Mercedes - GP Bahrain 2021 Wilhelm
Mercedes AMG W12 - F1 - 2021
Mercedes Fabrik Brackley - Race Bay - Werkstatt - Renovierung 2021
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Technik-Check der FIA: Mercedes wird demontiert

FIA kontrolliert schärfer Mercedes drei Stunden beim TÜV

Für die FIA-Prüfer und die Crew von Valtteri Bottas wurde der erste Grand Prix des Jahres eine lange Nachtschicht. Der Mercedes mit der Startnummer 77 musste beim neuen TÜV der FIA antreten. Die Technikkommissare überprüfen ab jetzt bei jedem Rennen ein Auto auf Herz und Nieren.

Dass Rennautos nach einem Rennen von den Technikkommissaren überprüft werden ist nichts Neues. In der Formel 1 werden grundsätzlich alle zehn Autos in den Punkterängen einem Routinecheck unterzogen. Hin und wieder nimmt sich die FIA darüber hinaus gewisse Bereiche wie den Kraftstoff, die Frontflügel-Flexibilität oder die Software vor. Erst wenn alle Autos aus dem Parc Fermé raus sind, ist das Resultat offiziell. Das ist in der Regel zwei Stunden nach Rennende der Fall.

In diesem Jahr müssen sich Chefkommissar Jo Bauer und sein Team am Sonntagabend auf längere Schichten einrichten. Die FIA will es Tricksern und Betrügern noch schwerer machen. Ab sofort wird eines der zehn Autos per Losentscheid aus dem üblichen Prüf-Prozedere herausgefischt und einem Check auf Herz und Nieren unterzogen. Eine Dame des F1-Managements durfte in Bahrain eine Runde vor Schluss eine Kugel mit einer Startnummer aus dem Hut ziehen.

Aufhängungen im Fokus

Es traf am Ende den Mercedes von Valtteri Bottas. Der Silberpfeil des Drittplatzierten stand drei Stunden lang auf dem Prüfstand der Technik-Experten. Dabei wurde speziell das Innenleben der Aufhängungen vorne und hinten überprüft, wie Federn und Dämpfer angeordnet sind, welche Funktionen sie übernehmen, ob es irgendwelche hydraulische Leitungen zwischen den Elementen gibt, welche Sensoren in dem Bereich angebracht sind und welche Verbindungen zum Haupt-Steuergerät bestehen.

Mercedes - GP Bahrain 2021
Motorsport Images
Nach dem Rennen müssen die Mechaniker noch eine Extra-Schicht schieben, wenn eine FIA-Inspektion ansteht.

Um 22.38 Uhr Ortszeit war die Untersuchung abgeschlossen, kurz darauf das Rennergebnis in Stein gemeißelt. FIA-Technikchef Nikolas Tombazis erklärt den neuen Detail-Check mit der immer komplexeren Technik der Autos: "Während des Wochenendes bleibt kaum Zeit die Autos im Detail zu überprüfen. Es wird immer schwieriger bei den Checks in die Tiefe zu gehen. Wir wollen in Zukunft einfach alle Zweifel ausräumen. Das kommt auch den Teams zugute, weil es Verdachtsmomente beseitigt."

Das Auswahlverfahren nach dem Zufallsfaktor ist gewollt: "So kann sich keiner sicher fühlen und sagen: Ich war ja schon mal dran, mich erwischt es sicher nicht mehr." Theoretisch könnte immer der gleiche in das Fangnetz der FIA geraten. Sollte es der Zufall so wollen, dann behalten sich die Regelhüter vor, auch mal aus der Reihe zu tanzen. Oder ein zweites Auto auf den Prüfstand zu holen. "Das kann zum Beispiel auch passieren, wenn es einen konkreten Verdacht gibt", erklärt Tombazis.

Auswahl von 20 Makro-Bereichen

Die FIA muss sich bei ihren Checks auf bestimmte Bereiche konzentrieren. Die werden vorher durch die Technischen Delegierten aus einem Angebot von 20 Makrobereichen festgelegt. "Ein komplettes Auto vollständig zu untersuchen ist zu zeitaufwendig", räumt Tombazis ein. Den Prüfern sind ohnehin Limits gesetzt. Bei Überseerennen müssen die Autos bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Nacht nach dem Rennen frachtfertig gemacht werden.

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Die Autos dürfen erst eingepackt werden, wenn alle FIA-Checks abgeschlossen sind.

Wenn es vor Ort zu kompliziert wird und die Zeit davonläuft, dann behält sich die Sportbehörde vor, bestimmte Teile zu versiegeln und ausbauen zu lassen, um sie später separat in Ruhe zu überprüfen. Die FIA hat ihr Technikteam für die neue Aufgabe um drei Mitarbeiter erweitert. In der Crew sind auch zwei ehemalige Mechaniker, die alle Tricks kennen und den Teams beim Auseinanderbau genau auf die Finger schauen.

Die Untersuchung beginnt immer sofort nach dem Rennen mit einer Rumpfmannschaft von zwei bis drei Leuten. Wenn der Rest der FIA-Crew die Routinechecks an den anderen Autos erledigt hat, stoßen sie zu der Eingreiftruppe dazu und helfen. "Wir haben dann im zweiten Teil fünf bis sechs Leute zur Verfügung", verrät Tombazis. Der FIA-TÜV kommt zu den Teams in die Garagen.

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