Formel 1: Geheimer Filmtag in Silverstone - Verstappen testet großes Red-Bull-Upgrade

Geheimer Filmtag in Silverstone
Verstappen testet Red-Bull-Upgrades

GP Großbritannien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.04.2026
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Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Japan 2026
Foto: Red Bull

Auch in der rennfreien Zeit stehen die Räder der Formel 1 nicht still. Mercedes absolvierte zuletzt einen zweitägigen Reifentest für Pirelli am Nürburgring (14./15.4.). Audi war direkt im Anschluss (16.4.) in Monza im Einsatz, um im Rahmen eines Filmtags Verbesserungen des Antriebsstrangs zu testen. An gleicher Stelle war auch Ferrari am Mittwoch (22.4.) unterwegs, um Daten zum neuen Aero-Paket zu sammeln.

Alle Teams haben bereits angekündigt, jede Menge Upgrades nach Miami mitzubringen. Bei Ferrari spricht man zum Beispiel davon, dass 50 Prozent des Autos neu sind. McLaren-Teamchef Andrea Stella toppte das ganze noch. "Wir werden mit einem komplett anderen Auto antreten. Das war aber schon vor der Saison geplant. Die Pause hat uns und natürlich auch den anderen Teams geholfen, in Ruhe weiterzuentwickeln."

Und auch bei Red Bull war man in den letzten Wochen nicht untätig. Dabei hatten die Ingenieure aus Milton Keynes als eines der wenigen Teams schon vor der vierwöchigen Zwangspause in Suzuka ein größeres Facelift an den Start gebracht. Damals wurden ein neuer Unterboden, umgeformte Seitenkästen und optimierte Verkleidungsteile ans Auto geschraubt.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Japan 2026
Red Bull

Befreiungsschlag in Miami?

Obwohl alle Ingenieure betonen, dass die Lernkurve zu diesem frühen Zeitpunkt sehr hoch ist und Upgrade-Pakete einen besonders großen Fortschritt versprechen, kam Red Bull mit dem ersten Facelift-Paket nicht so richtig voran. Max Verstappen und Isack Hadjar schimpften vor allem über die schlechte Balance, die man auch mit vielen Setup-Änderungen nicht in den Griff bekam.

Deshalb soll jetzt in Miami direkt noch einmal nachgelegt werden. Die Daten aus Suzuka wurden analysiert. Die Techniker haben bereits Ideen, wie sie die Performance-Steigerung, die von den Simulationstools versprochen wird, auch auf der Strecke realisieren können.

Weil es sich beim Miami-Grand-Prix um ein Sprint-Wochenende handelt, wollten die Techniker aber auf Nummer sicher gehen. Am Mittwoch (22.4.) wurde kurzerhand die Grand-Prix-Strecke in Silverstone gemietet, um erste Daten zum verbesserten Paket zu sammeln. Die Paparazzi-Fotos deuten größere Veränderungen am Frontflügel und den Seitenkästen an. Wie das im Detail aussieht, wird man aber wohl erst in Miami sehen.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Japan 2026
Red Bull

Filmtag bleibt nicht unentdeckt

Weil private Testfahrten während der Saison nicht im Reglement vorgesehen sind, musste Red Bull für die Proberunden einen sogenannten Filmtag opfern. Von diesen stehen jedem Team nur zwei pro Saison zur Verfügung. Die Regeln sind klar definiert: Gefahren werden darf nur mit einem Auto. Die Maximaldistanz ist mit 200 Kilometer strickt begrenzt. Pirelli stellt spezielle Demo-Reifen zur Verfügung und nicht die üblichen Grand-Prix-Spezifikationen.

Max Verstappen durfte sich bei der Testsession selbst ein Bild von der Entwicklungsarbeit machen. Dazu konnten die Ingenieure natürlich auch schon mögliche Strategien beim Energie-Management ausprobieren. In Silverstone ist die Formel 1 Anfang Juli bekanntlich zum Grand Prix zu Gast. Da können ein paar erste Proberunden nicht schaden.

Wie gut der überarbeitete Red Bull RB22 am Ende funktioniert hat, ist leider nicht überliefert. Journalisten waren bei dem Termin nicht zugelassen. Red Bull hatte den Filmtag nicht einmal nach außen kommuniziert. Vom Hotel gegenüber der Boxengasse konnten Gäste aber einen Blick auf das Geschehen werfen. So blieb die Ausfahrt nicht lange unentdeckt.

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