Max Verstappen - Red Bull - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1 Wilhelm
Nico Hülkenberg - Aston Martin - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
Alexander Albon - Yuki Tsunoda - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
Nicholas Latifi - Williams - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
Carlos Sainz - Ferrari - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022 82 Bilder

GP Bahrain 2022 - Analyse Training & Longrun-Zeiten

Trainingsanalyse GP Bahrain 2022 Verstappen eine Klasse für sich

GP Bahrain 2022

In der Zeitentabelle sieht es zwischen einem engen Rennen zwischen Red Bull und Ferrari aus. Bereinigt um den Power-Modus und den Tankinhalt ist der Vorteil von Max Verstappen größer. Mercedes kämpft noch mit den Tücken des Bouncings.

Red Bull gegen Ferrari. Das war das Fazit nach den Testfahrten. Dieses Bild setzte sich auch am ersten Trainingstag zum GP Bahrain fort. Allerdings ist der Vorsprung von Max Verstappen größer als er in der Zeitentabelle aussieht. Nach Messungen der Teams hat Red Bull mehr Reserven bei der Motor-Power und dem Tankinhalt.

Im Longrun zeigte sich die Überlegenheit des Red Bull deutlicher als auf eine Runde. "Max fährt in einer eigenen Liga", urteilte Mercedes-Teamchef Toto Wolff genervt. Die Silberpfeile sitzen immer noch in der Bouncing-Falle. Im Augenblick schlagen sie sich mit Alfa-Sauber, Haas und Alpine um die Führung im Verfolgerfeld. Für McLaren, Aston Martin und Williams endete der erste Arbeitstag im neuen Formel-1-Jahr mit Ernüchterung.

Max Verstappen - Red Bull - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
Max Verstappen kann sich freuen. Sein Red Bull funktioniert.

Sechs Dinge, die Sie wissen müssen

1) Wer hat das schnellste Auto auf eine Runde?

Mercedes-Teamchef Toto Wolff fürchtet: "Max fährt in einer eigenen Liga." In der Zeitentabelle sieht es auf eine Runde eher nach einem engen Rennen zwischen Red Bull und Ferrari aus. Besser gesagt zwischen Max Verstappen und Charles Leclerc. Die Teamkollegen Sergio Perez und Carlos Sainz können da nicht mithalten. "Im zweiten Training war das gute Gefühl für das Auto verflogen", klagte Sainz.

Verstappen war einen Hauch schneller als Leclerc. Der Vorsprung von 0,087 Sekunden relativiert sich, weil der Ferrari-Pilot seine Runde im zweiten Anlauf gefahren ist. Eine schnelle und zwei Aufwärmrunden waren bereits auf der Lauffläche, als Leclerc seine persönliche Bestzeit gefahren ist. Verstappen nagelte seine schnellste Runde gleich im ersten Anlauf in die Bahn.

Die GPS-Daten lassen jedoch vermuten, dass Red Bull mit der Motorleistung noch mehr in der Hinterhand hat als die Ferrari. Dabei lag Verstappen mit 317 km/h auf der Zielgerade an der Spitze. Der Red Bull RB18 ist der König des ersten und dritten Sektors. Er ist schnell auf den Geraden, nimmt dem Ferrari aber in bestimmten Kurven bis zu fünf km/h ab. Ferrari verliert auf Verstappen in den Kurven 6, 7, 10 und 13. Der Weltmeister stapelt tief: "Die Ferrari sind dicht dran. Ich gehe davon aus, dass heute noch keiner die Karten aufgedeckt hat und erwarte morgen ein hartes Rennen um die Bestzeit." Leclerc ist vorsichtiger: "Wir scheinen einigermaßen wettbewerbsfähig zu sein."

