Formel 1: Streit zwischen McLaren und Mercedes - Wer hat das schnellere Auto?

McLaren und Mercedes im Streit
Wer hat momentan das schnellste Formel-1-Auto?

GP Miami 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.05.2026
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George Russell vs. Oscar Piastri - McLaren vs. Mercedes - GP Miami 2026
Foto: Wilhelm

Mercedes schien in den ersten drei Rennen alles im Griff zu haben. Doch in Miami präsentierten sich die Silberpfeile plötzlich verwundbar. George Russell fand das ganze Wochenende keinen Frieden mit der Strecke: "Bei wenig Grip habe ich Probleme. Das ist auch in Zandvoort und Interlagos so", entschuldigte sich der Brite. "Ich liebe es, eine exakte Linie zu fahren. Wenn das Auto über alle vier Räder rutscht, fühle ich mich einfach nicht wohl."

Sein Teamkollege ist dagegen ein echter Miami-Spezialist. Das zeigte Kimi Antonelli schon im Vorjahr. Ein schlechter Start im Sprint verhagelte jedoch das Resultat am Samstag. Dafür lief es am Sonntag umso besser. Mit einer fehlerfreien Fahrt und einer perfekten Strategie konnte er Lando Norris niederringen und den zweiten McLaren-Doppelsieg des Wochenendes verhindern.

Der Fast-Machtwechsel hatte mehrere Gründe. McLaren brachte 60 Prozent seines großen Upgrade-Pakets schon nach Miami. Der Rest wird in Montreal nachgelegt. Bei der zweiten Welle wird dann auch ein neuer Frontflügel ans Auto geschraubt. Mercedes wollte sein Pulver noch nicht beim Florida-Gastspiel verschießen. Hier kommt das große Facelift erst in Kanada.

Oscar Piastri - McLaren - Formel 1 - GP Miami 2026
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Pendel schwingt hin und her

Das Werksteam sah auch wegen des speziellen Miami-Layouts nicht ganz so stark aus wie noch in Suzuka. Der Kurs rund um das Hard-Rock-Stadion enthält weniger schnelle Kurven, die dem Silberpfeil bekanntlich besonders gut schmecken.

Am Ende wurde es das ganze Wochenende ein enges Duell. Im Sprint hatte noch McLaren die Nase vorn, was auch an der besseren Energie-Strategie lag. Im Qualifying und Rennen schlug das Imperium dann zurück. Kimi Antonelli schnappte sich überlegen die Pole und dank der besseren Taktik dann auch den Sieg am Sonntag.

Dabei hatte McLaren zunächst auch im Rennen alles im Griff. Norris konnte im ersten Stint die Führung übernehmen und Antonelli anschließend erfolgreich in Schach halten. Doch dann zog Mercedes in Runde 28 den Undercut-Joker. McLaren versuchte einen Umlauf später direkt zu kontern. Am Boxenausgang hatte Norris noch die Nase vorne, musste sich mit den kühlen Reifen im ersten Sektor dann aber geschlagen geben.

Kimi Antonelli - Mercedes - Formel 1 - GP Miami 2026
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McLaren lässt sich austricksen

Vor den Stopps hatte der Vorsprung noch 2,1 Sekunden betragen. "Wir waren nicht sicher, ob es klappt", gaben die Mercedes-Strategen zu. "Aber es war unsere einzige Chance." Beim Boxenstopp selbst gewann Antonelli vier Zehntel. Den Rest holte er mit einer starken Outlap. "Kimi war in seiner ersten Saison oft noch etwas zu vorsichtig mit den frischen Reifen. Aber die Outlap hier hat gepasst", lobte der Kommandostand.

Doch wie konnte sich McLaren so austricksen lassen? "Es gibt keine Entschuldigung. Wir hätten früher reinkommen sollen", klagte Norris. Die McLaren-Strategen hatten offenbar nicht mit einer so starken Outlap von Antonelli gerechnet. Auch die unsichere Wettervorhersage spielte in die Abwartehaltung rein.

Teamchef Andrea Stella ärgerte sich über den verpassten Sieg, wollte die Schuld aber nicht alleine den Strategen in die Schuhe schieben: "Es lag nicht nur am Timing. Auch bei der Inlap und beim Stopp selbst haben wir Zeit verloren. Es ist ein Teamsport. Alles muss passen."

Kimi Antonelli - Mercedes - Formel 1 - GP Miami 2026
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Keiner will die Favoritenstellung

Am Ende blieb nur noch die Frage offen, wer denn nun das bessere Auto hatte. Beide Teams versuchten, sich nicht selbst in die Führungsposition zu bringen: "Wir hatten einen kleinen Vorteil beim Reifenverschleiß. Dafür war Mercedes bei der puren Pace besser. Ein paar Zehntel fehlen uns noch", rechnete Stella vor.

Die Mercedes-Ingenieure sahen das ganz anders. McLaren sei bei der Longrun-Pace ein Zehntel schneller gewesen. Das habe man erkennen können, als Norris an der Spitze freie Fahrt hatte. Ohne das perfekte Timing beim Undercut hätte man nicht gewonnen. Toto Wolff schnaufte nach dem Rennen durch: "Das war nicht einfach heute. Ich will nur hoffen, dass unsere Montreal-Upgrades funktionieren."

Fazit