske - Bruce McLaren Bonhams 
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Motorsport-Historie: Erster Rennwagen mit McLaren-Logo

„Jolly Green Giant“ wieder aufgetaucht Bruce McLarens Heiliger Gral

Der "Jolly Green Giant" gehört zu den skurrilsten Autos der Rennsport-Geschichte. Die Karriere des Cooper-Zerex-Oldsmobile begann 1961 als F1-Renner und endete zahlreiche Umbauten später als Fahrgestell-Mumie in einer obskuren Garage in Südamerika. Besonders macht ihn die Zeit im Besitz von Bruce McLaren. Jetzt wurde er von Bonhams für 911.000 Pfund in Goodwood verkauft.

Es hätte eine Szene aus einem Indiana-Jones-Film sein können. Nach unerträglich langer Suche öffnet Howden Ganley, der letzte Lebende aus dem ursprünglichen McLaren-Rennteam, zusammen mit seinen Verbündeten eine große Holzkiste aus Südamerika.

In ihr befinden sich zwar weder die Bundeslade noch der Heilige Gral. Doch für die in Würde ergrauten Herren ruht in der flachen Box nicht weniger als das spannendste Artefakt der Rennsport-Geschichte. Auf seinem jahrzehntelangen Weg zurück nach Großbritannien erlebte das Cooper-Zerex-Oldsmobile zahlreiche Abenteuer, vor die selbst Dr. Jones seinen Hut ziehen würde.

Seine Geschichte begann in der Rennwagen-Schmiede von Cooper, die 1961 ein 1,5-Liter-F1-Auto für den Großen Preis der USA auf Kiel legte. Das Chassis F1/16/61 mit Coventry-Climax-Motor war für den (motor)sportverrückten Millionär Briggs Cunningham bestimmt, der sich die Dienste von Walt Hansgen gesichert hatte. Wie so häufig beim talentierten Fahrer aus New Jersey schlug jedoch das Pech zu – und damit sein Auto ein. Die Geschichte hätte damit schon nach nur 14 Rennrunden beendet sein können.

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Bonhams 
Howden Ganley (Mitte), der letzte Lebende aus dem ursprünglichen McLaren-Rennteam, begrüßte den Cooper-Zerex-Oldsmobile bei seiner Rückkehr nach Großbritannien.

Roger Penskes "Großer Transformer"

Mit Roger Penske nahm sich allerdings ein aufstrebender Rennsport-Enthusiast der mit 1.250 US-Dollar bemessenen Trümmer an. Der heute legendäre Teambesitzer und Eigentümer des Indianapolis Motor Speedway erneuerte den Rahmen und ergänzte eine Außenhaut – der Sportwagen Zerex Special war geboren.

Am Steuer des nach einem Frostschutzmittel-Hersteller benannten Autos trat Penske daraufhin erfolgreich in Formula-Libre-Rennen an. 1962 gewann er im tiefroten Prototyp unter anderem den Grand Prix von Riverside (200 Meilen), vor Jim Hall im Chaparral 1 Chevrolet, und den Großen Preis von Puerto Rico.

Nach weiteren Modifikationen entschied sich Roger Penske, der wenig später seinen Helm zugunsten des eigenen Teams an den Nagel hing, dazu, den Zerex Special zu verkaufen. Im Anschluss an einen kurzen, ebenfalls erfolgreichen Zwischenstint beim Texaner John Mecom jr. – siegreicher Owner beim Indy 500 1966 – landete das Auto 1964 schließlich bei Bruce McLaren. Im neu gegründeten Rennteam des Neuseeländers sollte das Fahrzeug endgültig in die Motorsport-Geschichte eingehen.

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Der heutzutage als erfolgsverwöhnter Teambesitzer bekannte Roger Penske sammelte im Zerex Special noch selbst Siege.