Mercedes liegt eine halbe Sekunde zurück. Genau der Rückstand, den die Mercedes-Ingenieure schon am Ende der Testfahrten errechnet hatten. Dreieinhalb Zehntel gehen allein auf die erste Kurve. Der Grund ist noch nicht bekannt. Es könnte eine Kombination von kleinen Defiziten sein. Verluste beim Bremsen wegen des Bouncings am Ende der Zielgerade. Oder zu kalte Hinterreifen beim Rausfahren. Im zweiten Streckenabschnitt macht Russell sogar Zeit auf Verstappen gut. Im dritten bleiben wieder 0,15 Sekunden liegen. Chefingenieur Andrew Shovlin bedauerte: "Wir können über die Balance vielleicht nocvh ein paar Zehntel finden, aber dsas war's." Alpine führt das Verfolgerfeld vor Alfa-Sauber und Haas an. Dann folgen McLaren und Alpha Tauri. Am Ende liegen Aston Martin und Williams.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
Ferrari ist mindestens der erste Verfolger von Verstappen im Red Bull.

2) Wer liegt im Longrun vorne?

In der Rennsimulation ist der Vorteil von Red Bull eklatant. Vergessen Sie den Soft-Longrun von Fernando Alonso. Der Spanier war nur vier Runden auf den weichen Sohlen unterwegs und spulte den Dauerlauf am Schluss des Trainings mit weniger Sprit im Tank ab. Verstappen war im Mittel um eine Zehntel besser als Leclerc, doch der Ferrari legte nur halb so viele Runden zurück. Das schönt den Abstand. Sergio Perez im zweiten Red Bull verlor sechs Zehntel auf seinen Teamkollegen.

Im Abstand von 0,8 bis 1,2 Sekunden folgt ein ganzes Paket von Fahrern. Valtteri Bottas und Kevin Magnussen fahren dabei über eine Sequenz von acht bis 13 Runden schneller als Carlos Sainz und George Russell. Magnussen legte den Soft-Longrun zwar im zweiten Stint auf die Bahn, doch weil der Däne zuvor nur drei Runden auf dem Medium-Reifen unterwegs war, ist die Tankfüllung mit seinen Konkurrenten vergleichbar.

Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur atmete auf: "Auf eine Runde liegt noch mehr drin. Aber Valtteris Longrun war wirklich gut." Der Finne ließ sogar seinen alten Rennstall Mercedes hinter sich. "Das wird nicht ewig so bleiben", mutmaßt Vasseur. "Irgendwann werden die ihr Bouncing-Problem lösen."

Auf den Medium-Reifen müssen wir Pierre Gasly und Valtteri Bottas aus dem Vergleich ziehen. Mit drei und vier Runden kann man nicht wirklich von einer Rennsimulation sprechen. Außerdem profitierten beide gegen Ende des Trainings von weniger Benzin im Tank. Der erste echte Dauerlauf war der von Fernando Alonso. Der Alpine-Pilot deutete mit 1.38,509 Minuten im Mittel über elf Runden an, dass der französische Rennstall im Verfolgerfeld durchaus eine Führungsrolle einnehmen könnte. Und dazu zählen im Moment noch Mercedes und die Ferrari-Kunden Alfa-Sauber und Haas. Die Mercedes-Piloten klagten auf längeren Distanzen über starkes Untersteuern.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
Mercedes läuft seiner Form weiter hinterher.

3) Was ist mit Mercedes los?

Die Mercedes leiden immer noch unter dem Schaukelproblem. Das zwingt ihnen Kompromisse bei der Abstimmung auf. Im ersten Training probierte der Konstrukteurs-Weltmeister zwei unterschiedliche Unterboden-Versionen aus. Lewis Hamilton einen neuen, George Russell einen alten. Die Testfahrten-Spezifikation gewann das Rennen. Für den Abend wurde Hamiltons W13 auf den alten Boden zurückgerüstet. Trotzdem wurden die Fahrer kräftig durchgeschüttelt. "Wir bewegen uns nur langsam auf das Ziel zu", bedauert Technikchef Mike Elliott.

