Formel 1: Warum Mercedes nicht die Alpine-Anteile bekommt

Übernahme-Gespräche gescheitert
Warum Mercedes Alpine nicht bekommt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.06.2026
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Franco Colapinto - Alpine - Formel 1 - GP Kanada 2026
Foto: xpb

Die Verhandlungen von Mercedes über eine Beteiligung am Formel-1-Team von Alpine sind gescheitert. Seit mehreren Wochen galt es als offenes Geheimnis, dass Mercedes sich beim Rennstall der Renault-Tochter einkaufen will. Das F1-Team hatte geplant, eine Minderheitsbeteiligung zu erwerben, um eine engere Partnerschaft ähnlich einem B-Team zu schaffen. Nach Informationen der "BBC" und den italienischen Kollegen von "Motorsport.it" hat sich Mercedes aus den Gesprächen zurückgezogen.

Grund für das Scheitern war eine starke Meinungsverschiedenheit über den Preis. Mercedes verhandelte mit dem Anteilseigner Otro Capital über den Kauf deren Anteile, die bei 24 Prozent liegen. Die restlichen 76 Prozent hält momentan die Renault-Group. Sie hatte einem Verkauf grundsätzlich zugestimmt. Bis September dieses Jahres besitzt Renault noch ein Veto-Recht.

Die von Otro Capital geforderte Summe von 620 Millionen Euro war Mercedes jedoch zu hoch. Diese Forderung hätte den Gesamtwert des Alpine-Teams auf 2,58 Milliarden Euro angesetzt, was die Interessenten als über dem tatsächlichen Wert und als finanziell riskant ansahen.

Otro Capital treibt den Preis

An Renault soll es derweil nicht gelegen haben. Die Franzosen hatten Mercedes als Käufer der Otro-Anteile gar favorisiert. Die Investorengruppe hatte ihre Anteile im Jahr 2023 für 200 Millionen Euro erworben und wollte einen hohen Kapitalgewinn erzielen. Ende der vergangenen Saison wurde Alpine auf einen Wert von 1,89 Milliarden Euro taxiert. Nimmt man diese Summe, wären die 24 Prozent von Otro Capital "nur" rund 453,6 Millionen Euro wert.

Eine Übernahme der Anteile hätte auch für Mercedes Sinn ergeben. Die Silberpfeile beliefern Alpine seit dieser Saison. Das in Enstone beheimatete Team bezieht die Antriebseinheit, das Getriebe und die Hinterradaufhängung aus dem Hause Mercedes. Dafür stampfte der alte Renault-CEO Luca de Meo sogar das eigene Motorenprogramm in Viry-Châtillon ein.

Christian Horner - Red Bull - Formel 1 - 2025
xpb

Chance für Horner?

Neben Mercedes war auch ein anderes Investorenkonsortium unter der Führung von Christian Horner an Alpine interessiert, konnte Renault aber nicht überzeugen. Wie zu hören ist, soll sich Horner, der nach seinem Red-Bull-Aus im Juli 2025 auf eine F1-Rückkehr schielt, nun mit BYD um einen gemeinsamen Einstieg bemühen. Die Chinesen haben ebenfalls ein Auge auf die Formel 1 geworfen. Dabei will der wachsende Hersteller aber kein bestehendes Team übernehmen, sondern den zwölften Startplatz ausfüllen. Die FIA hat sich bereits offen für eine chinesische Marke gezeigt und den Platz für Interessenten reserviert.

In all dem Geschacher um die kostbaren Anteile des auf Rang fünf liegenden Teams hat Alpine vergangene Woche (27.5.) einen neuen Deal bekannt gegeben. Der Luxuskonzern Gucci wird ab 2027 Hauptsponsor. Das Team wird dann in Gucci Racing Alpine umbenannt. Der bisherige Hauptsponsor und Namensgeber BWT mit dem prägnanten Pink auf den Autos ist ab nächster Saison Geschichte.

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