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Ferrari - Formel 1 - GP Monaco 2022
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Inflatiosstreit um F1-Budget-Cap: Sanfte Strafen

Wer löst den Knoten im Inflationsstreit? Sanfte Strafen oder Erpressung?

Der Streit um einen Aufschlag der Budgetdeckelung geht weiter. Alles läuft auf einen Kompromiss oder eine Erpressung hinaus. Sanfte Strafen wäre ein Kompromiss. Die Drohung 2023 zwei Zuschläge zu addieren eine Erpressung.

In den Pressekonferenzen von Monte Carlo durften sich die Befürworter und Gegner eines Inflationszuschlags in der Budgetdeckelung noch einmal so richtig austoben. Zuerst machten Mattia Binotto, Christian Horner und Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin Werbung für eine Ausnahmeregelung. Dann feuerten Otmar Szafnauer von Alpine und Frédéric Vasseur vehement dagegen. McLaren-Teamchef Andreas Seidl wünscht sich mehr Geld, will aber, dass die Ausnahme die Ausnahme bleibt.

Die Gegner einer Budgeterhöhung treibt nämlich die Angst um, dass der Kostendeckel durch die Hintertür auf den Stand angehoben wird, den sich die Top-Teams einst wünschten. Das waren 175 Millionen Dollar. Binotto gab sogar zu: "Mit dieser Summe hätten wir jetzt kein Problem."

Das ist zu bezweifeln. Die großen Teams wären auch bei einem höheren Grenzwert an das Limit gegangen und hätten dann festgestellt, dass es nicht reicht. Sie müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum sie immer noch 800 bis 900 Mitarbeiter beschäftigen. Es war von Anfang an klar, dass damit auch der Anteil am Entwicklungsbudget schrumpft.

Entlassungen als Rechtfertigung

Ferrari, Mercedes und Red Bull pochen auf höhere Gewalt. Den Ukraine-Krieg und der damit verbundene Kostenanstieg habe keiner auf der Rechnung gehabt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff verrät, dass sich Fracht- und Energiekosten in den letzten Jahren verdreifacht hätten. Sein Kumpel Vasseur von Sauber entgegnet: "Für mich auch."

Binotto gibt bereits zu, dass er für Ferrari keine Chance sieht innerhalb der für 2022 gestatteten 141,2 Millionen Dollar zu bleiben. Horner erklärt seine Aussage, dass viele Teams die Saison vorzeitig beenden müssten: "Das war als Äquivalent für das gedacht, was uns fehlt, wenn die Saison uns weiter so viel kostet." Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin sprach von einer Herausforderung, die "nicht mehr beherrschbar" sei.

Die Top-Teams malen bereits Massenentlassungen als Antwort auf das Problem an die Wand, wobei Horner warnt: "Entlassungen wirken sich nicht sofort auf das Budget aus, würden uns aktuell vermutlich gar nicht helfen. Es kann aber nicht im Sinne der Formel 1 sein, dass wir so viele Leute verlieren." Trotzdem ist es ein gern gewähltes Argument. Einerseits um den Druck zu erhöhen, andererseits, um einer bewussten Überziehung des Budgetdeckels vorzubauen. So können sich auch börsennotierte Firmen wie Ferrari und Mercedes einen Regelbruch leisten.

Mercedes - GP Spanien 2022
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Die Top-Teams müssen bald die Entwicklung an den Autos einstellen.

Wer überzieht, gewinnt

Die drei Top-Teams drohen offen damit, das Budget im Rahmen von fünf Prozent zu überziehen. Das gilt noch als Kavaliersdelikt. Damit droht lediglich eine sanfte Strafe. Horner fürchtet allerdings: "Wenn der eine um 4,9 Prozent überzieht, der andere nur um 4,7 kann das der Unterschied eines Upgrades sein und die Weltmeisterschaft entscheiden. Wollen wir das?"

Es geht auch die Sorge um, dass es in der zweiten Saisonhälfte zu vielen Grabenkämpfen kommen wird, die der Formel 1 schaden könnten. Und zwar immer dann, wenn ein Team mit neuen Teilen auftaucht, obwohl es rechnerisch bereits über der Grenze liegt.

Für Szafnauer und Vasseur zählt das alles nicht. Aus ihrer Sicht haben die Kollegen einfach nur schlecht gewirtschaftet und verlangen jetzt dafür eine Amnestie. So ähnlich wie beim Mindestgewicht, als die FIA einknickte, weil 90 Prozent der Teams über dem Limit lagen.

"Sie haben einfach die Regel geändert, nur weil neun Teams nicht in der Lage waren auf das Mindestgewicht zu kommen", ärgert sich Vasseur. "Wir dürfen bei der Budgetdeckelung nicht das gleiche machen. Sonst ist das ganze Prinzip gestorben."