Jeder Schritt, das Problem zu lösen, macht die Autos im Moment langsamer. Beim ersten Aufeinandertreffen nahm Russell seinem Teamkollegen 0,615 Sekunden ab. Doch dafür gab es Gründe. An Hamiltons Mercedes zogen die Bremsen einseitig. Außerdem fiel die meiste Zeit das DRS aus. Auf der Zielgerade war der Mercedes mit der Startnummer 44 deshalb um 25 km/h langsamer als das andere Auto. In der Rundenzeit macht das ungefähr die sechs Zehntel Differenz aus, die auf der Uhr zu sehen waren. Den Mercedes fehlt generell noch Speed auf den Geraden. "Wir haben alle Power-Einstellungen mal durchprobiert", heißt es bei Mercedes. Hamilton fasste den ersten Tag aus seiner Sicht zusammen: "Wir bluffen nicht, wie viele Leute immer noch glauben. Uns fehlen acht Zehntel auf Red Bull und eine halbe Sekunde auf Ferrari."

Lando Norris - McLaren - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
McLaren schaffte es in keinem der beiden Trainings in die Top 10.

4) Warum hat McLaren seinen Speed verloren?

Bei den Barcelona-Test zählte McLaren neben Ferrari zu den Stars. Dann warfen Bremsprobleme in Bahrain den Traditionsrennstall hart auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Bremsbelüftungen wurden seitdem zwei Mal modifiziert. Teamchef Andreas Seidl spricht trotzdem noch von einer "Interimslösung." Laut Seidl wird es bis zum Grand Prix in Imola dauern, bis man das vordere Bremssystem perfektioniert hat.

Lando Norris notierte einen leichten Fortschritt, was aber auch von den überraschend kühlen Außentemperaturen im abendlichen Bahrain begünstigt wurde. Beide McLaren-Piloten klagten über mangelnden Grip. Das wirkte sich im Longrun noch dramatischer aus als auf eine Runde. Da verfehlte Norris die Top Ten um eine Zehntelsekunde. Im Soft-Dauerlauf landete der Engländer auf dem vorletzten Platz. Nur Nicholas Latifi war langsamer. "Das Gesamtpaket passt nicht. Uns fehlt richtig viel Zeit", zog Norris eine ernüchternde Bilanz.

Mick Schumacher - Haas - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
Haas erlebte einen reibungslosen Tag. Erstmals gab es keine Probleme mit der Technik.

5) Ist Schumacher ein Kandidat für WM-Punkte?

Beide Haas-Piloten schafften es in die Top Ten. Mick Schumacher erzielte seine schnellste Runde auf den Soft-Reifen sogar im zweiten Anlauf. Das ist ein Zeichen, dass der US-Ferrari pfleglich mit seinen Reifen umgeht. "Und es zeigt, dass da für uns noch mehr drin ist", freut sich Teamchef Guenther Steiner. Dafür lief es für den Wahlschweizer im Longrun auf den Medium-Reifen nicht so gut. Da fehlten bei vergleichbarer Laufleistung im Schnitt vier Zehntel auf Alfa Sauber-Neuling Guanyu Zhou.

Schumacher bilanzierte trotzdem zufrieden: "Es fühlt sich gut an, in den Top Ten zu landen." Kevin Magnussen zeigte mit dem sechstschnellsten Dauerlauf hinter Valtteri Bottas und vor Carlos Sainz, dass mit dem Haas auch im Rennen zu rechnen ist. Für Steiner war wichtig, dass es in den zwei Trainingsstunden keinerlei Probleme gab: "Das war unser bester Testtag."

Nico Hülkenberg - Aston Martin - GP Bahrain - Sakhir - Formel 1 - Freitag - 18.3.2022
xpb
Nico Hülkenberg kam schnell auf ein ordentliches Tempo in seinem Aston Martin.

6) Wie ging es Nico Hülkenberg?

