Formel 1: Hamilton sauer - So hat Ferrari die Strategie verbockt!

Hamilton sauer nach Ungarn-GP
So hat Ferrari die Strategie verbockt!

GP Ungarn 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.07.2026
Als Favorit speichern
Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Foto: Wilhelm

Ferrari war als Favorit zum Ungarn-Grand-Prix gereist. Im Training am Freitag sahen die roten Raketen praktisch unschlagbar aus. Doch schon bis zur Qualifikation hatte die Konkurrenz aufgeholt. Lando Norris sicherte sich 12 Tausendstel vor Lewis Hamilton die Pole-Position. Und dann kassierte der siebenfache Champion auch noch eine Strafe, weil er Oscar Piastri blockiert hatte.

Trotzdem durfte Ferrari weiter von einem guten Ergebnis träumen. Gute Starts in den ersten Rennen und starke Longrun-Zeiten im Training machten den Tifosi Hoffnung. Doch in den ersten Stints änderte sich zunächst nichts. Hamilton wurde mit einem Undercut in Runde 14 kurz an Max Verstappen vorbeigebracht. Doch schon zwei Runden später holte sich der Niederländer die Position mit einem späten Ausbremsmanöver in Kurve 1 zurück.

In Runde 31 probierte es Ferrari dann noch einmal mit einem frühen Boxenstopp. Dieses Mal konnte Red Bull nicht kontern. Verstappen wurde erst 11 Umläufe später reingeholt und auf Softs gesetzt. Als er wieder auf die Strecke zurückkehrte, hatte er acht Sekunden Rückstand auf den Ferrari. Allerdings blies der Niederländer mit den frischen Reifen direkt zur Attacke.

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Wilhelm

Pech mit Antonelli und der Boxenlimit

Gerne hätte man gesehen, wie das Duell auf der Strecke ausgegangen wäre. In Ungarn ist es bekanntlich nicht so einfach zu überholen. Doch Ferrari traute dem Braten nicht und holte das Auto mit der Startnummer 44 in Runde 56 noch ein drittes Mal an die Box. Die Strategen wollten eine kurze VSC-Phase dazu nutzen, ohne großen Zeitverlust noch einmal frische Reifen für den Schlussspurt aufzuziehen und das Podium abzusichern.

Ein leichter Wackler beim Service sorgte dann dafür, dass Kimi Antonelli auf der entscheidenden Linie am Boxenausgang ein paar Zentimeter vorne lag. Obwohl der Mercedes zu diesem Zeitpunkt auf etwas älteren harten Reifen unterwegs war, konnte Hamilton den Gripvorteil des weichen Gummis nicht zu einem Überholmanöver nutzen.

Dann kam auch noch Post von den FIA-Schiedsrichtern. Weil Hamilton in der Boxengasse zu schnell unterwegs war, setzte es eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die ließ den Engländer im Ziel auch noch knapp hinter Teamkollege Charles Leclerc zurückfallen. Auf den Onboard-Aufnahmen war zunächst kein Fehler des Piloten zu erkennen. Es schien, als habe er den Pit-Limiter rechtzeitig aktiviert und auch nicht zu früh deaktiviert. Doch die Messung ergab, dass der Ferrari 0,1 km/h zu schnell gewesen war.

Lewis Hamilton - Ferrari - GP Ungarn 2026
Wilhelm

Hamilton bezeichnet Strategie als Fehler

Nach Silverstone (Frühstart), Spa (Kollision mit Russell) und der Budapest-Quali (Behinderung von Piastri) war es schon die vierte Strafe in kurzer Folge. Nach dem Rennen zeigte sich Hamilton entsprechend frustriert. Er äußerte die Hoffnung, in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr ins Visier der FIA-Stewards zu geraten: "Ich werde hart daran arbeiten, um ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, weitere Strafen gegen mich auszusprechen."

Der größte Frustfaktor in Budapest war aber die Strategie: "Wir hätten definitiv nicht noch einmal an die Box abbiegen sollen. Der Funkspruch kam direkt vor der Boxeneinfahrt. Da konnte ich nicht mehr viel diskutieren. Wir Fahrer müssen darauf vertrauen, dass die Entscheidung richtig ist. Aber meine Reifen waren eigentlich noch gut. Ich hätte das Duell mit Max wohl verloren. Aber ich wäre wenigstens auf Rang 3 gelandet. Und dann hat die Entscheidung ja auch noch zu der Strafe geführt."

Fazit