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Schmidt-Blog zu Show & Tell: Mercedes blamiert Gegner

Schmidts F1-Blog zum Show-&-Tell-Event Mercedes blamiert die Gegner

Seit dieser Saison müssen die Teams bei jedem Grand Prix ihre Autos und die technischen Upgrades zeigen. Und sie dürfen sie auch erklären. Nur Mercedes, Alpha Tauri, Haas und Williams lieferten professionelle Erklärstücke. Ferrari und Red Bull blamieren sich, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

Der Programmpunkt nennt sich "Show and Tell". Das haben sich die Rechteinhaber von der Nascar-Serie abgeschaut. Die Teams müssen ihre Autos zeigen und erklären, was sie seit dem letzten Rennen geändert haben. Liberty steht auf dem Standpunkt: Ein technischer Sport muss seine Technik auch zeigen statt sie zu verstecken.

Das macht Sinn. Das Wettrüsten ist ein wichtiger Teil dieses Sports und fasziniert viele Fans. Die Formel 1 hat sich mit ihrem Versteckspiel oft genug selbst ausgetrickst. Von den Motoren gibt es kaum vernünftige Fotos. Daten sowieso nicht. Wie will man da für die effizientesten Motoren der Welt Publicity machen?

Mercedes erklärt Konzept und Upgrades

Das Zeigen der Chassis-Upgrades ist Pflicht. Das Erklären nicht. Bei der Uraufführung von Show und Tell zeigt sich schnell, wie ernst die einzelnen Teams die Aufgabe nehmen, diesen Sport so gut wie möglich zu vermarkten.

George Russell - Lewis Hamilton - Mercedes - Barcelona - Testfahrten 2022
Wilhelm
Mercedes macht kein Geheimnis um seine Technik-Tricks.

Mercedes hätte mit seinem spektakulären Konzept seines W13 den meisten Grund irgendetwas zu verbergen. Doch der Konstrukteurs-Weltmeister lieferte die präziseste Beschreibung der neuen Komponenten und eine verständliche Erklärung, warum man die entsprechenden Teile geändert hat.

Auch Alpha Tauri, Haas und Williams gaben sich Mühe. Über den Rest kann man nur den Kopf schütteln. Das ist schlecht bis erbärmlich. Red Bull lässt uns wissen: "Der Frontflügel generiert Abtrieb." Das haben wir vorher noch gar nicht gewusst. Oder: "Die Seitenkästen liefern Luft für die Kühlung und lassen die Luft wieder raus." Auch eine völlig neue Erkenntnis.

Keine neuen Ferrari-Infos

Ferrari geht gar nicht auf Details ein. Es gebe keine Upgrades, heißt es lapidar. Stattdessen stellt man ein uraltes Interview mit Technikchef Enrico Cardile zur Verfügung, das bei der Präsentation des F1-75 geführt wurde.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Stefan Baldauf
Ferrari gibt keine Infos über die Technik. Upgrades gibt es angeblich auch keine.

Ferrari stellt sich auf den Standpunkt, dass man das Auto seit den Testfahrten nicht verändert habe und das Konzept deshalb keiner Erklärung bedarf. Dabei hätte mich schon interessiert, warum der Ferrari so breite Seitenkästen hat. Mercedes erklärt auch im Detail, warum man den umgekehrten Weg gegangen ist.

Ich hoffe, dass sich die Teams mit ihrer angeborenen Geheimnistuerei keinen Gefallen tun. Red Bull, Ferrari, Alpine oder Aston Martin haben eine Gelegenheit verpasst, dass man eine Geschichte über sie schreibt. So haben sie die Bühne Mercedes, Alpha Tauri, Haas und Williams überlassen.

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