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Mercedes unter Druck: Konzept nicht gescheitert

Mercedes-System unter Druck Konzept noch nicht gescheitert

Der Sprint von Imola stellte für Mercedes einen neuen Tiefpunkt in der aktuellen Krisensaison dar. Beide Silberpfeile verpassten am Ende die Top Ten. Teamchef Toto Wolff will das radikale Fahrzeugkonzept aber noch nicht als gescheitert bezeichnen. Noch glauben die Ingenieure an den Erfolg des W13.

Die Szene nach dem Qualifying von Imola war bezeichnend für aktuelle Situation im Mercedes-Lager. Die TV-Kameras fingen ein, wie Teamchef Toto Wolff und Lewis Hamilton in der Garage erregt diskutierten. Manch einer interpretierte das Wortgefecht schon als handfesten Streit. Doch Wolff dementierte, dass die Stimmung langsam kippt.

"Das war der Ausdruck unserer Frustration in diesem Moment", winkte der Österreicher ab. "Wir waren beide darüber verärgert, dass unser Auto auf einer Runde nicht mehr Pace gezeigt hat. Es gibt keine Schuldzuweisungen. Aber natürlich ist Druck auf dem System. Wir müssen jetzt alles tun, um uns aus diesem Loch wieder rauszugraben."

In Imola kämpften die Piloten gleich an mehreren Fronten. Das Auto liegt trotz Diätkur immer noch zehn Kilogramm über dem Mindestgewicht. Das Bouncing tritt auf der langen Gerade noch heftiger auf als in den Rennen zuvor und zwingt die Ingenieure dazu, mit der Fahrzeughöhe nach oben zu gehen. Das geht auf Kosten von Top-Speed und Abtrieb. Dazu haben die Fahrer viel Mühe, die Reifen ins Arbeitsfenster zu bekommen.

Lewis Hamilton - GP Emilia Romagna - Imola - 2022
Wilhelm
Bisher landeten beide Mercedes-Fahrer bei jedem Rennen in den Punkten.

Mercedes-Punkteserie in Gefahr

Eigentlich hatten die Ingenieure gehofft, dass es nach den enttäuschenden Plätzen 11 und 13 im Qualifying im Sprint wieder nach vorne geht. Mit mehr Sprit an Bord auf dem Longrun war der Silberpfeil in den ersten Rennen stets deutlich konkurrenzfähiger als bei der Zeitenjagd auf einer schnellen Runde. Doch in Imola ging auch bei dem Mini-Grand-Prix über 21 nicht viel voran.

Am Start fielen beide Piloten wegen zu niedriger Reifentemperaturen sogar zurück. Am Ende rollte George Russell auf dem elften Platz über den Zielstrich, auf dem er auch losgefahren war. Lewis Hamilton verlor insgesamt eine Position. Von Rang 14 liegen am Sonntag Punkte in weiter Ferne. "Der Pace-Unterschied war heute nicht groß genug. Wir konnten die anderen Autos im Mittelfeld nicht überholen", bedauerte Wolff.

Hamilton hat den WM-Kampf bereits aufgegeben: "Das muss man realistisch sehen. Wir müssten jetzt irgendwie ganz schnell 1,5 Sekunden finden und dann in den Rennen jedes Mal vor Ferrari und Red Bull landen. Wichtiger ist es jetzt eine Lösung zu finden – bestenfalls noch in diesem Jahr, aber spätestens dann für die nächste Saison. Da dürfen wir uns nicht noch einmal in so einer Situation befinden."

George Russell - GP Emilia Romagna - Imola - 2022
xpb
Mercedes will die Stärken des radikalen Konzepts behalten und gleichzeitig die Schwächen ausmerzen.

Trendwende in Barcelona?

Jetzt stellen sich natürlich alle Silberpfeil-Fans die Frage, wann der Mercedes endlich mit der Aufholjagd beginnen wird. Bisher umfassten die Upgrades nur kleinere Retuschen am W13. Die Ingenieure arbeiten aber schon an einer größeren Ausbaustufe, die nach Informationen von auto motor und sport in Barcelona gezündet werden soll.

"Wir kennen die Richtung, in die wir gehen müssen. Aber wir haben den Schlüssel noch nicht gefunden. Wir müssen den Rückstand Stück für Stück abfeilen. Am Ende ist es alles Physik", so Wolff. Einige Experten glauben, dass die große Fläche an freiem Unterboden für das Bouncing-Problem verantwortlich ist. Bei der Konkurrenz könnten die breiteren Seitenkästen für mehr Stabilität sorgen.

Wolff wollte diese These nicht bestätigen. Nur so viel: "Alles Gute und Schlechte passiert im Unterboden. Wir können das Auto nicht in dem Bereich fahren, für den es entwickelt wurde. Aber wir haben schon Ideen, die wir ausprobieren wollen und die in den nächsten Rennen ihren Weg ans Auto finden. Ich würde nicht sagen, dass unser Konzept komplett falsch ist. Wir müssen das Gute behalten und die Schwächen beseitigen."

Noch ist man laut Wolff noch längst nicht an dem Punkt angekommen, den W13 abzuschreiben und in eine komplett neue Richtung zu entwickeln: "Bevor wir so eine Entscheidung treffen, müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, die uns die Wissenschaft bietet. Der feste Glaube ist da, dass wir das Ruder noch einmal rumreißen können."

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