Formel 1: Mitten in der Saison - FIA verabschiedet neue Formel-1-Regeln

Änderungen mitten in der Saison
FIA führt neue Formel-1-Regeln ein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.06.2026
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George Russell - Mercedes -  GP Kanada 2026
Foto: xpb

In den vergangenen Monaten wurde viel über neue Formel-1-Regeln diskutiert. Bei den Gesprächen hinter den Kulissen ging es vor allem darum, unerwünschte Folgen der neuen Hybrid-Antriebe zu eliminieren. Erst mit der Abstimmung in der letzten Sitzung des FIA-Weltrats konnten die Änderungen am Reglement nun endlich verabschiedet werden.

Der wichtigste Punkt war dabei die formelle Anerkennung der Pläne, den Power-Split zwischen Elektro-Motor und V6-Verbrenner in den Jahren 2027 und 2028 schrittweise zu verschieben. Die Limits bei der Einspritzmenge werden angehoben, die elektrische Leistung wird verringert, so dass der Antrieb am Ende bei einem PS-Verhältnis von 60:40 zugunsten des Verbrenners ankommt.

Die Maßnahme wurde auf Druck der Teams und Fahrer in das Reglement aufgenommen. Sie soll zu weniger Lift-and-Coast vor allem im Qualifying führen. Weil die Tankgrößen aus Kostengründen nicht an den erhöhten Spritverbrauch angepasst wurden, sollen die Zahl der erlaubten Runden zur Startaufstellung und die Renndistanz bei einigen Grands Prix limitiert werden. Auch das wurde ins Reglement aufgenommen.

McLaren - GP Kanada 2026
Steven Tee via Getty Images

Änderungen für Regen und Hitze

Noch gibt es keine Erfahrung mit den neuen Autos auf feuchter Strecke. Um die Sicherheit zu erhöhen, haben die Regelhüter aber schon entschieden, dass der Leistungsoutput bei Regenrennen nicht per Boost-Mode erhöht werden darf. Die Overtake-Funktion wird komplett deaktiviert, wenn der Asphalt durch Nässe weniger Grip bietet.

Auch für den Fall von extrem heißen Temperaturen gibt es eine Änderung. Eine Hitzewarnung, die das Verwenden von Kühlwesten vorschreibt, kann ab sofort getrennt für Sprints und Hauptrennen ausgesprochen werden. Früher galt diese immer für das komplette Rennwochenende. Der Alarm erfolgt stets 24 Stunden vor dem Start der jeweiligen Sessions.

Isack Hadjar - Red Bull - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Mehr Testtage für 2027

Nachdem die Teams festgestellt haben, wie komplex die neuen Antriebseinheiten sind, wurde eine Ausweitung der Wintertestfahrten für 2027 ins Reglement aufgenommen. Statt der üblichen drei Testtage dürfen die Teams vor der kommenden Saison vier Tage lang Proberunden drehen. Auf welcher Rennstrecke die Testfahrten stattfinden, steht noch nicht fest. Favorit ist wie üblich Bahrain. Wegen der unsicheren Situation in der Golfregion werden aber auch noch Alternativen geprüft.

Eine letzte Änderung betrifft die Situation eines Rennabbruchs. In solch einem Fall mussten die Autos bisher immer an der sogenannten "Rote-Flagge-Linie" abgestellt werden. Im neuen Reglement bekommt der Rennleiter mehr Freiheit und Flexibilität, den Bereich für das Abstellen der Autos je nach Charakteristik der Strecke individuell zu bestimmen.

Fazit