Max Verstappen - GP Steiermark 2021 Red Bull
Pierre Gasly - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Verstappen, Sainz & Leclerc - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Max Verstppen - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021
Impressionen - Formel 1 - GP Steiermark - Spielberg - 27. Juni 2021 50 Bilder

Vorschau GP Österreich: Verstappen-Hattrick?

F1-Vorschau GP Österreich 15-Tage-Hattrick für Verstappen?

GP Steiermark

Nur sieben Tage nach dem ersten Teil steht in Spielberg direkt der zweite Formel-1-Kracher auf dem Programm. Kann Max Verstappen auch den GP Österreich gewinnen und damit als erster Pilot in der Geschichte der Königsklasse drei Siege in 15 Tagen feiern? In der Vorschau haben wir die letzten Infos.

In der Formel 1 geht es aktuell Schlag auf Schlag. Die Corona-Pandemie zwingt dem schnellsten Kreisverkehr der Welt ein Tempo auf, bei dem weder Fans noch Piloten durchschnaufen können. Nach Paul Ricard und dem ersten Spielberg-Gastspiel steht nun direkt der zweite Grand Prix auf dem Red Bull Ring auf dem Programm, der unter dem traditionellen Namen "GP Österreich" firmiert.

Sonst ändert sich im Vergleich zur Vorwoche eigentlich nicht viel. Gedankenspiele, das Rennen in umgekehrter Fahrtrichtung durchzuführen, ließen sich nicht in die Realität umsetzen. Vor allem in den Kurven 1 und 3 mangelte es an dem nötigen Auslauf. So liegt die einzige nennenswerte Änderung in der Wahl der Reifen. Pirelli geht mit seinen Mischungen eine Stufe weicher.

Die große Frage lautet natürlich, ob sich innerhalb von sieben Tagen etwas am Kräfteverhältnis ändert, oder ob Max Verstappen den dritten Sieg innerhalb von 15 Tagen feiern kann. Die Vorstellung des Holländers beim ersten Spielberg-Rennen war so dominant und souverän, dass ein Mercedes-Konter nur schwer vorstellbar ist.

Vielleicht kann ja das Wetter etwas an der Red-Bull-Serie ändern. Für alle drei Tage des Rennwochenendes sind Schauer vorhergesagt. Das war am vergangenen Wochennde aber auch so, doch dann fielen die Tropfen erst eine halbe Stunde nach der Zieldurchfahrt. "Ich hatte eigentlich bei Petrus angerufen", scherzte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Aber offenbar habe ich bei der Regenbestellung die britische Zeit angegeben."

Die Strecke – Red Bull-Ring

Die 1969 unter dem Namen "Österreichring" eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen entlang. Der 4,318 Kilometer lange Kurs besitzt zwar mit nur 10 Kurven die wenigsten im gesamten Kalender, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red-Bull-Ring einige Tücken bereit – vor allem die Kerbs und die entstehenden Vibrationen beim Überfahren sorgen bei den Ingenieuren stets für Kopfzerbrechen. Sensoren, Steuergeräte, mechanische Komponenten, Flügel: Spielberg gilt als materialmordende Rennstrecke.

Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 3 steigt die Strecke um satte 100 Meter an. Danach geht es größtenteils bergab ins Ziel. Vor allem das Anbremsen auf die ersten beiden engen Ecken erweist sich als knifflig. Auf die anschließenden langen Geraden müssen die Piloten viel Schwung mitnehmen und ihre Autos eine gute Traktion beweisen. Diskussionen gibt es immer in den letzten beiden Kurven 9 und 10. Hier lässt die Rennleitung die Zeiten streichen, wenn die Piloten zu weit neben der Strecke unterwegs sind.

Die besten Überholmöglichkeiten gibt es auf den beiden langen Vollgaspassagen. Zwischen den Kurven 1 und 3 erreichen die Autos einen Top-Speed von rund 320 km/h. Dank einer 700 Meter langen DRS-Zone ist hier Überhol-Action garantiert. Die beiden anderen DRS-Zonen liegen auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 3 und 4.

Fast Facts zum GP der Steiermark

  • Streckenlänge: 4,318 Kilometer
  • Rennrunden: 71
  • Renndistanz: 306,452 Kilometer
  • Streckenrekord: 1:02.939 Min. (Valtteri Bottas, 2020)
  • Top-Speed: 334 km/h
  • Anzahl der Kurven: 10 (3 links / 7 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1 (Scheitelpunkt): 245,5 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 358,5 Meter
  • Durchfahrtszeit bei 80 km/h: ca. 16,1 Sekunden
  • DRS-Zonen: T2-3 / T3-4 / T10-1
  • Höhe: 670 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent
  • Reifen: C3 – C4 – C5
Pirelli-Streckengrafik - GP Österreich 2021
Pirelli
Pirelli geht beim Härtegrad eine Stufe nach unten. Zum Einsatz kommen die drei weichsten Mischungen.

