RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Ferrari 640 (1989) - Williams FW14 (1991) Tom Gidden/RM Sotheby’s
RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Ferrari 640 (1989)
RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Ferrari 640 (1989)
RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Ferrari 640 (1989)
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Nigel Mansell Collection mit zwei F1-Rennern

Verkauf Nigel Mansell Collection Formel-Legenden und zwei verrückte Flitzer

Am 14. Mai bietet das Auktionshaus RM Sotheby's die Sammlung des Formel-1-Weltmeisters Nigel Mansell in Monaco an. Highlights sind der Ferrari 640 aus dem Jahr 1989 und das ikonische "Senna-Taxi" Williams FW14 (1991). Aber auch Freunde exotischer Sportwagen könnten fündig werden.

F1-Weltmeister der Saison 1992, IndyCar-Champion 1993 und Sieger des 2005er Grand Prix Masters – es gibt weitaus schlechtere erste Hände als die von Nigel Mansell. Der charaktervolle Brite sammelte im Laufe seiner illustren Karriere verschiedene reizvolle Autos – besonders seine beiden Formel-1-Renner werden häufig für neidvolle Blicke gesorgt haben. Mitte Mai stellt Mansell nun seine Sammlung zusammen mit dem Auktionshaus RM Sotheby's zum Verkauf.

Die meiste Aufmerksamkeit werden bei der Auktion in Monaco zweifelsohne der Ferrari 640 aus der Saison 1989 und der zwei Jahre jüngere Williams FW14 erhalten. Letzterer ging als "Senna-Taxi" in die Geschichte ein: 1991 sammelte Rennsieger Mansell den mangels Kraftstoff ausgerollten Ayrton Senna (McLaren-Honda) beim Großen Preis von Großbritannien ein und nahm ihn in den Parc Fermé mit. Das dort eingesetzte Chassis hört auf das Kürzel FW14-5.

Zwei Siege im Pionier-Ferrari

Der von einem neu entwickelten Zwölfzylinder angetriebene Ferrari 640 war das erste F1-Auto der Italiener mit einem halbautomatischen Getriebe und gilt so als Pionier moderner Schaltboxen. Das angebotene Chassis 109 wurde im Februar 1989 für die Pressevorstellung genutzt und ging daraufhin dauerhaft in den Dienst von Mansell über. Nach schwierigen, aber schnellen Testeinsätzen gewann der Schnauzbartträger von Startplatz sechs aus direkt den Saisonauftakt im brasilianischen Jacarepaguá – es war sein Debüt für die Scuderia.

Obwohl der 640 so früh sein Potenzial bewies, wurde er im weiteren Jahresverlauf zu häufig das Opfer seiner eigenen Innovationen. So erlebte die erste rote Göttin nach dem Tod von Enzo Ferrari letztlich zwar mehr Ausfälle als Zieleinfahrten, aber war zumindest bei ihren wenigen Ankünften immer unter den besten Drei. Mansell konnte auf diesem Weg noch zwei zweite und zwei dritte Plätze sowie einen Sieg beim Großen Preis von Ungarn feiern.

RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Ferrari 640 (1989)
Tom Gidden/RM Sotheby’s
Der Ferrari 640 war dank seines halbautomatischen Getriebes ein Pionier der Formel-1-Geschichte.

Für Mansell sollte es die beste von insgesamt zwei Saisons bei Ferrari gewesen sein. Er beendete das Jahr auf Platz vier und fuhr zusammen mit Gerhard Berger einen dritten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft heraus. Auch als Dank für die zwei beherzten Auftritte in Brasilien und Ungarn durfte er das Auto schließlich in seine Sammlung überführen.

Laut RM Sotheby's ist der Ferrari 640 noch auf den originalen Goodyear-Reifen seines letzten Einsatzes. Daraus lässt sich schließen, dass der Renner zwar in einem gepflegten Zustand ist, aber nicht sofort für Trackdays und Co. einsatzbereit wäre. Das Auktionshaus gibt als Schätzwert für den von John Barnard verantworteten Wagen eine Spanne zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro an.

RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Formel 1 - Williams FW14 (1991)
Sutton Images
Senna-Taxi und Basis für die Weltmeisterschaft 1992: Der Williams FW14 (1991) hat sich gleich aus mehreren Gründen einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient.

Williams' Wegbereiter zum Titel

Mit fünf Siegen und zwei Poles war Mansells Saison im Williams FW14 zwei Jahre später von noch mehr Erfolg gekrönt. Adrian Neweys erster großer F1-Design-Aufschlag gilt bis heute als technischer Meilenstein, der darauf folgende FW14B katapultierte Mansell schließlich auch dank der aktiven Aufhängung zu seinem ersten und einzigen Titel. Die Lackierungen beider Jahrgänge sind nur im Detail zu unterscheiden.