Eigenes Logo, grüne Farbe

McLaren, der damals noch für die Cooper Car Company in der Formel 1 antrat, hatte den Werdegang des Zerex Special stets gespannt verfolgt und galt als großer Fan der Ideen von Roger Penske. Zwischen seinen GP-Auftritten werkelte er, vom Innovationsgeist des Amerikaners beseelt, weiter am Frankenstein-Fahrzeug herum und gewann mit ihm Sportwagen-Rennen in Großbritannien.

Er und seine Mannschaft waren sich aber schnell einig, dass es eines nächsten großen Image-Wechsels bedarf. Dafür pflanzten sie einen 3,5 Liter großen Oldsmobile-V8 in das ursprünglich zierliche Chassis ein und entwarfen ein eigenes McLaren-Logo für den Cooper-Zerex-Oldsmobile.

Die dunkelgrüne Farbe war der Legende nach hingegen nicht derart detailliert geplant: Da bis zum letzten Moment an dem Update gearbeitet wurde, ließ sich nur noch ein Farbtopf der Kategorie "Gartentor-Grün" auftreiben. Die Szene nahm es mit Humor und taufte den Wagen auf den Spitznamen "Jolly Green Giant" – der vergnügte grüne Gigant.

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Bruce McLaren wagte mit seinem "Jolly Green Giant" erste große Konstrukteursarbeit unter eigenem Namen.

Wiedervereinigung nach 58 Jahren

Der grüne Renner feierte anschließend weitere Erfolge in Nordamerika und in Großbritannien. Im Herbst 1964 folgte dann der Nachfolger M1 als erste wirkliche McLaren-Entwicklung. Der Cooper-Zerex-Oldsmobile durchlief drei weitere Verkäufe, bis er schließlich in Südamerika verstaubte. Der Sohn des letzten, mittlerweile auch über 80 Jahre alten Käufers, ermöglichte über 50 Jahre später die Rückkehr in das Vereinigte Königreich.

Das dank des warmen Wetters quasi mumifizierte Fahrgestell reiste sechs Wochen lang auf die Insel, wo es von Howden Ganley mit Spannung in Empfang genommen wurde. Der McLaren-Mann der ersten Stunde erzählt: "Ich fühle mich bis heute privilegiert, der dritte Angestellte in der Werkstatt von Bruce McLaren zu sein. Es ist ein unglaublicher Gedanke, vor 58 Jahren zusammen mit Tyler Alexander und Wal Willmott an diesem Auto gearbeitet zu haben." Nach seiner Kontrolle habe er an der Echtheit keinen Zweifel.

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Zuletzt trat bereits ein "wiederentdeckter" Zerex Special bei historischen Veranstaltungen an. Der Eigentümer ist jedoch kein Hochstapler.

Ist er wirklich original?

Obwohl auch Experten des Auktionshauses Bonhams, welche die Rückführung begleitet und das Auto am Samstag (17.9.) in Goodwood für 911.000 Pfund verkauft haben, die Korrektheit bezeugen, bleibt trotzdem ein kleines Fragezeichen. 2019 erklärte bereits der Enthusiast Greg Heacock, den Zerex Special wiederbelebt zu haben. Er trat mit seinem roten Prototyp sogar beim Members' Meeting in Goodwood an und hatte passende Argumente im Gepäck.

So habe er gute Gründe zu glauben, eine von McLaren entfernte Chassis-Sektion des originalen Cooper-F1-Autos aufgetrieben und zum Zerex Special wieder aufgebaut zu haben. Mitglieder des Penske-Teams, die noch am Vorbild gearbeitet haben, hielten den Fund auf seine Nachfrage hin ebenfalls für plausibel. Falls alles – wie erwartet – mit rechten Dingen zugeht, tauchte der lange verlorene "Jolly Green Giant" also gleich in doppelter Form wieder auf. Und das klingt dann wirklich nach Indiana Jones.

In der Galerie haben wir einige Bilder aus der spannenden Historie des Cooper-Zerex-Oldsmobile und seiner Ankunft in Großbritannien.

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