Fernando Alonso lebt in Monaco. Und wer dort regelmäßig unterwegs ist, kommt an seinen Autos kaum vorbei. Der zweifache Formel-1-Weltmeister wird immer wieder am Steuer besonders exklusiver Modelle gesichtet, oft unmittelbar nach Rennwochenenden oder in der Winterpause.
Car-Spotter halten die Ausfahrten für die Öffentlichkeit fest, wodurch sich sein privater Fuhrpark über die Jahre wie ein öffentliches Schaufenster zwischen Hafen und Casino anfühlt. Vom seltenen Homologations-Exoten bis zum pragmatischen Alltagsauto ist alles dabei. Die Sammlung wirkt weniger wie eine Trophäen-Vitrine, sondern eher wie die eines wahren Enthusiasten, der je nach Anlass das passende Auto wählt.
Dass es sich um echte Alonso-Autos handelt, erkennt man nicht nur daran, dass der Aston-Martin-Pilot immer selbst hinter dem Lenkrad sitzt, sondern auch am Nummernschild. Der Altmeister meldet seine Autos bei der monegassischen Zulassungsstelle gerne mit Wunschkennzeichen an, in denen seine Startnummer "14" vorkommt.
Weil Alonso die Autos wechselt wie andere Menschen Unterhosen und sich ständig etwas Neues gönnt, ist die folgende Liste nur eine Momentaufnahme ohne Garantie auf Vollständigkeit:
Bugatti EB110 GT
Erst vor wenigen Wochen wurde der Formel-1-Pilot in einem Bugatti EB110 GT gesichtet. Der Supersportwagen aus den frühen 1990er-Jahren gehört zu den faszinierendsten Comeback-Kapiteln der Marke Bugatti.
Entstanden in der "italienischen Bugatti-Ära" – nicht zu verwechseln mit den heutigen Modellen aus dem Volkswagen-Konzern – gilt der EB110 als technisch extrem ambitioniert: Kohlefaser-Monocoque, Allradantrieb und ein aufgeladener V12 machten ihn damals zum Hightech-Statement. Heute ist der EB110 GT ein gesuchter Sammlerklassiker, weil er eine Brücke schlägt zwischen analogem Supercar-Feeling und frühem Carbon-Leichtbau.
Audi RS6 ABT
Ein RS6 ist in Monaco fast schon der ultimative "Understatement"-Gegenentwurf zum Hypercar – schnell, alltagstauglich, aber mit der richtigen Spezifikation trotzdem maximal präsent. Alonso hat sich den Kombi in der ABT-Ausführung gegönnt. Damit kommt die typische RS6-DNA aus Power, Traktion und Langstrecken-Komfort noch deutlich schärfer daher.
ABT steht als Tuner für Leistungs- und Optikpakete, die den ohnehin brutalen Transporter in Richtung Superkombi-plus drücken. Für kurze Wege durch Monte-Carlo, mit Gepäck, für Termine und bei schlechtem Wetter ist so ein Auto fast schon eine vernünftige Wahl.
Pagani Zonda "Diamante"
Der Pagani Zonda ist längst Legende – und gleichzeitig ein Auto, das bis heute in immer neuen Einzel- und Sonderversionen auftaucht. Der Zusatz "Diamante" am Auto von Alonso deutet auf eine extrem seltene, individualisierte Variante hin, wie sie Pagani nur für ausgewählte Kunden realisiert. Oft als One-off oder in Kleinstserie, mit spezieller Aero-Konfiguration, einzigartigen Materialien und einer Ausstattung, die es so kein zweites Mal gibt.
Monaco ist die perfekte Bühne für Paganis dramatische Formensprache. Auch mit dem laut fauchenden V12-Motor im Heck übt sich die italienische Flunder nicht gerade in Understatement. Wer sich so ein Auto kauft, der ist sich der Wirkung nach außen bewusst.
Porsche 918 Spyder
Mit dem 918 Spyder hat sich Alonso auch ein Modell aus der legendären "Holy Trinity"-Ära gegönnt, zu der auch der LaFerrari und der McLaren P1 gehören. Technisch kombiniert er Hochdrehzahl-V8 mit Elektro-Power und Allrad-Konzept. Der Zuffenhausener zeigt, wie Performance und Elektrifizierung zusammengehen können, ohne den Charakter zu verlieren.
Der 918 gilt als extrem schnell, aber zugleich vergleichsweise nutzbar. Sicht, Bedienbarkeit und Alltagstauglichkeit liegen (für ein Hypercar) auf hohem Niveau. Genau deshalb passt er in eine Sammlung, die nicht nur stehen, sondern auch gefahren werden soll.
Mercedes-Benz CLK GTR
Kaum ein Auto wirkt in der Stadt so absurd kompromisslos wie ein Mercedes CLK GTR. Das Modell ist eng mit der GT1-Ära im Motorsport verbunden. Die Straßenversion entstand als Homologations-Ableitung und ist entsprechend radikal: flach, breit, laut, mit Rennsport-Genen in jeder Linie.