Das Spielberg-Setup

Auf der in Sachen Rundenzeit kürzesten Strecke des Kalenders zählen vor allem Power und Top-Speed. Die dünne Luft in 670 Metern Höhe sorgt regelmäßig für Probleme mit der Kühlung. Schon beim Rennen in der Vorwoche konnte man immer wieder am Funk hören, dass einige Fahrer aus Windschatten ausscheren musste, damit die Versorgung mit frischer Luft gewährleistet ist. Dieses Wochenende soll es allerdings im Schnitt 5°C kühler werden.

Besonders wichtig ist auf dem Red Bull Ring auch, dass die Autos stabil auf der Bremse verzögern und gut aus den langsamen Ecken herausbeschleunigen. Stichwort: Traktion. Daher gehen die Ingenieure auf der Hinterachse stets etwas weicher mit der Federung. Der Heckflügel wird nicht auf maximalen Abtrieb gestellt – aber auch nicht komplett flach.

Achtgeben müssen die Teams auch bei der Justierung des Frontflügels. Zu flache Flaps führen zu Untersteuern in den etwas schnelleren Kurven 6 und 7 sowie in den letzten beiden Rechtskehren. Zu steile Flügel kosten allerdings Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.

Die größte Veränderung zur Vorworche trifft wie schon erwähnt Pirelli. Die Italiener versorgen die Teams mit den drei weichsten Mischungen im Sortiment C3, C4 und C5. Wer mit dem C5 starten muss, wird wohl kaum mit einem Stopp über die Runden kommen. Die Top-Teams, die sich mit dem C4 in die dritte Quali-Runde schieben können, haben deshalb einen größeren Vorteil als noch in der ersten Spielberg-Woche. Für alle Teams gilt es ein Setup zu finden, das die Reifen noch länger am Leben hält.

Technische Updates

Wir hatten Ihnen schon für das erste Spielberg-Rennen Magerkost an der Upgrade-Front angekündigt. Nur Red Bull hatte am Ende ein paar neue Teile im Gepäck. Für das kommende Österreich-Wochenende haben wir noch weniger Hoffnung. Erst in Silverstone erwarten wir eine letzte größere Technik-Welle für diese Saison. In den Fabriken dürften – bis auf Red Bull – alle Teams ihre Entwicklung schon voll auf 2022 umgestellt haben. Jetzt kommen nur noch Teile an die Autos, die sich noch aus den letzten Windkanal-Runs in der Pipeline befinden.

Einzig Pirelli wird ein Upgrade zum zweiten Spielberg-Wochenenende bringen. Alle Piloten bekommen im Freitagstrainining zwei Sätze neuer Prototypen-Reifen, die zwei Wochen später in Silverstone dann auch direkt erstmals im Rennen eingesetzt werden. Beim neuen Produkt aus Mailand wurde die Karkasse der Hinterreifen verstärkt. Sie bekamen steifere Seitenwände, die sich unter Last nicht so einfach verformen. Das soll vor Schäden schützen, wie sie in Baku vorkamen, und den Teams erlauben, wieder niedrigere Luftdrücke zu fahren.

Pierre Gasly - Alpha Tauri - GP Steiermark 2021 - Spielberg
Motorsport Images
Pierre Gasly und George Russell möchten beim zweiten Spielberg-Rennen die Punkte einfahren, die ihnen in der Vorwoche unglücklich geklaut wurden.

Favoriten

Normalerweise ist die Suche nach den Favoriten ein wenig Kaffeesatzleserei. Doch nach der souveränen Vorstellung am vergangenen Wochenende braucht man kein großer Prophet sein, um Max Verstappen wieder ganz oben auf den Zettel zu schreiben. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen konnte der fliegende Holländer seine Mercedes-Verfolger um zwei Zehntel pro Runde distanzieren. Und auch Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez schaffte es nicht, die Pace des WM-Spitzenreiters mitzugehen.

Spannender wird es im Verfolgerfeld. Beim ersten Spielberg-Auftritt hatte sich Lando Norris noch relativ locker gegen die beiden Ferrari durchsetzen können. Doch Charles Leclerc vermasselte sich mit dem Frontflügelschaden in der ersten Runde selbst ein besseres Ergebnis. Bei Carlos Sainz war nach dem schwachen Qualifying Schadensbegrenzung angesagt. In Sache Rennpace war Ferrari aber eigentlich besser. Die Frage lautet, ob das mit weicheren Reifen am zweiten Spielberg-Wochenende noch genauso aussieht.

Im hinteren Mittelfeld können sich durch wechselnde Tagesform ebenfalls Verschiebungen ergeben. Die Autos lagen hier so dicht zusammen, dass ein Fahrer mit einem guten Setup oder der perfekten Quali-Runde gleich mehrere Positionen gutmachen kann. Besonders gespannt sind wir auf den Auftritt von George Russell. Schon am vergangenen Wochenende hatte der Williams-Pilot die ersten WM-Punkte des Jahres vor Augen. Am Ende stoppte den Briten aber ein unglücklicher Technik-Defekt.

Zeitplan GP Österreich 2021

Session Datum (MEZ)
Freies Training 1 Fr. 2. Juli - 11.30 Uhr
Freies Training 2 Fr. 2. Juli - 15.00 Uhr
Freies Training 3 Sa. 3. Juli - 12.00 Uhr
Qualifikation Sa. 3. Juli - 15.00 Uhr
Rennen So. 4. Juli - 15.00 Uhr
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