Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022 Stefan Baldauf
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022 17 Bilder

Red Bull RB18 : Erste Bilder der Premiere

Erster Blick auf den Red Bull RB18 Neweys neueste Wundertüte

Red Bull hat als letztes Team im Feld sein 2022er Auto gezeigt. Und es ist zumindest optisch ein Hammer. Der neue RB18 zeigt viele spektakuläre Details und dürfte der Konkurrenz zu denken geben. Wenn er schnell ist. Wir zeigen die Bilder vom ersten Auftritt in Barcelona.

Red Bull hat seinen RB18 lange unter Verschluss gehalten. Das Präsentationsmodell zwei Wochen vor dem Beginn der Testfahrten war ein Showcar. Vom Filmtag in Silverstone gab es nur spärliche, meist verschwommene Fotos. Doch als Max Verstappen fünf Minuten nach dem Teststart in Barcelona aus der Garage rollte, ging ein Raunen durch die Formel-1-Gemeinde.

Dieser RB18 trägt wie der Rest im Feld seine eigene Handschrift. Und das mit ganz speziellen Lösungen. Typisch Adrian Newey, der bis jetzt bei großen Regelreformen immer zur Höchstform aufgelaufen ist.

Der eigene Weg geht schon bei der schlanken Nase los, die erst am zweiten Frontflügelelement andockt. Über das vorstehende Hauptblatt wird möglichst viel Luft unter der Nase Richtung Unterboden-Tunnel geschaufelt, um dort maximalen Abtrieb zu erzielen. Also das umgekehrte Prinzip von Ferrari und Mercedes, bei denen es keinen Spalt zwischen Nase und Flügel gibt. "Die Mercedes-Lösung generiert vorne mehr Abtrieb. Sie brauchen ihn zum Ausbalancieren, weil sie offensichtlich im Heck viel davon haben", erklärt uns ein Ingenieur.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022
Stefan Baldauf
Der Seitenkasten des RB18 ist extrem unterschnitten. Die Unterlippe am Küheinlass ist ebenfalls ein Hingucker.

Aufhängungen auf den Kopf gestellt

Bei den Aufhängungen blieb kein Stein auf dem anderen. Vorne Pullrod, hinten Pushrod. So macht es nur McLaren. Man muss davon ausgehen, dass die Aerodynamik profitiert, sonst hätte sich Newey nicht die Mühe gemacht auf die umgekehrte Geometrie im Vergleich zur Vergangenheit zu setzen. Ganz eigenwillig ist auch der vordere obere Querlenker der Vorderachse. Er ist wie eine Banane nach unten gebogen und erfüllt damit auch noch die Aufgabe eines Strömungsausrichters.

Das nächste spektakuläre Detail wartet schon beim Kühleinlass. Der untere Rand wölbt sich wie eine Lippe nach vorne. Die Seitenkästen sind lang und breit und im vorderen Bereich stark unterschnitten. Damit gehört der Red Bull in die Familie von Aston Martin, Alpha Tauri und Alpine.

Das entspricht wieder einem Gegenentwurf zu Mercedes. Der Silberpfeil leitet die Strömung mit seinem kurzen Bauch und dem eng anliegenden Maßanzug dahinter schnell nach unten auf die Bodenplatte. Und natürlich auch ganz anders als der Ferrari, der mit seinen Seitenkästen auf die volle Breite geht.

Eine neue Idee ist auch das zweigeteilte äußere Leitblech des vorderen Diffusortunnels. Hier wird ganz klar eine starke Strömung erzeugt. Auf der Bodenplatte zeigt sich die erste Gemeinsamkeit zum Mercedes. Die Kante verläuft im mittleren Bereich in Wellen. Kommentar eines Technikers von der Konkurrenz: "Damit verändert man künstlich die Länge des Bodens um den Diffusor besser gegen die Verwirbelungen der Hinterräder abzuschotten."

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022
Stefan Baldauf
Der RB18 wirkt wie aus einem Guss. Das untere Heckflügel-Element ("Beam-Wing") ragt extrem weit nach oben.

Beam-Wing in zwei Etagen

Die Airbox erinnert an das Vorjahr. Oben ist die Motorabdeckung schlanker als bei den Mercedes-Teams, aber breiter als die Ferrari-Fraktion. Der Red Bull RB18 begann sein Programm ohne Kiemen in der Verkleidung. Wie früher entwich die heiße Luft aus dem Motorraum durch zwei Öffnungen im Heck rund um das Auspuff-Rohr. Am Nachmittag testete das Weltmeister-Team dann doch eine Alternativ-Lösung. Auf den Seitenkästen waren plötzlich 25 Kiemen zu sehen.

Den Heckflügel stellen Newey und seine Jünger auf eine Stelze, die in einen monströsen DRS-Mechanismus übergeht. Der Arm, der über das Hauptblatt hinweg auf den Flap greift, beinhaltet nicht nur die Hydraulikleitungen für den Verstellmechanismus. Er erfüllt offensichtlich auch einen aerodynamischen Zweck.

Beim unteren Heckflügel, im Fachjargon Beam-Wing genannt, geht Red Bull einen ganz eigenen Weg. Er wölbt sich in zwei Etagen über dem Diffusordach und saugt so noch mehr Luft unter dem Auto ab. Auch die unterem Querlenker der Hinterradaufhängung helfen da noch mit.

Sergio Perez lobte sein neues Auto: "Der RB18 sieht echt cool aus. Man sieht ihm förmlich an, wie viel Arbeit in dem Auto steckt. Jedes Team hat seine eigene Interpretation der Regeln gefunden. Es wird interessant sein in Bahrain zu sehen, welcher Weg dann der Beste ist."

Wenn man sich bei den Ingenieuren umhört, führen möglicherweise viele Lösungen zum Ziel. Ihr Tenor: "Das, was wir jetzt an unterschiedlichen Konzepten sehen, ist nicht neu für uns. Die meisten haben wir selbst während des Entwicklungsprozesses im Windkanal durchgespielt. Jeder hat offensichtlich in seiner finalen Lösung den größten Gegenwert gefunden." Am Red Bull sind aber wohl ein paar Ideen zu finden, die noch nicht jeder durchprobiert hat.

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