Der CLK GTR zählt zu den seltensten und begehrtesten Mercedes überhaupt und ist in Monaco ein rollendes Statement, weil selbst dort nur wenige Fahrzeuge so eindeutig nach "Rennwagen mit Kennzeichen" aussehen. Mit einem Schätzwert von mehr als 10 Millionen Euro dürfte es sich außerdem um das teuerste Auto in der Alonso-Sammlung handeln.
Toyota Yaris Hybrid
Der Yaris Hybrid ist das Kontrastprogramm, und genau deshalb so interessant. In Monaco, wo Parklücken klein und Straßen eng sind, ist ein kompakter Vollhybrid als Stadtflitzer tatsächlich sinnvoll: leise im Stop-and-go, sparsam, unaufgeregt und überall abstellbar.
In einer Sammlung voller Millionenwerte erzählt so ein Auto eine andere Geschichte. Nicht jede Fahrt ist ein Auftritt, manchmal braucht man schlicht ein praktisches Tool für den Alltag. Aus seiner Zeit als Toyota-Werksfahrer hat der Le-Mans-Sieger von 2018 und 2019 sicher noch gute Beziehungen zu den Japanern. Wir gehen fest davon aus, dass er den Stadtflitzer mit etwas Rabatt erhielt.
Ford GT Heritage Edition
Der moderne Ford GT ist eine radikale Mittelmotor-Interpretation mit deutlicher Rennsport-Optik und Le-Mans-Referenzen. In Heritage-Ausführung trägt er eine spezielle Lackierung bzw. Grafik, die an historische Ford-Rennwagen erinnert und damit den Sammlerwert zusätzlich steigert.
Der GT ist weniger "klassischer" Hypercar-Luxus, sondern eher ein kompromissloses Aero- und Fahrdynamik-Projekt. Damit wirkt es wie die amerikanische Antwort auf die europäischen Exoten in Alonsos Garage.
Lancia Delta Integrale
Der Delta Integrale ist ein Mythos aus der Rallye-WM und bis heute eines der ikonischsten Allrad-Homologationsautos Europas. Kompakt, kantig, mit Turbomotor und dem Ruf, auf engen, verwinkelten Straßen besonders lebendig zu sein.
In einer Supercar-Sammlung ist er der "Driver's Car"-Klassiker. Der Italiener überzeugt weniger mit hohen Top-Speed-Werten, sondern eher mit seinem markanten Charakter, seiner Rennsport-Geschichte und dem unmittelbaren, analogen Fahrerlebnis. Das Modell von Alonso strahlt ganz in Weiß mit den traditionellen Martini-Streifen auf der Flanke.

Alonso ziert seine Autos immer mit persönlichen Nummernschildern, in denen die Startnummer "14" vorkommt.
Aston Martin Valkyrie
Als Formel-1-Fahrer von Aston Martin parken natürlich auch ein paar britische Sportwagen in der Alonso-Garage. Der Valkyrie ist Aston Martins Hypercar-Flaggschiff und steht dank Konstrukteur Adrian Newey wie kaum ein anderes Auto für die Idee von Formel-1-Feeling für die Straße.
Er kommt mit einem extremen Aero-Design, kompromisslosen Proportionen und einem Konzept, das eher nach Prototyp als nach klassischem Straßenauto aussieht. In einer Monaco-Sammlung ist der Valkyrie die Speerspitze. Es ist vielleicht nicht unbedingt das bequemste Auto für den Café-Stopp. Aber bei diesem Auto bleiben selbst Car-Spotter stehen, die schon alles gesehen haben.
Aston Martin Valiant
Der Aston Martin Valiant ist ein extrem seltenes, track-fokussiertes Sondermodell aus Aston Martins Individualisierungswelt – entwickelt als besonders puristischer Gegenentwurf mit Handschaltung und starkem Fokus auf Fahrerbindung.
Alonso soll selbst bei der Entstehung des Fahrzeugs mitgewirkt haben. Die Kombination aus viel Leistung, einem manuellen Getriebe und limitierter Stückzahl macht ihn zu einem modernen Sammlertraum. Alonso sammelt die Fahrzeuge aber nicht nur, er fährt die Autos auch.
Aston Martin DBX 707
Wenn der Spanier mal etwas mehr Platz Stauraum benötigt, dann hat Aston Martin mit dem DBX 707 auch noch einen potenten Performance-SUV im Angebot, der seinen Weg fast automatisch in die Garage von Fernando Alonso gefunden hat. Trotz hoher Leistung und einer sportlichen Abstimmung handelt es sich dennoch um ein vollwertiges Alltagsauto.
Für Monaco ist so ein Fahrzeug nahezu logisch: erhöhte Sitzposition, Platz, Komfort – aber mit genügend Punch, um sich im Fürstentum nicht als "vernünftige" Ausnahme zu fühlen. Man muss Alonso fast schon bemitleiden. Jedes Mal, wenn er das Haus verlässt, muss er sich für eines der Schmuckstücke entscheiden.