Das Budget ist der Budgetdeckel

Alpine und Sauber halten die Berufung auf höhere Gewalt für eine billige Ausrede. "Die Budgets werden im November und Dezember verplant. Da lag die Inflationsrate in England bereits über sieben Prozent. Wir haben das berücksichtigt. Und obwohl die Frachtkosten noch ein bisschen höher geklettert sind, kommen wir über die Runden. Das müssen die anderen auch schaffen", bedauert Szafnauer.

Sein Kollege von Alfa Sauber zeigt ebenfalls kein Mitleid mit den Sorgen der Großen: "Mein Budgetdeckel ist das Budget, das ich habe. Das liegt zehn Millionen unter dem Grenzwert. Wenn jetzt eine Inflation kommt, kann ich nicht sagen: Ich will mehr. Ich kann nur das Geld ausgeben, das ich habe."

Haas ist noch unentschieden. Die Amerikaner haben keinen Druck, weil auch sie den Budgetdeckel nicht ausschöpfen. Teamchef Guenther Steiner relativiert: "Der Dollar ist im Wert stark gestiegen. Wir bekommen Dollar, zahlen aber in Euro oder Pfund. Das kompensiert einen Teil der Inflation."

Alfa Romeo - GP Spanien 2022
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Nicht nur Upgrades bringen ist teuer, auch Ersatzteile der alte Spezifikation kosten viel Geld.

Drei Teams reichen für ein Veto

Alpine, Sauber und Williams verlangen, dass die Regeln strikt eingehalten werden. Natürlich in der Hoffnung, dass die Teams weiter vorne frühzeitig ihre Entwicklung einstellen müssen, man selbst den längeren Atem hat und so den Rückstand zur Spitze reduziert. Was gewissermaßen auch die Absicht einer Budgetdeckelung ist.

Viele Teams wären nach Einschätzung von Ferrari ab dem GP Kanada zum Nichtstun verdammt. Weil dann der Entwicklungsetat ausgeschöpft ist. Es geht aber nicht nur um neue Teile, erinnert Shovlin. "Jedes Teil hat eine Lebensdauer. Auch neue alte Teile kosten Geld."

McLaren-Teamchef Andreas Seidl verzweifelt: "Hier hat jeder seine eigene Agenda." Deshalb wünscht er sich eine starke Hand von der FIA und dem F1-Management, um den gordischen Knoten im Sinne aller zu lösen. Doch so einfach ist das nach dem neuen Mehrheitsrecht bei Abstimmungen nicht. FIA, Formel 1 und die Teams haben je zehn Stimmen. Für eine sofortige Anpassung des Finanz-Reglements braucht man 28 von 30 Stimmen, für eine mit Vorlauf 2023 sind es 26 von 30 Stimmen.

Addierte Inflationszuschläge als Drohung

Darin liegt eine Gefahr und eine Chance. Alpine, Alfa und Williams können kurzfristig alles blockieren. Man muss sie also mit einem schlauen Kompromiss ködern. Zum Beispiel, dass eine Anhebung 2022 nächstes Jahr wieder zurückgenommen wird und dann auf der Basis von 135 Millionen Dollar und der im September herrschenden Inflationsrate der Zuschlag berechnet wird, so wie er im Reglement festgehalten ist. Dann nicht mehr rücknehmbar. Man könnte den kleinen Teams auch beim Abzug der nominalen Entwicklungskosten für eingekaufte Teile entgegenkommen.

Es wird auch diskutiert, dass man den Budgetbrechern sanfte Strafen offeriert. Doch was wäre eine weiche Strafe? Zum Beispiel eine Geldbuße oder Punktabzug auf Bewährung. Wer dieses Jahr überzieht, dürfte das im nächsten Jahr auf keinen Fall. Sonst wäre er fällig. Nächstes Jahr wird ohnehin alles einfacher, glaubt Binotto, obwohl der Kostendeckel um weitere fünf Millionen Dollar sinkt. "Dann können wir wieder Teile vom Vorjahresauto übernehmen. Das spart uns mehr Geld."

Es gibt aber auch das Szenario der Erpressung. Man könnte den drei Verweigerern damit drohen, die Inflationszuschläge von 2022 und 2023 zu addieren und sie für 2023 in der Größenordnung von bis zu 15 Millionen Dollar in den Regeln festschreiben. Dafür bräuchte es nur 26 von 30 Stimmen. Dann wäre das Veto von Alpine, Sauber und Williams nichts mehr wert. Die Formel 1 will das Thema bis spätestens zum GP Kanada vom Tisch haben.

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