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Red Bull nimmt ab: Was hat Mercedes in Hinterhand?

Red Bull RB18 nimmt ab Was hat Mercedes in der Hinterhand?

GP Bahrain 2022

Red Bull und Ferrari gelten auf dem Papier als Favoriten für den GP Bahrain. Beide trauen den Ergebnissen der Testfahrten allerdings nicht. Beide rechnen damit, dass Mercedes ihnen zum Saisonstart Gesellschaft leistet. Die Frage ist, ob die Silberpfeile geblufft haben.

Am letzten Testtag von Bahrain schienen sich die Kräfteverhältnisse zu verschieben. Red Bull brachte ein großes Upgrade und übernahm die Spitze. Sportchef Helmut Marko sieht seine Mannschaft seither in der Führungsrolle. Mit Ferrari dahinter und Mercedes als schwer einzuschätzende Kraft. Es gab aber noch Unsicherheitsfaktoren, die erst das erste Rennwochenende aus dem Weg schaffen werden. Am Samstagabend werden in Bahrain alle zur gleichen Zeit auf weichen Reifen mit wenig Benzin unterwegs sein.

Ferrari hat bei Red Bull Eindruck hinterlassen. Schnelles Auto, kräftiger Motor. Vor allem die Longruns der roten Autos und der pflegliche Umgang mit den Pirellis ließ aufhorchen. Deshalb geht Ferrari gewissermaßen als Co-Favorit ins erste Rennwochenende der Saison. Auf den Short-Runs hielt Ferrari zurück. Man drehte die Motorleistung zurück und hatte laut Berechnungen der Konkurrenz noch ordentlich Benzin im Tank.

Red Bull RB18 - Seitenkasten - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1
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Red Bulls Seitenkasten ohne Verkleidungsteile.

Mercedes-Motor auf Schmalspur-Betrieb

Red Bull hat noch einen Trumpf in der Hinterhand. Der RB18 soll für den Saisonstart kräftig abspecken. Zwar wird man immer noch weit am Mindestgewicht von jetzt 798 Kilogramm vorbeisegeln. Jedoch ist zu hören, dass das dunkelblaue Auto mit den Bullenlogos durch die Gewichtskur allein zwischen zwei und drei Zehntel pro Runde gewinnen könnte.

Bei seiner schnellsten Runde der Testfahrten (1:31.720 Minuten auf C5-Reifen) war Max Verstappen laut Auskunft des Teams mit maximaler Motorleistung, jedoch nicht mit minimaler Tankfüllung auf der Bahn. Da wird also noch mehr kommen. Trotzdem befürchtet man im Team, dass Ferrari ein harter Brocken wird – und Mercedes obendrein aufschließen könnte.

Ein echtes Urteil über den Mercedes W13 mag keiner abgeben. Wenn man durchs Fahrerlager streift, und sich mit verschiedenen Parteien unterhält, sind die Ingenieure überzeugt, dass das silberne Auto über kurz oder lang funktionieren wird. Nicht wenige glauben, dass Mercedes bei den Testfahrten seine wahre Leistungsfähigkeit verschleiert hat. Ein Team rechnet vor, dass Mercedes allein von der Motorleistung her eine Sekunde in der Hinterhand habe. Man will das anhand der GPS-Daten im Vergleich mit Williams festgestellt haben. Der Rennstall aus Grove fährt mit Mercedes-Motor, und soll zwischendrin mal voll aufgedreht haben. Wenn das stimmt, wäre George Russell bei den Tests auf Verstappen-Niveau gefahren.

Mercedes W13 - Seitenkasten - GP Bahrain 2022 - Sakhir - Formel 1
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Mit seinem radikalen Seitenkasten-Konzept hat Mercedes die Konkurrenz aufgeschreckt.

Konkurrenz in Sorge

Der Miniatur-Seitenkasten mit der herausgelösten oberen Crashstruktur als zweckentfremdete Spiegelhalterung lässt die Konkurrenz nicht los. Mercedes beharrt darauf, dass die Spiegel mit dem neuen Regelwerk ein Teil des Bodyworks seien. Und dass die Verkleidung perse einem aerodynamischen Zweck diene. Weiter heißt es aus dem Team, dass das radikale Konzept nicht dem Streben der Formel 1 entgegenläuft, das Hinterherfahren zu erleichtern. Der Seitenkasten-Trick erhöhe also nicht die Turbulenzen hinter dem Silberpfeil.

Sowohl in Barcelona als auch in Bahrain sprang der W13 teilweise wie ein Hase über die Geraden bei hoher Geschwindigkeit. Das Bouncing bremste Mercedes aus. So erklärten es die Ingenieure. Zu tief, und das Material sowie die Fahrer wurden zu heftig durchgeschüttelt. Zu hoch, und es fehlte Abtrieb in den schnellen Kurven.

Die Mercedes-Ingenieure arbeiten daran, das Auto so einzustellen, dass es in sein Aerodynamik-Fenster für viel Abtrieb kommt, ohne ins Bouncing zu geraten. Wenn das gelingt, dürfte der Silberpfeil direkt ein paar Zehntel schneller werden. Im Fahrerlager kursieren Zahlen, dass Mercedes mit seinem neuen Konzept im Vergleich zum alten etwa eine Sekunde gefunden haben könnte.

Fraglich ist, ob Mercedes das Bouncing auch ohne zusätzliche Schlitze und Löcher im Unterboden in den Griff bekommt. Solche Eingriffe würden Rundenzeit kosten, und könnten den Performance-Vorteil auf dem Papier in der Realität auffressen. Noch hat Mercedes jedenfalls nicht den Beweis erbracht, dass sein Konzept das erfolgversprechendste ist. Die Konkurrenz ist dennoch in Sorge. Nach dem GP Bahrain sind wir alle schlauen. Vielleicht aber auch erst, wenn drei, vier Rennen verstrichen sind.

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