Formel 1: Streit über ADUO - Red Bull: "FIA-Ergebnis noch nicht final"

Streit über ADUO-Verfahren
Red Bull: „FIA-Ergebnis noch nicht final“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.06.2026
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Isack Hadjar - Red Bull - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: xpb

Mit dem ADUO-Verfahren hat sich die FIA ein schönes Ei ins Nest gelegt. Nachdem die Ergebnisse des ersten Mess-Zyklus in Monaco an die Motoren-Hersteller verschickt wurden, folgt nun eine große Welle der Empörung. Wie konnte es sein, dass die FIA-Experten den Sieger der ersten sechs Rennen nicht als stärksten Motor der Formel 1 eingestuft haben und Mercedes nun sogar ein Antriebs-Upgrade zugestanden bekommt?

Bei Red Bull war die Freude darüber begrenzt, dass der eigene V6-Motor angeblich die höchsten Leistungswerte produziert hatte. Das Resultat des geheimen Messverfahrens sorgt dafür, dass der Verstappen-Rennstall beim Antrieb keine Nachbesserung vornehmen darf. In der Theorie dürfte der Rückstand auf Mercedes damit sogar noch ansteigen. Dabei war ADUO ursprünglich als Ausgleichsmechanismus gedacht, um das Feld näher zusammenzubringen.

Eigentlich sollten die Ergebnisse, über die nun wild diskutiert wird, spätestens am Montag (8.6.) nach dem Monaco-Grand-Prix an die Öffentlichkeit verschickt werden. Doch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies stoppte den Prozess. Er sah noch Diskussionsbedarf und intervenierte beim Weltverband.

"Vorläufige Daten der FIA"

Am Trainingsfreitag (12.6.) von Barcelona nahm der Franzose am Sky-Mikrofon Stellung zu der Angelegenheit: "Wir haben vorläufige Daten von der FIA erhalten. Und natürlich waren wir darüber sehr überrascht, wie viele andere auch", erklärte der gelernte Ingenieur sichtlich angesäuert.

Nach Ansicht von Mekies ist das Ergebnis aber noch nicht endgültig. Er sieht offenbar noch eine Chance, nachzubessern: "Wir stehen mit der FIA in Kontakt und legen alle Daten auf den Tisch, damit sie am Ende das komplette und richtige Bild haben. Zu diesem Zeitpunkt möchte ich mich gar nicht weiter zu dem Thema äußern, bevor sie ihre Analyse abgeschlossen haben. Der Job ist schwierig genug für sie."

Von der FIA gab es zu der Sachlage noch kein offizielles Statement. Der Verband wollte weder zum Ergebnis der ersten Messungen noch zu den Nachverhandlungen Stellung nehmen. Das Schweigen zeigt aber auch, dass man sich hier in eine knifflige Situation manövriert hat.

Mattia Binotto - Audi - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Audi schlägt neues Verfahren vor

Auch die anderen Motorenhersteller sind nicht zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens. Bei Audi konnte man ebenfalls nicht nachvollziehen, warum Mercedes plötzlich nachrüsten darf. Teamchef Mattia Binotto hinterfragte in der FIA-Pressekonferenz das ganze System.

"Alles dreht sich nur um den Unterschied bei der Kilowatt-Zahl. Ist das der richtige Ansatz? Darüber kann man streiten", erklärte der gelernte Motoren-Techniker. "Beim restlichen Auto gibt es auch eine Art ADUO. Da heißt es nur anders. Wenn man in der WM-Tabelle hinten liegt, bekommt man mehr Windkanal-Zeit. So kommen die Teams näher zusammen."

Der Italiener schlägt vor, auch bei den Motoren nach der WM-Tabelle zu gehen: "Vielleicht sollten wir es hier ähnlich machen wie beim Chassis, wo es auf dem Stand der vergangenen Saison basiert. Das wäre das Einfachste . Die besten Teams haben dann keinen Vorteil, die langsamsten Teams und Hersteller bekommen mehr Möglichkeiten. Sollten wir also eine andere Art von Rangfolge etablieren? Vielleicht ja!"

Toto Wolff - Mercedes - Formel 1 - GP Barcelona 2026
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ADUO soll keine BoP sein

Selbst bei Mercedes hatte man nach der Verkündung des Ergebnisses Grund zu klagen. Für Toto Wolff sollte der ADUO-Mechanismus der Konkurrenz nicht erlauben, Rückstände aufzuholen oder bei der Motor-Leistung sogar vorbeizuziehen. Toto Wolff sieht darin eine Art Balance of Performance (BoP) – also einen künstlichen Gleichmacher. Dabei sei das System nur dafür gedacht gewesen, Motorenherstellern das Leben etwas leichter zu machen, die aussichtslos zurückliegen.

"Es war nur ein Schutzmechanismus, um eine Situation wie 2014 zu verhindern, wo ein Hersteller vorne einen riesigen Vorsprung hat", betonte der Österreicher. "Ich bekomme immer einen allergischen Anfall, wenn wir über BoP reden. Das wird dann immer politisch schmutzig. Ich war mit dabei in der DTM, in den GT-Serien, in Le Mans. Ein Mechanismus sollte nur dem Feintuning dienen, damit sichergestellt wird, dass sich niemand lächerlich macht."

Fazit