Es ist die Rückkehr an den Ort seines größten Triumphs. Zwölf Monate nach dem ersten und einzigen Podium seiner Formel-1-Karriere betrat Nico Hülkenberg am Donnerstag (2.7.) wieder das Fahrerlager von Silverstone. Der Audi-Pilot erinnerte sich gerne an ein verrücktes Rennen und die nicht weniger verrückten Feierlichkeiten im Anschluss.
"Es ist schon ein besonderes Gefühl, noch einmal daran zurückzudenken. Die Inlap nach dem Rennen hat mich noch eine ganze Weile berührt. Dann noch die ganze Podiumszeremonie, der Anblick der Fans, die gejubelt haben. Der beste Teil war aber die Party im Motorhome, nachdem der ganze Interview-Marathon vorbei war. Das war unglaublich", strahlte der Pilot in seiner Medienrunde.
Heute sieht die Situation ganz anders aus. In den ersten acht Rennen des Jahres gab es noch kein einziges WM-Pünktchen. Von einer Wiederholung des Ergebnisses vom Vorjahr will der Deutsche nicht einmal träumen. Hilfe vom britischen Wetter ist auch nicht in Sicht. "Letztes Jahr haben uns natürlich die Bedingungen geholfen. Dieses Wochenende kommt es darauf an, wie konkurrenzfähig wir sind und wie gut unser Paket mit den Reifen funktioniert."

2025 feierte Hülkenberg in Silverstone den größten Erfolg seiner Formel-1-Karriere.
Fahrer müssen viel lupfen
Dank des Sprint-Formats gibt es für Hülkenberg gleich zwei Gelegenheiten, den Punktefluch endlich zu durchbrechen. Dafür bleibt aber nur ein einziges freies Training am Freitag, um das Setup zu optimieren. Auch der Fahrer muss sich erst noch eingrooven. Silverstone gilt als eine der problematischsten Strecken, was das Energie-Management angeht. Mangels harter Bremspunkte wird von den Fahrern viel Lift-and-Coast erwartet.
Die meisten Piloten haben vorher schon mal im Simulator geübt, an welchen Stellen sie den Gasfuß lupfen müssen und wann der Hybrid-Schub auf den Geraden plötzlich aussetzt. Auf die Frage, wie sich Silverstone mit den neuen Autos anfühlen wird, bekamen die Reporter von Hülkenberg aber nur ein Schulterzucken. "Das werde ich morgen herausfinden, wenn ich auf die Strecke gehe."
Der Routinier gab zu, dass er komplett auf virtuelle Trockenübungen verzichtet hat. "Ihr werdet es kaum glauben, aber man kann ein Rennauto auch ohne Simulator-Vorbereitung fahren", spottete Hülkenberg in Richtung der Medienvertreter. An einen Nachteil glaubt er nicht: "Am Anfang des Jahres konnte man noch einige neue Dinge entdecken. Jetzt kennen wir die Autos besser, als es noch im Februar, März oder April der Fall war. Deshalb bin ich da ganz entspannt."

Nico Hülkenberg ist kein großer Simulator-Fan. Im echten Auto fühlt er sich wohler.
Platzt der Punkte-Knoten?
Sein Team habe natürlich entsprechende Simulationen durchgeführt, um die optimale Strategie für das Energie-Management zu ermitteln. "Da bekommt man bereits eine Idee und kommt mit einem guten Plan an die Strecke. Und nach dem Training gibt es dann noch etwas Feintuning", erklärt Hülkenberg die Vorbereitung.
Auch ohne Simulator hofft der Audi-Pilot, dass es endlich mit den ersten Punkten klappt. Die Null auf dem Konto soll endlich verschwinden. In Spielberg waren Teamkollege Gabriel Bortoleto und Hülkenberg mit den Plätzen elf und zwölf nah dran.
Mit "nah dran" ist der ehrgeizige Pilot aber nicht zufrieden. "Natürlich nervt das. Aber es bringt nichts, darüber zu grübeln. Wir müssen nach vorne schauen und uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Wir wissen, dass der Knoten irgendwann platzt. Im Idealfall ist das jetzt am Samstag und Sonntag schon der Fall."












