Formel 1: Wie lange muss Verstappen auf den nächsten Sieg noch warten?

Red-Bull-Updates schlagen ein
Verstappen-Sieg nur eine Frage der Zeit?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.05.2026
Als Favorit speichern

Nahezu kein positives Wort hat Max Verstappen seit Einführung des neuen Technik-Reglements über das Fahren eines Formel-1-Autos verloren. Dem Ex-Champion sind der gestiegene Elektro-Anteil und das in seinen Augen zu künstliche Racing ein Dorn im Auge. Nach vier Saisonrennen steht dem Niederländer vom 16. bis 17. Mai deshalb eine willkommene Abwechslung bevor: Verstappen startet erstmals bei den 24 Stunden am Nürburgring. Dank gutem Mercedes-Material und seiner Klasse zählt für den wohl besten Rennfahrer der Welt nur der Gesamtsieg mit dem AMG-GT3.

In der Formel 1 hatte er in dieser Saison keine Chance, einen Grand Prix zu gewinnen. Red Bull hinkte in den ersten Rennen der Konkurrenz von Mercedes und Ferrari deutlich hinterher. In Japan zog dann auch noch McLaren davon. Das Team steckte im Mittelfeld fest. Die schlechten Ergebnisse verschlimmerten den Frust bei Max Verstappen.

Red Bull frühzeitig abzuschreiben wäre jedoch, das hat die Vergangenheit gelehrt, ein Fehler. In Miami zeigte sich der Dienstwagen von Verstappen und seinem Teamkollegen Isack Hadjar deutlich verändert. Vor allem die neuen Seitenkästen erregten die Aufmerksamkeit der Technik-Enthusiasten. Auf der Rennstrecke stach der Macarena-Heckflügel am meisten ins Auge. Die Ferrari-Idee hatte man bei Red Bull aber nicht einfach kopiert. "Unsere Jungs haben das erfunden, ohne dass sie den Ferrari-Flügel vorher gesehen haben. Natürlich werden wir nie erfahren, wer die Idee zuerst hatte. Wir haben aber schon am Ende des letzten Jahres an diesem Flügel gearbeitet", stellte Teamchef Laurent Mekies klar.

Verstappen findet Lächeln wieder

Wie dem auch sei. Die Updates zeigten Wirkung. Verstappen mischte auf einmal wieder an der Spitze mit und stellte den Red Bull im Qualifying auf Rang zwei. "Vor diesem Wochenende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich die volle Kontrolle über das Auto habe. Ich wusste nie, was passiert. Ich habe mich mehr wie ein Passagier gefühlt. Als ich hier ins Auto gestiegen bin, hat es plötzlich geklickt", berichtete der Superstar.

"Wir haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht. In Japan lagen wir 1,2 Sekunden hinter der Pole-Position, in China 1,0 Sekunden", freute sich auch Mekies.

Die Freude über das gute Resultat war allerdings schnell verflogen. Nach dem Start drehte sich Verstappen selbstverschuldet und fiel zurück ins Mittelfeld. In der sechsten Runde nutzte das Team eine Safety-Car-Phase, die ausgerechnet Stallgefährte Isack Hadjar ausgelöst hatte, um vom Medium auf den harten Reifen zu wechseln.

Hadjar hingegen war in Miami nicht in Form. "Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir hatten schlicht kein sauberes Wochenende", nahm Landsmann Mekies den Franzosen in Schutz. Verstappens Pace war nach dem Stopp stark. Nachdem alle die Gummis gewechselt hatten, führte er in Runde 28 sogar kurz den Grand Prix an. Dann musste er sich aber den Gegnern auf frischeren Reifen beugen. Erst zehn Umläufe vor Schluss verlor er den Podestplatz an Oscar Piastri (McLaren) und wurde, nachdem George Russell noch im Mercedes vorbeizog, Fünfter.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Miami 2026
Wilhelm

Übergewicht muss reduziert werden

Damit mehr als Rang fünf in Zukunft herausspringt, braucht es weitere Updates. Es ist bekannt, dass der RB22 noch über dem erlaubten Limit von rund 770 Kilogramm liegt. Bis Miami konnte das Übergewicht von zwölf auf sechs Kilo gedrückt werden. Gegenüber den Kollegen von "Motorsport.com" gab Technikchef Pierre Waché Auskunft: "Ich weiß nicht wann, aber wir werden eine weitere Gewichtsreduzierung haben, vielleicht für Österreich." Das wäre Ende Juni.

Dazwischen liegen mit Montreal, Monte Carlo und Barcelona noch drei Rennen. "Wir müssen noch ein wenig warten. Es gibt nur ein kleines Paket für Montreal", meinte Waché in Miami. Für den Kanada-GP hat aber Red Bull noch weitere Optimierungsmöglichkeiten. Das komplizierte Energiemanagement verstehen die Ingenieure immer besser. Die Lernkurve ist steil. Das liegt zum einen am neuen Reglement und zum anderen daran, dass Red Bull erstmals selbst eine Power Unit entwickelt hat.

Sollte Red Bull in den kommenden Wochen und Monaten den eingeschlagenen Weg fortsetzen können, wird Max Verstappen wieder Rennen gewinnen. Und zwar nicht auf der Nordschleife, sondern in der Königsklasse. Die spannende Frage lautet dann: Wie sehr würde ihm das neue Reglement bei Erfolg immer noch missfallen?

Fazit