Formel 1: Ex-Verstappen-Teamkollegen: So lief es damals bei Red Bull wirklich

Ex-Verstappen-Teamkollegen packen aus
So lief es damals bei Red Bull wirklich

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.07.2026
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Sergio Perez - Helmut Marko - GP Österreich 2024
Foto: Red Bull

Sergio Pérez und Liam Lawson verbindet ein gemeinsames Schicksal. Als Teamkollegen von Max Verstappen gerieten beide bei Red Bull unter Druck und wurden frühzeitig ausgewechselt. Das Team ist bekannt für hohe Ansprüche und plötzliche Fahrerwechsel.

Sergio Pérez kam 2021 zu Red Bull. Im selben Jahr gewann Max Verstappen seinen ersten Weltmeistertitel. Pérez wurde in dieser Zeit als wichtiger Unterstützer seines Teamkollegen angesehen. Diese Helferrolle erfüllte er auch in den folgenden Saisons, in denen Verstappen seine übrigen drei Weltmeisterschaften gewann. In Verstappens dominantester Saison 2023 sicherte sich Pérez den Vizeweltmeistertitel.

Nach einer sieglosen Saison 2024 wurde sein Vertrag bei Red Bull, der eigentlich bis 2026 hätte laufen sollen, frühzeitig beendet. Pérez musste daraufhin ohne einen neuen Vertrag bei einem anderen Team notgedrungen eine Zwangspause von der Formel 1 einlegen.

Setgio Perez - Cadillac - 2025
Cadillac

Interne Streitigkeiten

Heute fährt Sergio Pérez für das Newcomer-Team Cadillac. Er schaut mit gemischten Gefühlen auf seine vier Jahre bei Red Bull zurück. Im britischen Podcast High Performance sagt er, er habe damals sogar "überperformt" und das Team habe dies erst realisiert, nachdem viele andere Fahrer als sein Nachfolger gescheitert seien.

Bereits bei seiner Ankunft im Team war ihm bewusst, dass er damit in ein Projekt einsteigt, welches ausschließlich auf Max Verstappen ausgelegt ist. Bei seinem ersten Gespräch mit dem damaligen Teamchef Christian Horner habe dieser bereits klar kommuniziert: "Wir fahren nur mit zwei Autos Rennen, weil wir das müssen. Am liebsten würden wir nur mit einem Auto Rennen fahren." Im Idealfall hätte das Team daher also gerne nur Max Verstappen als Fahrer.

Pérez erinnert sich auch an die schweren Zeiten und den Druck, vor allem kurz vor Ende seiner Zeit bei Red Bull: "Wir waren am Gewinnen. Ich glaube, wir hatten zu viel Erfolg und deshalb wurde es manchen Menschen langweilig." Zu dieser Zeit soll es im Team deshalb zu Streitigkeiten gekommen sein.

Helmut Marko - Christian Horner - Red Bull - Formel 1 - Saison 2025
Red Bull

Liam Lawson scheitert früh

Der Routinier wurde dann durch einen Youngster ersetzt. Liam Lawson sollte sein Nachfolger für 2025 werden. Doch schon nach zwei schlechten Rennwochenenden verloren die Chefs bei Red Bull die Geduld und Yuki Tsunoda erhielt die Chance auf seinen Platz bei Red Bull. Lawson kehrte damit in sein altes Cockpit beim Schwesterteam Racing Bulls zurück, in dem er schon 2023 den verletzten Daniel Ricciardo für fünf Rennen vertreten durfte.

Im Podcast erzählt Liam Lawson von seiner Sicht der damaligen Geschehnisse. Bereits zu Beginn der Saison 2025 habe er sich bei Red Bull häufig unvorbereitet gefühlt. In seinem letzten Rennen in China entschied sich das Team damals dazu, das Setup seines Autos radikal zu ändern, um daraus für zukünftige Rennen zu lernen.

Rückblickend hätte er das Setup nicht verändert, wenn er gewusst hätte, dass dies sein letztes Rennen sein würde. Er behauptet: "Diese schlechte Performance wurde dann gegen mich verwendet." Gleichzeitig gibt er selbstkritisch zu: "Ich hätte aber auch einen besseren Job machen können". Er hatte danach allerdings das Gefühl, dass seine Fahrerleistung ausnahmslos an diesen zwei erfolglosen Rennen mit Red Bull bemessen wurde.

Liam Lawson - Max Verstappen - Test Bahrain 2025
xpb

Der unerwartete Rauswurf

Liam Lawson erzählt heute, wie schmerzhaft der plötzliche Rauswurf für ihn damals war. Als er von den Gerüchten über seinen möglichen Austausch durch Yuki Tsunoda erfuhr, tat er es zunächst als typische F1-Gerüchteküche ab. Er habe ein sehr großes Vertrauen in das Team gehabt und die Degradierung zum B-Team somit absolut nicht erwartet.

Zeit, um den Rauswurf aus dem Rennstall seiner Kindheitsträume zu verarbeiten, hatte er nicht, da er am nächsten Rennwochenende als Fahrer für das Schwesterteam Racing Bulls wieder ins Auto steigen musste: "Ich habe so getan, als wäre das nie passiert, als wäre ich nie bei Red Bull gewesen." Der Youngster äußert außerdem Kritik daran, dass zu dieser Zeit behauptet wurde, dass er mental eine schwere Zeit durchgemacht habe und ihm dieser Rauswurf helfen würde.

Es ist nicht klar, wen genau er damit kritisiert. Ex-Red-Bull-Berater Helmut Marko begründete den Wechsel damals damit, dass Lawson bei Racing Bulls die Chance erhalten würde, ein viel einfacheres Auto zu fahren. Das würde ihm helfen, seine Abwärtsspirale zu durchbrechen und seine zukünftige Karriere zu retten.

Nach seinem Rauswurf bei Red Bull Anfang 2025 fand Liam Lawson beim Schwesterteam Racing Bulls dann auch zu seiner ursprünglichen Form zurück. Heute ist Liam Lawson trotzdem dankbar für seine Zeit bei Red Bull, da sie ihn zu einem stärkeren, resilienteren Fahrer gemacht habe. Gleichzeitig spricht er sich positiv über Max Verstappen aus, welcher ihn in dieser schweren Zeit unterstützt habe.

Fazit