Bei dem angebotenen Fahrzeug handelt es sich um den FW14-5, in dem Mansell zum ersten Mal im französischen Magny-Cours Runden drehte und dort auch gewann. Eine Woche später wiederholte er das Kunststück in Großbritannien, wo er anschließend zu besagter Taxi-Fahrt einlud. Beim anschließenden Großen Preis von Deutschland machte Mansell den Hattrick perfekt und setzte den späteren Meister Ayrton Senna im Titelkampf massiv unter Druck.

Trotz weiterer Siege in Italien und Spanien mussten sich Mansell und sein FW14 am Ende deutlich geschlagen geben. Jedoch überwog beim britischen Team die Freude, in beiden Weltmeisterschafts-Wertungen den Anschluss gefunden zu haben. Im Gegensatz zum Ferrari erhielt Mansell als dank diesmal nur das Chassis. Der 3,5-Liter-V10-Motor ging nach der Saison an Renault zurück. Als Schätzwert gibt RM Sotheby's deshalb geringere 1,5 bis 3 Millionen Euro an.

RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - Reynard 2KI Grand Prix Masters Car
Tom Gidden/RM Sotheby’s
In der kurzlebigen Serie Grand Prix Masters traten ehemalige Formel-1-Stars in leicht modifizierten US-CART-Rennern an. Der 3,5-Liter-V8 des Reynard 2KI leistet rund 660 PS.

US-Champ-Car in der Zweitverwertung

Das dritte Rennauto der Sammlung kann auf eine recht skurrile Geschichte zurückblicken. Bei dem Chassis handelt es sich um ein Reynard 2KI aus der US-amerikanischen CART-Meisterschaft, das als leicht modifiziertes Einheitsfahrzeug in der Grand-Prix-Masters-Serie zum Einsatz kam. Dort traten in den Jahren 2005 und 2006 ausschließlich ehemalige F1-Fahrer an. Nigel Mansell gewann im Jahr 2005 das erste und einzige Rennen in Kyalami. Emerson Fittipaldi und Riccardo Patrese komplettierten das Podium.

Die zweite Saison mit den rund 660 PS starken 3,5-Liter-V8-Rennern umfasste zwei Läufe. Mansell gewann Rennen eins auf dem Losail International Circuit in Katar und schied in Silverstone aus. Nachdem alle weiteren Läufe gecancelt werden mussten, ging die Serie 2007 schließlich pleite. Fans abstruser Motorsport-Historie sollten laut RM Sotheby's zwischen 100.000 und 150.000 Euro für das Reynard 2KI Grand Prix Masters Car einplanen.

RM-Sotheby’s-Auktion - The Nigel Mansell Collection - iC Modulo M89 (1990)
Tom Gidden/RM Sotheby’s
Dieses irre Dreirad mit BMW-Motorrad-Motor bekam Nigel Mansell am Ende der Saison 1992 geschenkt. Bereits im Paddock von Monza durfte Mansell erste Meter in der iC Modulo M89 genannten Kreation von Carlo Lamattina fahren.

Spaß-Autos mit kruder Optik

Abgerundet wird die Sammlung von zwei wilden 1990er-Kreationen. Den Anfang macht das Dreirad iC Modulo M89 (1990), das Mansell am Ende der Saison 1992 geschenkt bekam. Das futuristische Gefährt des Designers Carlo Lamattina wird von einem BMW-K75S-Motorrad-Motor angetrieben und soll 200 km/h schaffen. Im Angebot (Schätzwert: 5.000 bis 25.000 Euro) sind ein Brief Lamattinas, eine Info-Broschüre und Fotos von Mansells erster Ausfahrt im Paddock von Monza enthalten.

Auf den ersten Blick bekannt erscheint hingegen der Birkin 7 Sprint (1991), der auf dem legendären Lotus Seven basiert. Das Kit-Car aus Südafrika wurde 1991 nach Großbritannien importiert, wo der Weltmeister einige Meilen mit dem Roadster drehte. Die meiste Zeit verbrachte das Gefährt allerdings in der gut behüteten Sammlung. RM Sotheby's gibt hier als Schätzwert eine Spanne zwischen 10.000 und 15.000 Euro an.

Die Auktion mit dem bunten Auto-Mix findet am 14. Mai im Rahmen des Grand Prix de Monaco Historique statt. Als Location sicherte man sich das weltbekannte Grimaldi Forum.

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