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Perez vs. Verstappen: Red-Bull-Ärger trotz Sieg

Ärger bei Red Bull trotz Doppelsieg Der größte Gegner ist die Technik

GP Saudi-Arabien 2023

Red Bull ist noch überlegener als es viele befürchtet haben. Und trotz des zweiten Doppelsieges ist Feuer unter dem Dach. Die Technik streikt, und Max Verstappen motzt.

Das war wieder eine Lehrstunde für die Konkurrenz. Wenn Sergio Perez und Max Verstappen Ernst machen und nicht ihr Tempo an ihren Verfolgern ausrichten, dann fahren sie dem Rest der Welt mindestens eine Sekunde pro Runde davon. Mit einer Konstanz, die Angst macht. George Russell fasste es treffend zusammen: "Der Red Bull RB19 ist überlegener als jeder Mercedes in der goldenen Ära dieses Teams."

Rennfahrer träumen von solchen Jahren. Wenn sie dann noch Ausnahmekönner wie Max Verstappen sind, dann können sie von einem Durchmarsch ausgehen. Doch Russells Befürchtung, dass Verstappen alle 23 Rennen gewinnt, wird schon einmal nicht wahr. Sergio Perez nutzte die erste Schwäche im Team Verstappen. Der Holländer wurde durch die Technik besiegt.

Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Saudi-Arabien 2023
Wilhelm
Zweites Rennen, zweiter Doppelsieg: Red Bull war auch in Jeddah haushoch überlegen.

Getriebe das Sorgenkind?

Die gebrochene rechte Antriebswelle im Q2 war nur die Spitze des Eisberges. Es sickert immer mehr durch, dass das schnellste Auto im Feld nicht kugelsicher ist. Perez musste in Jeddah bereits auf die zweite Batterie und das zweite Steuergerät zurückgreifen. Zwei sind pro Saison erlaubt.

Eine noch größere Baustelle scheint die Kraftübertragung zu sein. Der FIA-Report meldete vor dem ersten Training für das Auto mit der Startnummer 11 den Tausch der Getriebeinnereien und der Kassette, in der das Getriebe eingebaut ist. Einen Tag später die gleiche Prozedur für die Startnummer 1. Das Reglement erlaubt jeweils vier Getriebekomponenten pro Fahrer für eine Saison.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Red Bull Probleme mit dem Getriebe hat. Alle Teile müssen sich in diesem Team radikal der Aerodynamik unterordnen. Da wird von mechanischen Bauteilen manchmal das Unmögliche verlangt.

Schon in Bahrain vor Ausfall

Red-Bull-Teamchef Christian Horner nannte strategische Gründe für den Einsatz des zweiten Getriebes. Das muss im Rückblick angezweifelt werden. Wenn es strategische Gründe wären, hätte man die Einheiten zum gleichen Zeitpunkt gewechselt. Dann kam noch das Problem der gebrochenen Antriebswelle dazu. Und die rätselhaften Vibrationen aus diesem Bereich während des Rennens.

Verstappen fürchtete schon ein Déjà-vu. "Es waren die gleichen Geräusche und Schwingungen wie am Tag zuvor." Auch Perez berichtete von Vibrationen in den letzten Runden. "Da musste ich sofort an das Problem von Max denken."

Die Zuverlässigkeit macht dem Team offenbar größere Sorgen als es die Teamleitung zugeben will. Perez rutschte bei der Pressekonferenz ein Satz raus, der tief blicken lässt. "Wir hatten in Bahrain das Glück, dass wir nicht bis zum Ende des Rennens voll attackieren mussten. Sonst hätten wir wahrscheinlich nicht das Rennen beendet. Im Moment haben wir viele mechanische Probleme und machen wir uns große Sorgen um die Standfestigkeit. Wir können nur hoffen, dass es uns in nächster Zeit nicht trifft."

Max Verstappen - Formel 1 - GP Saudi-Arabien 2023
xpb
Max Verstappen freute sich nicht wirklich über seine Aufholjagd. Er beschwerte sich mehr über die Technik.

Verstappen klagt Team an

Wenn man sonst keine Probleme hat, schafft man sich welche. Der Spruch könnte auch auf Red Bull zutreffen. Max Verstappen machte ein langes Gesicht, obwohl er vom Startplatz 15 aus noch Zweiter wurde. Doch der Holländer reagierte schon im Vorjahr empfindlich, wenn ihm Perez zu nahe kam. Deshalb ließ er seinem Frust nach dem Rennen freien Lauf. "Wir brauchen saubere Wochenenden. Wenn dein Teamkollege dein einziger Gegner ist, muss das Team sicherstellen, dass beide Autos zuverlässig sind."

Obwohl der Weltmeister maximale Schadensbegrenzung betrieb und nach eigenen Worten mit oder ohne Safety Car nicht damit rechnen durfte, das Rennen gewinnen, ging er sein Team nach dem zweiten Doppelsieg des Jahres hart an. "Das Team ist happy, ich bin es nicht. So schön eine Aufholjagd ist, ich fahre nicht mit, um Zweiter zu werden. Ich muss erwarten können, dass alles auf den Punkt stimmt." Aus Ärger über den Defekt am Samstag schwänzte der WM-Spitzenreiter das Briefing. Wie letztes Jahr in Singapur.

Zielzeiten? Nicht für Verstappen

Deshalb dachte der Titelverteidiger auch nicht daran, sich an die Zielzeiten zu halten, die das Team seinen Fahrern für die letzten zehn Runden mit auf die Reise gegeben hatte, aus Angst, das Fernduell der beiden Fahrer auf höchsten Niveau könnte die Autos dahinraffen. Verstappen fragte kurz nach, wer die schnellste Runde hat, und als er hörte, dass sie Perez gehört, gab der Holländer in der letzten Runde noch einmal Gas und klaute dem Stallrivalen den Extrapunkt.

Perez reagierte überrascht. "Mir wurde am Funk erzählt, dass ich eine bestimmte Rundenzeit einhalten soll. Ich dachte, das Gleiche gilt auch für Max. Darüber wird zu reden sein, denn er hatte offensichtlich eine andere Information als ich." Verstappen waren Abmachungen egal: "Wir dürfen gegeneinander fahren. Da ist es normal, dass ich auf die schnellste Runde losgehe, wenn sie ein anderer hat."

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