19 Fahrer im Feld hatten in der Theorie 27 Stunden Zeit sich auf die neuen Autos und neuen Reifen einzuschießen. Bei Nico Hülkenberg werden es am Ende drei sein. Schlimmer noch: Der Ersatzpilot für Sebastian Vettel ist seit dem GP Eifel 2020 kein Rennen mehr gefahren. Vettel hatte seinen Ersatzmann am Telefon instruiert. Trotzdem wunderte sich Hülkenberg: "Ich war erstaunt, wie anders sich die Reifen und der Bremsprozess anfühlen. Du musst es im Auto selbst spüren. Da helfen dir Tipps nicht viel weiter."

Der erste Eindruck: "Die größte Umstellung sind die Reifen und das Gewicht. Du spürst es vor allem in mittelschnellen Kurven. Da fühlt sich das Auto richtig träge an. Außerdem haben die Autos kaum noch Federweg. Du hast den Eindruck, direkt auf der Straße zu sitzen." Nach 51 Runden konnte der Edelreservist sagen: "Ich fühlte mich von Mal zu Mal wohler im Auto. Jetzt muss ich die Eindrücke erst einmal verarbeiten. Da kommt morgen noch was."

Longrun-Analyse GP Bahrain 2022

Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Alonso 1.37,274 min 4 soft 2
Verstappen 1.37,472 min 11 soft 1
Leclerc 1.37,500 min 5 soft 1
Perez 1.38,049 min 10 soft 1
Bottas 1.38,335 min 8 soft 1
Magnussen 1.38,471 min 9 soft 2
Sainz 1.38,522 min 8 soft 1
Russell 1.38,556 min 13 soft 1
Gasly 1.38,747 min 8 soft 1
Ocon 1.38,833 min 10 soft 1
Stroll 1.39,306 min 10 soft 1
Norris 1.39,529 min 17 soft 1
Latifi 1.40,070 min 14 soft 2
         
Gasly 1.38,098 min 3 medium 2
Bottas 1.38,169 min 4 medium 2
Alonso 1.38,509 min 10 medium 1
Hamilton 1.38,756 min 13 medium 1
Magnussen 1.38,800 min 3 medium 1
Ocon 1.38,856 min 5 medium 2
Zhou 1.39,236 min 12 medium 1
Tsunoda 1.39,334 min 9 medium 1
Latifi 1.39,605 min 3 medium 1
Schumacher 1.39,802 min 11 medium 1
Albon 1.40,156 min 9 medium 1
Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Alonso 1.37,274 min 4 soft 2
Verstappen 1.37,472 min 11 soft 1
Leclerc 1.37,500 min 5 soft 1
Perez 1.38,049 min 10 soft 1
Bottas 1.38,335 min 8 soft 1
Magnussen 1.38,471 min 9 soft 2
Sainz 1.38,522 min 8 soft 1
Russell 1.38,556 min 13 soft 1
Gasly 1.38,747 min 8 soft 1
Ocon 1.38,833 min 10 soft 1
Stroll 1.39,306 min 10 soft 1
Norris 1.39,529 min 17 soft 1
Latifi 1.40,070 min 14 soft 2
         
Gasly 1.38,098 min 3 medium 2
Bottas 1.38,169 min 4 medium 2
Alonso 1.38,509 min 10 medium 1
Hamilton 1.38,756 min 13 medium 1
Magnussen 1.38,800 min 3 medium 1
Ocon 1.38,856 min 5 medium 2
Zhou 1.39,236 min 12 medium 1
Tsunoda 1.39,334 min 9 medium 1
Latifi 1.39,605 min 3 medium 1
Schumacher 1.39,802 min 11 medium 1
Albon 1.40,156 min 9 medium 1
Formel 1 Aktuell Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 2022 Power Ranking GP Spanien 2022 Besuch von Mercedes

Das Upgrade-Festival hat nicht viel an der Reihenfolge im Feld geändert.

Mehr zum Thema Alfa Romeo F1
Aston Martin - Technik - GP Spanien 2022
Aktuell
Formel Schmidt - Teaserbild - GP Spanien 2022
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2022
Aktuell
Mehr anzeigen